[ENT 009] Die Saat

Lesezeit circa: 7 Minuten

In „Die Saat“ erforscht die Crew der Enterprise einen vorindustriellen Planeten, entdeckt dort ein paar Ungereimtheiten und beschließt diesen nachzugehen.

Staffel 1, Episode 9 – 31. Juli 2151
„Die Saat“ – „Civilization“

Die Handlung von „Die Saat“
Die Saat
Trip und Archer als Akaali

Die Crew der Enterprise entdeckt auf den Scannern einen Planeten der M-Klasse mit etwa 500 Millionen Einwohnern und entscheidet sich für einen „kleinen Abstecher“ in dieses System. Dort angekommen, entscheidet Archer sich dazu, mittels plastischer Chirurgie die dortigen Einwohner zu imitieren und sie sich etwas genauer anzusehen. T’Pol hat Einwände, da diese Spezies sich erst auf dem vorindustriellem Stand befindet und es besser wäre, den Erstkontakt nur mit Spezies zu suchen, welche bereits den Warpantrieb erfunden haben und diesen auch nutzen. Auf dem Planeten angekommen entdecken Archer, Trip, T’Pol und Hoshi, Neutrinonemissionen, welche hier aber gar nicht existent sein dürften. Also gehen sie der Sache nach und können ermitteln, dass jene Emissionen aus einem Antiquitätengeschäft kommen. Seltsam ist allerdings, dass das Gebäude kaum scanbar ist und auch laut Scanner irgendwie in der Luft schweben soll, da das Fundament durch eine Art Barriere geschützt ist, was weitere Scans verhindert. Also sucht man das Gespräch mit dem Ladenbesitzer. Man findet aber nur heraus, dass er erst seit kürzerer Zeit hier ist. Eine weitere Unstimmigkeit ist, dass etwa seit der Ankunft des Ladenbesitzers, die Leute krank werden. Nachdem sie eine Probe nehmen können, ermittelt Dr. Phlox, dass es sich hierbei um „Tetrazyanat 622“ handelt, es wird als Schmiermittel in der Industrie eingesetzt und ist extrem gesundheitsschädlich. Nachdem Archer den Ladenbesitzer, welcher übrigens auf den Namen Garos hört, konfrontiert, gibt dieser zu, einen Reaktor im Keller zu haben, welcher einen Replikator betreibt, mit welchem er sich Nahrung und Kleidung repliziert. Archer ist aber nicht ganz von dieser Story überzeugt, denn der Reaktor produziert etwas zu viel Energie um nur einen Replikator zu betreiben.

Also entschließt man sich den Laden zu observieren und kann tatsächlich eine nächtliche Lieferung verfolgen. Archer hat in der Zwischenzeit Hilfe durch die Apothekerin der Stadt bekommen. Sie heißt Riann. Man verfolgt also eben diese Lieferung bis vor die Tore der Stadt und gerade als Archer die Lieferung näher untersuchen will, kommt ein kleines Schiff und holt besagte Lieferung ab. Dabei werden Archer und Riann allerdings entdeckt und es kommt zu einer Schießerei. Dabei trifft Archer einen der Fremden und bemerkt, dass auch sie mit Masken unterwegs sind, allerdings etwas aufwendiger. Sie gehören zur Spezies „Malurianer“. Von dem niedergeschossenen Malurianer kann Archer ein Gerät erbeuten, welches das Dämpfungsfeld in der Handlung Goros deaktivieren kann. Dort angekommen, begibt sich Archer in den Keller und entdeckt dort eine große Minen-Anlage. In dieser wird ein Isotop des Stoffes Veridium gewonnen. Währenddessen gesellt sich ein Schiff zur Enterprise und eröffnet das Feuer.

Die Enterprise hält vorerst stand. Archer versucht unterdessen den Generator zu zerstören, bekommt aber gesagt, dass ein Schuss aus der Phasenpistole zu einer massiven Detonation führen würde, welche auch einen erheblichen Teil der Stadt in Mitleidenschaft ziehen würde. Also entschließt er sich dazu, den Generator von der Enterprise hinaus beamen zu lassen. Problem hierbei: Der Generator wird durch einen Energieschild geschützt. Also muss dieser erst deaktiviert werden. Doch dies ist natürlich mangels Sprachverständnis leichter gesagt, als getan. Es bleibt nur die Entscheidung zwischen Gelb oder Blau. Archer entschließt sich für Blau. Es ertönt ein Alarm und die Enterprise holt den Generator heraus. Jedoch schießt das feindliche Schiff weiterhin auf die Enterprise. T’Pol lässt den Generator zwischen die beiden Schiffe beamen, schießt mit mit einem Torpedo darauf und macht somit das gegnerische Schiff kampfunfähig. Archer kann unterdessen mit Riann aus der Anlage fliehen, sieht sich allerdings auf den Straßen der Akaali erneut Goros und seinen Männern gegenüber. Eine Schießerei ist die Folge, doch durch einen klugen Schachzug kann er die Gegner zum aufgeben bewegen. Diese fliehen allerdings durch einen Transporterstrahl auf das im Orbit befindliche Schiff, welches sogleich ebenfalls die Flucht antritt. Abschließend übernimmt die Crew die Abbauarbeiten der Anlage und übergibt der Apothekerin ein Heilmittel für die Krankheit. Ferner erklären sich die Vulkanier bereit die Heimatwelt der Akaali zu überwachen.

Die Saat
Die Minen-Anlage der Malurianer
Kritik

Insgesamt leider eine der schwächeren Episoden, welche zwar zuerst Andeutungen in Richtung „oberste Direktive“ macht, dann aber alles neutralisiert, weil „ist ja alles gut gegangen“! Zu schade, man hätte hier wirklich eine Episode mit einer tieferen Konsequenz erzeugen können, als dass auch ein „Spacecowboy“ Archer hier einmal einen Dämpfer erhält für seinen, manchmal zu großen, „Forscherdrang“. Ferner sehe ich in dieser Episode das Problem, dass die Kulisse etwas schwach war. Sie wirkte zwar stimmig, aber nicht wirklich neu. Sie war eher etwas altbacken und lieferte das Gefühl „hab ich schon mal irgendwo gesehen“. Gut, nicht alles ist schlecht. Der Soundtrack war durchaus stimmig und rundete die Szenerie ab. Ein weiterer Kritikpunkt: erneut kommt es zu einer Art Meuterei auf der Enterprise zwischen T’Pol und Trip.

Dies ist für mich in einer hierarchischen Kommandostruktur einfach unvorstellbar und nicht haltbar, denn immer und immer wieder eine solche Meuterei-ähnliche Szenerie würde zwangläufig zu einem Verfahren vor dem Kriegsgericht führen und schickt sich einfach nicht, vor allem nicht vor versammelter Mannschaft. Gut es passt hervorragend ins Profil von Trip, wirkt aber allmählich, in der doch noch so jungen Serie, schon nervig und unhaltbar. Weitere Kritik muss ich loswerden bei der Aktion an der Abhol-Stelle der Malurianer. Archer nimmt das Gerät des Malurianers, kann es sofort bedienen, weiß um dessen Funktion, kann aber im Kontrollraum der Mine kein Wort entziffern, geschweige denn die Anzeigen bedienen, weil er nicht weiß was für was ist. – Mhhhh……komisch. Also entweder leidet Archer an Begabungs-Demenz (lernt sofort und genau so schnell vergisst er es wieder), oder er ist ein Technik-Genie mit Einschränkungen bei der Größe der zu bedienenden Objekte. (klein ja – groß nein.) Nun ja, alles in allem eine leider zu altbackene Story mit viel Action und wenig Verstand. Gemischt mit Spacecowboy-Elementen á la Captain Kirk und einer verbrauchten Kulisse. Verzeiht mir meine sehr scharfe Kritik an dieser Folge. Ich liebe Enterprise, aber „Die Saat“ kann ich getrost vergessen.

Fazit: Ein an Demenz leidender Spacecowboy spielt Sherlock Holmes auf einem Stargate Planeten, rettet die Welt, ignoriert Ratschläge und hat einen mal wieder meuternden Ingenieur – na Klasse!

Der deutsche Titel

Nun ja, „Die Saat“, kann ich leider nur in eine Richtung interpretieren. Und zwar macht der Titel für mich nur beim siebenfachen-um-die-Ecke-denken dahingehend Sinn, dass „die Saat“, eventuell für die erste Aussaat der obersten Direktive stehen könnte. Mehr fiel mir tatsächlich nicht dazu ein. Was aber hier passt ist, dass der Titel wenigstens genau so schlecht, wie die Episode selbst ist. Wobei hingegen der Originaltitel „Civilization“, nochmals einen drauflegt und nochmals schlechter ist. Weil Zivilisation findet sich auf vielen Planeten und bildet hier keine Ausnahme. Aber was die Autoren sich dabei dachten, bleibt mit schlicht ein Rätsel.

Martin Kistner

Martin ist Jahrgang 1988 und neben seiner Leidenschaft für Star Trek auch Gamer, Modellbauer und Autor.
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Martin ist Jahrgang 1988 und neben seiner Leidenschaft für Star Trek auch Gamer, Modellbauer und Autor.

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