Spotlight: Robert A. Heinlein

Lesezeit circa: 6 Minuten

Geboren am 07. Juli 1907, gilt Robert A. Heinlein als einer der größten Science-Fiction-Autoren überhaupt.

Robert A. HeinleinDas Militär ruft!

Viele Fans des Science-Fiction-Genres sind sich darin einig, dass es ein Dreigestirn an englischsprachigen Schriftstellern gibt, die diese literarische Kategorie maßgeblich beeinflussten. Der eine ist Isaac Asimov, bekannt für seine Robotergesetze und seine »Foundation«-Sage. Der andere war Arthur C. Clarke, der unter anderem »2001: Odyssee im Weltraum« schrieb, das Buch zum gleichnamigen Film. Und anschließend ist da auch noch Robert A. Heinlein, berühmt für »Methusalems Kinder« oder »Starship Troopers«.

Geboren wurde der Autor als Drittes von sieben Kindern. Seine Eltern waren Rex Ivar Heinlein und Bam Lyle Heinlein. Seine Familie hatte deutsche Wurzeln und die Tradition, dass die diversen Familienmitglieder seit dem Unabhängigkeitskrieg in jedem amerikanischen Krieg mitkämpften. Dementsprechend war es auch kein Wunder, dass Robert 1924 nach seinem Abschluss an der Central High School in Kansas City zum Militär wollte. Er versuchte, sich bei der US Naval Academy in Annapolis einzuschreiben, doch da sein älterer Bruder Rex ebenfalls auf der Akademie Student war, griff eine Regel, dass Familienmitglieder nicht auf demselben Bildungsinstitut sein durften. Stattdessen schrieb er sich am Kansas City Community College ein und begann gleichzeitig, beim damaligen Senator des Staates Kansas sich dafür einzusetzen, dass er trotzdem auf die Akademie durfte. Was ihm auch ein Jahr später gelang!

1929 schloss er seine Ausbildung an der Akademie ab. Er hatte das Äquivalent eines Bachelor-Abschlusses in Ingenieurswissenschaften und war der fünfte in seiner Klasse, wobei diese auf Grund einiger Disziplinarstrafen »nur« die 20. von insgesamt 243 wurde. Danach wurde Heinlein Ensign (Fähnrich) in der Navy, wobei er im Laufe seiner Zeit beim Militär bis in den Rang eines Leutnants aufsteigen konnte.

Schreiben, um zu leben

Im selben Jahr heiratete er auch zum ersten Mal. Seine Ehe mit Elinor Curry hielt allerdings nicht lange und 1930 wurden sie geschieden. 1932 heiratete der Autor erneut. Dieses Mal war seine Ehefrau Leslyn MacDonald, die, anders als er, der zu jenem Zeitpunkt sehr liberale Positionen einnahm, eine Republikanerin war.

1939 wurde er aus der Navy entlassen. Grund dafür war eine Tuberkolose, die er sich zuzog. Derweil er sich bettlägerig von der Krankheit erholte, entwickelte er ein Design für ein Wasserbett. Nach seiner Genesung und einem kurzen Versuch zu studieren, versuchte er, in die Politik zu gelangen. So kandidierte er für die California State Assembly, allerdings am Ende erfolglos.

Der Wahlkampf kostete Geld. Und auch, wenn er von der Navy eine kleine Pension erhielt und bereits früher etwas Vermögen investiert hatte, lastete auf seinem Heim eine Hypothek, die er mit seinem herkömmlichen Einkommen nicht abbezahlen konnte. Weshalb er 1939 damit anfing, zu schreiben. Gleich seine erste Geschichte »Lebenslinien« war ein Erfolg, da er sie zu einem sehr guten Preis an das »Astounding«-Magazin verkaufen konnte.

Neue Arbeitsbereiche braucht der Heinlein

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Luft- und Raumfahrtechniker für die Navy. In diesem Zeitraum rekrutierte er auch Isaac Asimov und L. Sprague de Campe für die Arbeit in der Philadelphia Naval Shipyard in Pennsylvania. Beide wurden später zu erfolgreichen und berühmten Autoren.

Als der Krieg vorbei war, fing Heinlein damit an, sich und seine Karriere neu aufzubauen. Er begann, nonfiktionale Texte zu aktuellen Themen zu schreiben, während er gleichzeitig versuchte, mit seinen Erzählungen in andere Märkte als den Pulpmarkt vorzudringen, für den er bisher geschrieben hatte. Das geschah 1947 mit der Geschichte »Die Grünen Hügel der Erde«, die in der Saturday Evening Post abgedruckt wurde. Er war damit der erste Sci-Fi-Autor, der aus dem sogenannten »Pulp-Ghetto« ausbrach. Ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere war der Film »Destination Moon«. Für diesen Streifen verfasste er nicht nur die grundliegende Story und das Szenario, sondern wirkte ebenfalls am Drehbuch mit und dachte sich viele Effekte aus, die man im Film zu sehen kriegte. Der Lohn der Mühen war der Oskar für Spezialeffekte.

Doch während die Dinge sich beruflich positiv entwickelten, sah es privat anders aus. Seine Ehe mit Leslyn MacDonald war in die Brüche gegangen, da seine Ehefrau zur Alkoholikerin wurde. 1947 ließen sie sich scheiden.

Beliebt bei jedermann

Doch Robert A. Heinlein blieb nicht lange alleine. Schon ein Jahr später heiratete er seine langjährige Freundin Virginia »Ginny« Gerstenfeld. Beide blieben bis zu seinem Tod im Jahr 1988 verheiratet. Sie diente ihm als Vorlage für seine vielen intelligenten und unabhängigen Frauenfiguren.

Während all dieser Zeit fing er auch damit an, Jugendbücher zu schreiben. Diese Bücher wurden für die Charles Scribner‘s Sons Verlagsgesellschaft geschrieben. Bis ins Jahr 1959 hielt diese Zusammenarbeit, bis der Autor »Starship Troopers« schrieb. Der Verlag lehnte den Band als zu kontrovers ab, wodurch die Kooperation endete.

Robert A. Heinlein kam danach bei dem Putnam-Verlag unter, wo er anfing Romane zu schreiben, die den Leser herausforderten. Er scheute sich nicht vor kontroversen Themen und behandelte unter anderem diverse Thematiken, wie Inzest oder wie der Fortschritt in Wissenschaft und Technik die Zukunft von Politik, Rasse, Religion und Sexualität bestimmen würde. Gleichzeitig veränderte sich auch seine politische Orientierung im Laufe der Jahre. War er zu Beginn seiner Karriere noch liberal, drückte er in den 1940ern und 1950ern eindeutig konservative Gedanken aus. So war er für den Vietnam-Krieg. Trotzdem wurden einige seiner Werke sowohl von der Hippie-Kultur, als auch von Libertarianern als Ausdruck ihrer Ideen angenommen.

Ein großer Schriftsteller tritt ab

Ab den 1970er-Jahren wurde Heinlein wiederholt krank. Er hatte eine Bauchfellentzündung und brauchte Bluttransfusionen. Was für ihn Anlass war, in den späteren Jahren Reklame für Blutspenden zu sammeln, um damit das System zu unterstützen, welches sein Leben rettete. Er unterzog sich einer der allerersten Bypass-Operationen überhaupt, was erneut die nötige Energie gab, um weiterhin als Autor zu arbeiten. All dies sorgte am Ende dafür, dass er noch lange leben konnte. Er starb 1988 im Alter von 80 Jahren an einem Herzfehler und einem Emphysem.

Hierzulande wird das Werk des Autors vom Heyne-Verlag herausgebracht. Dieser bringt die vielen und diversen Geschichten wiederholt neu heraus. Einfach die Augen offenhalten und zugreifen.

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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.
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