[Prometheus Band 4] Prophezeiung

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Wie geht es weiter in „Prophezeiung“? Werden wir nun erfahren, warum die Außerirdischen die Menschheit in grauer Vorzeit vor der Auslöschung retteten und sie nun vernichten wollen?

Prophezeiung
© Splitter Verlag

Historische Rückblicke

Der Untergang der Titanic

„Prophezeiung“ beginnt mit einem verhältnismäßig langen Rückblick. Wir sehen die Titanic einen Eisberg rammen und dann sinken. Doch halt! Die Titanic ist nicht wirklich gesunken. Vielmehr haben wir einen wiederkehrenden Traum gesehen, der den Kapitän der Titanic quält. Doch gibt es tatsächlich Probleme. Die Titanic wird von einem Schiff verfolgt, von dem man nur das Kielwasser sehen kann. So sehr das Schiff auch beschleunigt, kann es seinen Verfolger nicht abschütteln.

Kapitän Smith hat vor einem Jahr bereits eine ähnliche Situation erlebt, als er mit der Olympic, dem Schwesterschiff der Titanic, ebenfalls von einem solchen Boot verfolgt und schließlich gerammt wurde. So fährt die Titanic nun mit 22 Knoten durch die Nacht. Durch missverstandene Eisbergmeldungen kommt es schließlich zur berühmten Katastrophe. Da im Spiegel des Kapitäns ein fremdes Wesen zu sehen ist und auch ein Shuttle in der Nähe gesichtet wird, ist eindeutig, dass Außerirdische in die Sache verwickelt sind.

Die Konquistadoren in Panama

Und wieder begleiten wir unsere Konquistadoren durch das Panama des frühen 16. Jh. Nach einem Angriff von Kannibalen kann sich nur eine Handvoll Konquistadoren in eine Höhle retten. Einer von ihnen, der kürzlich in einer Stadt der indigenen Bevölkerung gewesen ist, in der sich ein teuflisches Wesen in einer spanischen Rüstung spiegelte, verhält sich seltsam. Nachts tötet er einen seiner Gefährten, bevor er sich auszieht und sich ins Meer begibt, wo er vermutlich ertrinkt. Zuvor gibt er Sätze von sich, die scheinbar von Prometheus ausgesprochen werden. Es geht um schreckliche Geschöpfe des 13. Tages, die er für Kreaturen des Zeus hält.

Auf der anderen Seite des Spiegels

Ein Expertenteam hat derweil eine Sonde durch einen flüssigen Spiegel herabgelassen, der sich unter einem blauen Loch bei den Bahamas befindet. Zu ihrer Überraschung stellen die Teammitglieder fest, dass sich auf der anderen Seite des Spiegels eine US-amerikanische Stadt befindet. Später stellt sich heraus, dass es sich dabei um Providence (Vorsehung) handelt. Da alles deutlich verwildert und menschenleer ist, scheint sich hier eine Katastrophe ereignet zu haben. Die Sonde zeigt eindeutig Bilder einer post-apokalyptischen Welt.

Ein Mitglied des Forschungsteams vermutet auf Basis einer neueren Theorie, dass es sich bei dem Spiegel um ein Wurmloch handelt, das zwei Universen miteinander verbindet, von denen das eine aus Materie und das andere aus Antimaterie besteht. Als die Sonde wieder hochgezogen werden soll, ist das Seil sauber durchtrennt. Hat es jemand gekappt oder kann man den Spiegel nur in eine Richtung durchqueren?

Allen Gefahren zum Trotz beschließt ein Teil der Männer, den Spiegel zu durchqueren. Auf der anderen Seite treffen sie auf einen berühmten Golfspieler, der sich schon seit zwei Monaten alleine in der Stadt befindet. Als ein Überlebender der Flugzeugabstürze hatte er sich bereits in Bd. 3 auf einer Insel wiedergefunden, wo er ein Raumschiff oder eine Station fand. Dort entdeckte er den Spiegel, durch den er nach Providence kam. Wenn er aber erst vor wenigen Tagen mit dem Flugzeug abstürzte, wie kann er dann seit zwei Monaten in Providence sein?

In Bd. 3 ist das U-Boot, dem das deutsche U-Boot aus dem 2. Weltkrieg begegnet ist, versehentlich ebenfalls durch einen Spiegel gereist und findet sich nun im Amazonas wieder. Nachdem die Besatzung Kontakt zur Regierung der USA aufgenommen hat, kommen Sondereinheiten und nehmen alle Männer aus dem U-Boot gefangen.

Prometheus und Herkules

Endlich geht es auch mit dem Namenspatron unserer Geschichte weiter. Denn Herkules kämpft sich durch Wind und Wetter, um Prometheus von seinen Ketten zu befreien. Es scheint eine Art Verbindung zwischen dem Sohn des Zeus und dem Titanen gegeben zu haben, da sich Prometheus darüber freut, dass Herkules ihn verstanden habe.

Die 13:13 Uhr-Katastrophen

Durch die Katastrophen, die sich jeden Tag um 13:13 Uhr ereignen, stürzt die Welt zunehmend ins Chaos und soziale Unruhen bahnen sich an. Ein Überlebender eines der Flugzeugabstürze bekommt plötzlich Visionen von einer außerirdischen Invasion und klärt eine Journalistin über das von ihm Gesehene auf. Da er sich dabei wie geistig verwirrt benimmt, wird seine Warnung nicht ernst genommen.

Am achten Tag brechen um 13:13 Uhr plötzlich weltweit Menschen zusammen, da ihre Herzschrittmacher versagen. Denn alle Batterien der Welt fallen für 13 Minuten und 13 Sekunden aus. Natürlich führen die Todesfälle zu zahlreichen Unfällen, wodurch insgesamt wieder über 2 Millionen Menschen sterben.

Colin, der einzige Überlebende der Besatzung des Space Shuttles, der einen Außerirdischen im Spiegel gesehen hatte und seitdem alles spiegelverkehrt sieht, ist nicht mehr der Alte. Seine Frau und sein Hund erkennen ihn kaum wieder. Als sein Hund ihn zum wiederholten Male beißt, tötet Colin ihn auf bestialische Weise und wird auch gegenüber seiner Frau gewalttätig. Später sagt er dieselben Sätze über die schrecklichen Geschöpfe des 13. Tages, die schon der Konquistador von sich gegeben hat. Wie dieser spricht Colin aus der Perspektive des Prometheus und versucht, sich im Meer zu ertränken. Dies scheitert an seiner Therapeutin, die ihn sieht und rettet.

Die Zahl 13

Weshalb sind die Außerirdischen so auf die 13 fixiert, dass sie jeden Tag um 13:13 Uhr Dinge geschehen lassen? Eine Beraterin des US-Präsidenten versucht sich in Numerologie und erinnert ihre Kolleginnen und Kollegen an die Bedeutung der 13 in verschiedenen Kulturen. Aufgrund der großen Symbolik, die mit dieser Zahl verbunden ist, ist die Beraterin davon überzeugt, dass die Außerirdischen diese Zahl bewusst wählten. Auch vermutet sie, dass die Serie der Katastrophen vermutlich 13 Tage andauern wird. Erfolgt am 13. Tag die Invasion?

Die Prophezeiung

Der Titel dieses Bandes bezieht sich auf die Visionen, die verschiedene Menschen von den Geschöpfen des 13. Tages und der Invasion haben.

Mein Eindruck von „Prophezeiung“

Auch dem vierten Band der „Prometheus“-Reihe gelingt es, das hohe Niveau der vorherigen Bände zu halten. Und mit Prometheus und Herkules geht es endlich auch mit dem mythologischen Erzählstrang weiter. Welche Ziele verfolgen der Halbgott und der Titan?

Aufgrund vielerlei Einzelinformationen scheint mittlerweile klar zu sein, dass Menschen und Außerirdische keinen Direktkontakt überleben. Während die Körper der Menschen regelrecht platzen, wenn sie den Außerirdischen zu nahekommen, fallen diese in ein Koma. Hängt dies vielleicht mit der Theorie der zwei Universen zusammen? Platzen die Menschen, weil bei Treffen mit Außerirdischen Materie auf Antimaterie trifft?

Das größte Geheimnis dürfte aber das folgende sein: Wie kommt es, dass mehrere Astronauten unabhängig voneinander berichten, auf dem Mond den Weihnachtsmann gesehen zu haben?

Fragen über Fragen. Vielleicht wird Bd. 5, der den Titel „Sarkophag“ trägt, manches aufklären.

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Michael Kleu

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Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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