[Orion 3] Hüter des Gesetzes

In „Hüter des Gesetzes“ geraten Roboter außer Kontrolle. Sie haben die Herrschaft über eine Kolonie an sich gerissen. Doch McLane ist zur Stelle.

Orion, Folge 3
„Hüter des Gesetzes“

Hüter des GesetzesDie Handlung von „Hüter des Gesetzes“

Mitten in einem Vortrag über Robotertechnik erhält Major McLane einen Auftrag. In einem bestimmten Sektor sollen Raumsonden ausgenommen werden.

Die Mannschaft der Orion fügt sich den Befehlen mürrisch, da dies eher eine Aufgabe für Kadetten ist. Vor Ort besteigen Shubashi und Legrelle die Lancet 1 und beginnen mit der Arbeit.

In der Zwischenzeit nimmt ein Erzfrachter mit McLane Kontakt auf und berichtet von merkwürdigen Ereignissen. Statt Erz erhalte er auf Pallas nur eine Art Schutt. Kontakt zur dortigen Minenkolonie gäbe es auch nicht. McLane nimmt sich der Sache an, während Shubashi und Legrelle mit ihrer Arbeit fortfahren. Gleichzeitig erzeugen sie mit der Lancet ein Energiefeld, um zu verdecken, dass die Orion gar nicht mehr auf ihrer befohlenen Position ist.

Auf Pallas entdeckt die restliche Orionbesatzung, dass die Minenroboter sich entgegen ihrer eigentlichen Programmierung verhalten. Sie kontrollieren die Computer und zwingen die Kolonisten, in den Minen zu arbeiten.

Jagellovsk findet heraus, dass ein Streit die Ursache gewesen ist, bei dem Menschen getötet worden sind. Da die Roboter bestimmten Gesetzen folgen müssen und weder Menschen verletzen noch töten dürfen, hat der Zwischenfall ihre Programmierung umgepolt.

McLane stellt den Robotern eine Falle, um sie zu überwinden und die Kolonisten befreien zu können.

Anschließend steuert die Orion auf ihre eigentliche Position zurück. Da die Lancet durch das Täuschungsmanöver sehr schnell an Energie verliert, rettet McLane seine Schiffskameraden buchstäblich in letzter Sekunde vor dem Strahlungstod.

Hüter des GesetzesKritik

Gleich zu Beginn kommt etwas zur Sprache, was in der Science-Fiction-Literatur weltberühmt ist: Die asimov’schen Robotergesetze. Isaac Asimov beschrieb die drei Regeln bereits 1942 in seiner Geschichte „Runaround“. Sie lauten:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Es ist eine schöne Hommage an den genialen Schriftsteller, diese Gesetze hier aufleben zu lassen. Gleichzeitig sind diese Regeln auch hinreichend einfach formuliert, so dass sie tatsächlich allgemeine Gültigkeit haben könnten.

Bleiben wir bei den Robotern. Der sogenannte Standard-Roboter Gamma 7 hat einen linsenförmigen Körper, auf dem eine Art Zylinder sitzt. In diesem befinden sich Sensoren und eine Kontrollschaltung. Die Maschine bewegt sich auf einer Art Scheibe fort, welche über einen dünnen Metallarm mit ihrer Unterseite verbunden ist. An den Seiten besitzt der Roboter relativ kurze, aber sehr bewegliche Arme und Greifer.

Die Arme mit ihren seltsamen Werkzeugen und handähnlichen Greifern wirken etwas amüsant. Der Rest jedoch hat erstaunliche Überzeugungskraft. Die lautlose Fortbewegung, die an ein Gleiten auf einem Luftkissen erinnert und das Gefühl beobachtet zu werden, obwohl keine Augen sichtbar sind, erzeugen Beklemmung. Vor allem, wenn man weiß, dass die Roboter nicht mehr gehorchen. Die Stille und ihre gleichförmigen Bewegung lassen nicht erahnen, was geschehen wird. An dieser Stelle wird erkennbar, dass es meist gar keinen großen Aufwand braucht, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Mitunter ein Grund, warum mir diese Serie so gut gefällt. Trotz ihrer Einfachheit, wirkt sie zum Teil futuristischer als ein moderner, mit allen möglichen Spezialeffekten ausgestatteter, Film. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Roboter, Roboter, Roboter

Das Roboter-Thema ist zentral in dieser Folge. General Wamsler und Oberst Villa diskutieren über die Abhängigkeit der Menschheit von den Robotern. So hängt beispielsweise die Sicherheit der Erde von den metallenen Sklaven ab. Eine Fehlfunktion könnte zur Katastrophe führen. Die Ereignisse auf Pallas bekräftigen seine Zweifel. Durch einen Zwischenfall wurde die Programmierung umgekehrt. Die dort lebenden Menschen sind den Maschinen hilflos ausgeliefert. Dieses Problem der Abhängigkeit von Maschinen ist ein häufiges Thema in der Science-Fiction. Bis heute wird es in den verschiedensten Varianten immer wieder aufgegriffen.

Oberst Villa erwähnt die Unfehlbarkeit eines elektronischen Gehirns. Natürlich sind menschliche Gehirne anfälliger, allein schon aus charakterlichen und emotionalen Gründen. Der Roboter „kennt“ nur Einsen und Nullen, wie Jagellovsk beiläufig erwähnt. Das menschliche Gehirn ist jedoch ungleich komplizierter. Dennoch ist der Glaube an die Unfehlbarkeit von Maschinen gefährlich. Wer sich vollends in die Hände maschineller Diener begibt, gerät schneller in ausweglose Situationen, als ihm lieb ist. Es kann sogar ein kleiner Zwischenfall genügen, um eine Fehlfunktion auftreten zu lassen. Was dann geschieht, kann niemand voraussehen. Aus dem Beispiel von Pallas könnte man daher für die Zukunft mitnehmen, sich doch lieber mehr auf Menschen zu verlassen, als auf Maschinen.

Soviel zum Thema „Roboter“. Es gibt jedoch noch mehr erwähnenswerte Dinge in dieser Episode. Der Trick „Laurin lässt grüßen“ ist ein wunderbarer Einfall. Mittels eines Energiefeldes kann das Vorhandensein eines Raumkreuzers vorgegaukelt werden. Die Sensoren anderer Schiffe und Stationen werden somit getäuscht. Auch der Name des Tricks ist herrlich phantasievoll. Einziger Schwachpunkt ist der hohe Energieaufwand.

Ausflug ins All

Ebenfalls sehr gelungen ist der Weltraumspaziergang, den Atan Shubashi unternimmt. Der Schauspieler Friedrich Georg Beckhaus schafft durch langsame, schwimmende Bewegungen die Illusion eines Astronauten im freien Weltraum. Die einzige Anmerkung meinerseits wäre, dass nirgendwo eine Sicherheitsleine zu sehen ist.

Was die Charaktere betrifft, so verhalten sie sich alle in ihrer typischen Art und Weise. Mario de Monti legt mit seinem losen Mundwerk wieder los. Atan Shubashi reagiert wie gewohnt sehr pragmatisch. Cliff McLane ist seiner bestimmenden, leicht aufbrausenden Art und perfekter Gegenpol zu der kühlen, selbstbeherrschten Tamara Jagellovsk. Mit Helga Legrelle geht offenbar die Phantasie durch, als sie sich auf der Lancet in den wildesten Spekulationen über den Verbleib der Orion ergeht. Hasso Sigbjörnson wirkt wie ein alter Hase, der im Dienst der Schnellen Raumverbände im All ergraut ist und seine Gelassenheit nie verliert. Man merkt, dass die Charaktere in ihren Grundzügen beibehalten worden sind. Gleichzeitig ergibt sich inzwischen etwas mehr Tiefe.

Fazit

„Hüter des Gesetzes“ kann sich sehen lassen. Ein spannender Plot, der nicht nur fesselt, sondern einen auch zum Nachdenken bringt. Das macht Lust auf mehr Geschichten von der Orion und ihrer Besatzung.

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
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