[Star Trek – The Next Generation] Absturz

In dem neusten »Star Trek – The Next Generation«-Roman, »Absturz«, schickt Dayton Ward die Crew der Enterprise auf ein Abenteuer durch Raum und Zeit.

Absturz
Cover © Cross Cult
Andere Realitäten, bekannte Gesichter

Das Cover von »Absturz« ist kein wirklicher Eyecatcher. Es zeigt drei Schiffe, die relativ unmotiviert im Weltall herumhängen. Was einem dann allerdings bei näherem Hinschauen auffällt, ist, dass es sich bei den Raumschiffen um die Enterprise-E, Enterprise-D und ein romulanisches Schiff aus der Classic-Ära handelt. Was genau es damit auf sich hat, erfährt man, wenn man Dayton Wards Roman liest.

Die Enterprise erforscht weiterhin den Odysseischen Pass, als sie auf ein merkwürdiges Phänomen stoßen. Ein Planet, der unter heftigen Turbulenzen durch die Dimensionen reist. Bei dem Versuch mehr über diese Welt und ihre Bewohner zu erfahren, stürzt allerdings ein Shuttle mit Besatzungsmitgliedern auf dem Planeten ab. Die Gestrandeten reisen so ungewollt mit den Bewohnern durch die Dimensionen.

In einer von diesen stößt eine D-Enterprise auf dasselbe Phänomen. Doch an Bord dieses Schiffes sind einige Dinge anders. Jean-Luc Picard ist tot und der neue Captain ist niemand geringeres als William Riker. Der erste Offizier ist Data, derweil Tasha Yar am Leben ist und Wesley Crusher eine wichtige Position an Bord innehat. Und in einer weiteren Realität wartet eine Flotte von romulanischen Schiffen auf eine Chance, der verhassten Föderation einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Wozu diese mysteriöse Welt die perfekte Gelegenheit bietet.

Wie die Zeit vergeht

Es gibt in diesem Roman eine Szene, in der Jean-Luc Picard auf die D-Enterprise kommt und die Unterschiede zwischen diesem und seinem Schiff bemerkt. Es ist ein Hinweis darauf, wie sehr sich die Föderation und ihre Raumschiffe seit damals veränderten. Dabei schreibt Dayton Ward diese Passage nicht nostalgisch verklärt, sondern stellt diese Differenzen einfach als Fakt dar.

Was diesen Roman jedoch so interessant macht, ist der Unterschied zwischen der ursprünglichen D-Enterprise und der von William Riker. Das Schiff stammt aus einer Zeit kurz nach der Schlacht von Wolf 359, in der der ehemalige erste Offizier seinen früheren Captain töten musste. Eine Entscheidung, die immer noch spürbar an ihm nagt.

Wenn man diesen Riker mit dem Riker von der U.S.S. Titan vergleicht, wirkt der Erstere längst nicht so selbstbewusst, wie Letzterer. Er hat immer noch Zweifel an seiner Eignung für den Posten, auch wenn diese eher selten zu Tage kommen. Stattdessen konzentriert er sich auf seine Mission, nämlich herauszufinden, was es mit diesem mysteriösen Planeten auf sich hat.

Nur wenige profitieren

Wobei dieser sowieso nur Mittel zum Zweck ist, um die verschiedenen Dimensionen zusammenzuführen. Man erfährt zwar einiges über diese Welt, über die dort ebenfalls gestrandeten außerirdischen Wissenschaftler und wieso sie durch die Universen reisen. Aber es wirkt so, als ob hier nur das Nötigste getan wurde, da die ebenso Gestrandeten nicht herausgearbeitet werden.

Und das trifft auch auf die anderen Figuren zu. Im Vordergrund steht William Riker und dann Jean-Luc Picard. T‘Ryssa Chen erfährt dann noch ein wenig Charakterentwicklung. Doch auf den Rest entfallen allerhöchstens Brotkrumen. Es gibt einige nette Szenen, wie zum Beispiel, dass der Geordi La Forge aus der D-Enterprise-Dimension mit Interesse das Aussehen des E-Enterprise-La-Forges bemerkt. Abgesehen davon sind die Figuren jedoch nur vorhanden. Sie werden erwähnt, haben ein paar Dialoge und ansonsten nichts mehr.

Das betrifft auch die Romulaner. Von denen nur der Captain großartig charakterisiert wird. Doch man merkt ihnen einfach an, dass die einzige Funktion, die sie haben, die ist, dafür zu sorgen, dass die Situation eskaliert. Darüber hinaus sind sie einfach nur da, ohne viel Weiteres zur Handlung beizutragen.

Am Ende hat dies die Auswirkung, dass „Absturz“ mehr dahinplätschert, als sich spannend zu entwickeln. Es fehlt an einem richtigen Spannungsbogen, weil hier einfach zu viele Figuren sind und nur zu wenige ordentlich berücksichtigt werden.

Bewertung 9/15

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Autor: Dayton Ward
Titel: Star Trek – The Next Generation: Absturz
Teil/Band der Reihe: Star Trek – The Next Generation
Originaltitel: Star Trek – The Next Generation: Headlong Flight
Übersetzer: Stephanie Pannen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 05/2019
Einband: Taschenbuch
Seiten: 333
ISBN: 978-3-959819-60-2
Sonstige Informationen: Produktseite

Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.
Götz Piesbergen

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Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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