Spotlight: Samuel L. Jackson

Lesezeit circa: 6 Minuten

Happy F*cking Birthday, Meister Windu! – Samuel L. Jackson wird 71.

Samuel L. Jackson
Ordell Robbie (Jackie Brown)

Vielleicht mag die Titelzeile dem einen oder anderen ungewöhnlich ordinär für diese Website vorkommen, doch es gibt Anspielungen, auf die man nur schwerlich verzichten kann: Jenes unanständige Wort, das mit dem Buchstaben „F“ beginnt und die Endung „ck“ aufweist, ist im Laufe der Karriere exemplarisch geworden für das heutige Geburtstagskind, den Schauspieler Samuel L. (für „Leroy“) Jackson, der am 21. Dezember 1948 geboren wurde und somit sein 71. Wiegenfest begeht.

In einer seiner berühmtesten Rollen, der des weisen Jedi-Meisters Mace Windu in den Episoden I-III der „Star Wars“-Prequel-Trilogie zwischen 1999 und 2005, ist das Schimpfwort kein einziges Mal zu hören, dafür jedoch in Jacksons zahlreichen anderen Filmen wie „Pulp Fiction“ (1994), „Tödliche Weihnachten“ (1994) oder „Shaft – Noch Fragen?“ (2000) umso häufiger.

Mace Windu war übrigens einer der allerersten Charaktere aus der Star Wars-Prequel-Trilogie, dessen Name schon vor dem Filmstart von „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ bekannt wurde: Eine der allerersten zum Film veröffentlichten Actionfiguren bildete den neuen Jedi-Meister nach, dessen Namen übrigens bereits in George Lucas‘ frühesten Entwürfen für seine damals noch lediglich im Planstadium befindliche Saga genannt wird.

Auch die zweite bekannte Rolle von Samuel L. Jackson in den Welten der Nerds und Geeks ist wohlbekannt: Es handelt sich dabei natürlich um den ehemaligen Spezialagenten Nick Fury, den er seit seinem ersten Auftritt im Film „Iron Man“ im Jahr 2008 seitdem weitere 11 Male verkörpert hat. Der Leiter der Geheimdienstorganisation S.H.I.E.L.D. war übrigens bei seinen ersten (Comic-) Auftritten weiß und wurde erst später als Afro-Amerikaner dargestellt, was sicherlich zumindest in Teilen an Samuel L. Jackson lag, der als ausgesprochene Wunschbesetzung galt.

Samuel L. Jackson
Jules Winnfield (Pulp Fiction)

Schauspieler dank der Tante

Dass er eine Schauspielkarriere einschlug, verdanke er in erster Linie seiner Tante, äußerte Samuel L. Jackson vor einigen Jahren einmal in einem Interview. Die gute Frau war Lehrerin im US-Bundesstaat Tennessee, in dem Jackson bei seiner Familie aufwuchs, und inszenierte in ihrer Schule häufig unterschiedliche Theaterstücke mit ihren Schülern, und immer wieder mangelte es an Darstellern. Daher griff sie recht häufig auf ihren Neffen zurück, der ein ausgesprochenes schauspielerisches Naturtalent war. Außerdem erwies sich das Theaterspielen als höchst probates Mittel gegen das Stottern des jungen Samuel.

Die eigentliche Liebe des Jugendlichen jedoch gehörte der Musik, und er hatte ursprünglich Trompeter in einem Orchester werden wollen. Trotzdem entschied er sich in seiner Collegezeit für ein ganz anderes Fach: Die Meeresbiologie nämlich. Im Zuge seines besagten Stotterns allerdings besuchte er in dieser Zeit einen Kurs über öffentliches Reden, und der Dozent des Kurses plante eine Aufführung von Bertolt Brechts und Kurt Weills berühmter „Dreigroschenoper“, in der Jackson mitwirkte. Von da an sattelte er auf Theaterwissenschaften um.

Samuel L. Jackson
Mace Windu (Star Wars)

Aktiv für die Menschenrechte

Während Jacksons Zeit am College kam es am 4. April 1968 zur Ermordung des schwarzen Bürgerrechtlers Dr. Martin Luther King. Der damals 19-jährige Jackson war zu dieser Zeit Mitglied der Black-Power-Organisation und hielt zusammen mit Gleichgesinnten Mitglieder des Kuratoriums des Morehouse College in Atlanta, an dem er studierte, als Geiseln fest, um dadurch Reformen des Lehrplans des Colleges durchzusetzen. In Folge dessen wurde er zwei Jahre lang vom College suspendiert und schloss sein Studium der Theaterwissenschaften erst im Jahr 1972 ab. Anschließend war er zunächst etliche Jahre an unterschiedlichen Theaterbühnen zu sehen.

Durchbruch mit „Pulp Fiction“

Obwohl Samuel L. Jackson bereits seit dem gleichen Jahr zunächst in kleineren Rollen im TV (unter anderem 1987 neben Hauptdarsteller Avery Brooks [Commander bzw. Captain Sisko aus „Star Trek: Deep Space Nine“] in der Fernsehadaption von „Onkel Toms Hütte“) sowie in verschiedenen erfolgreichen Kinofilmen wie „Der Prinz aus Zamunda“ (1988) neben Eddie Murphy, „Die Stunde der Patrioten“ (1992) mit „Han Solo“-Darsteller Harrison Ford oder Steven Spielbergs „Jurassic Park“ (1993) zu sehen war, blieb er doch zunächst der ewige Nebendarsteller.

Das änderte sich erst, als der exzentrische Filmemacher Quentin Tarantino den quirligen Schauspieler 1994 für seinen starbesetzten Kult-Film „Pulp Fiction“ für die (Haupt-) Rolle des Jules Winnfield engagierte (2012 und 2015 war er mit Rollen in „Django Unchained“ und „The Hateful Eight“ in zwei weiteren Tarantino-Filmen zu sehen).

Ab da sah man Jackson auch zunehmend in Hauptrollen und er dürfte heutzutage als einer der bekanntesten Hollywood-Schauspieler überhaupt gelten. Nach und neben seinen Auftritten in „Star Wars“ und den Filmen des „Marvel Cinematic Universe“ sah man ihn in den letzten Jahren in so unterschiedlichen erfolgreichen Filmen wie „Kingsman: The Secret Service“ (2014), Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ (2016) oder M. Night Shyamalans „Glass“ (2019). Während Jacksons „Star Wars“-Charakter Mace Windu 2005 in „Die Rache der Sith“ den Leinwand-Tod starb, ist das neuerliche Auftauchen seines „Marvel“-Charakters Nick Fury in weiteren Filmen der Reihe mittlerweile eine beschlossene Sache.

Samuel L. Jackson
Nick Fury (Marvel Cinematic Universe)

Samuel L. Jackson privat

So rau der Star in vielen seiner Filme daherkommt, so frei von Skandalen ist er in seinem Privatleben. Seit fast 40 Jahren, seit 1980, ist er mit seiner Schauspielkollegin LaTanya Richardson („Mütter und Töchter“, 2009) verheiratet. Die beiden haben die gemeinsame Tochter Zoe Jackson, welche Koch- und Backsendungen für das US-Fernsehen produziert.

An seinem heutigen Geburtstag wünschen wir von warp-core.de dem Star schon obligatorisch, dass die Macht immer mit ihm sein möge.

Samuel L.  Jackson in der IMDb.

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Thorsten Walch

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Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im letzten November im Mülheimer iFuB-Verlag erschienen ist. Bei warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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