Auf der Koloniewelt Chione stoßen die Siedler auf rätselhafte Ruinen und Xenomorphe.
Handlung
Nachdem die Erde von Xenomorphen heimgesucht wurde, beschäftigt sich der Wissenschaftler David Serada mit der Erforschung intelligenter außerirdischer Lebensformen. Im Chione-System sind irdische Siedler auf eine antike Fundstätte gestoßen, die er untersuchen soll. Begleitet wird er von Dr. Teresa Fante, welche die Formalitäten mit den Siedlern von Honito Enterprises klären soll. Die beiden sowie der Rest der Vidar-Crew werden von Gary Lowenger und Chester Adnour auf dem Planeten begrüßt, welche sie jedoch in eine Falle locken und allesamt erschießen.
Einzig Serada steigt aus dem Massengrab auf, da er ein Androide ist. Er macht sich auf den Weg zu dem Canyon, in dem die archäologische Fundstätte liegt. Dort empfängt er den Hilferuf von Andrea – einer weiteren Siedlerin, die von Xenomorphen belagert wird. Auf dem Weg zu ihr entdeckt er eine Gruppe von Siedlern, die sich in einer Höhle versteckt hat. Darunter Gary und Chester, welche sich kaum noch an ihre Bluttat erinnern können. Von den anderen erfährt David, dass irgendetwas einen mentalen Einfluss auf alle Menschen ausübt und sie zu irren Taten treibt. Darunter die Freilassung der Xenomorphe.
Der Android will immer noch Andrea retten, wobei ihn die meisten anderen Überlebenden begleiten. Gary will damit den Mord an der Vidar-Crew abbüßen, wobei er den Heldentod stirbt. Chester hingegen denkt nur an sein eigenes Überleben und macht sich allein auf in Richtung Ausgang. Diesen findet er jedoch nicht, sondern tritt einer unheimlichen fremden Entität gegenüber, die ihn in weißes Licht hüllt. Die gesuchte Andrea ist zwischenzeitlich von Xenomorphen getötet worden, sodass Serada mit den letzten zwei überlebenden Frauen auf dem Planeten zurückbleibt.
Rezension von Aliens – Nekropolis
Im Prolog des Comics wird rückblickend geschildert, wie die Erde einer Alien-Invasion ausgesetzt war. Das ist erst mal ein ordentlicher Brocken, den die Leserschaft schlucken muss. Dabei spielt das alles eigentlich keine Rolle für die Haupthandlung, welche unglücklich mit Seradas Suche nach Andrea beginnt. Warum hier der Mittelteil der Handlung vorangestellt und später noch einmal wiederholt wird, ist nicht nachvollziehbar. Es wäre besser gewesen, die Handlung chronologisch zu erzählen, denn so ist von Anfang an klar, dass Serada am Leben bleibt.
Nachdem die Crew der Vidar kurz vorgestellt wird, folgt gleich der nächste harte Brocken, denn alle werden gleich nach ihrer Ankunft über den Haufen geschossen. Die Ermordung sämtlicher Protagonisten zu einem solch frühen Zeitpunkt erinnert ein wenig an Alfred Hitchcocks Psycho (1960). Lediglich David Serada überlebt, da er sich als Android entpuppt. Damit das nicht zu früh offensichtlich wird, hat er im Gegensatz zu anderen Androiden rote statt weiße Hydraulikflüssigkeit. Doch aufgrund des Spoilers zu Beginn hätte man sich diesen Kniff sparen können.
Die Auflösung, warum die Siedler die Vidar-Crew erschossen haben, ist ebenfalls nicht zufriedenstellend. Sie standen unter dem Einfluss einer außerirdischen Entität, welcher sie dienen wollten. Warum diese nicht auch die Neuankömmlinge unter ihre Kontrolle bringt, erschließt sich nicht. Über die Erbauer der antiken Anlagen wird zudem absolut nichts preisgegeben. Wer waren sie und warum haben sie Ovomorphe gelagert? Nur um Äonen nach ihrem Aussterben potentielle Siedler zu ärgern? Um die Ingenieure aus Prometheus (2012) handelt es sich jedenfalls nicht. Deren Architektur ist eine völlig andere und außerdem haben die auch keine Gedankenkontrollgeräte.
In diesem Comic bleibt alles sehr vage und ergibt wenig Sinn. Eine fremde Welt voller Mysterien ist nur so lange spannend, wie Hoffnung auf eine Auflösung besteht. Diese wird leider enttäuscht. Der Bezug zu den Alien-Filmen ist zudem eher locker, obwohl LV-426 zumindest erwähnt wird. Die Xenomorphe von Chione weichen hingegen durch ihre Mandibeln stark von den üblichen Exemplaren ab, die eher an Predaliens erinnern. Serada vermutet eine Subspezies oder einen Phänotyp, doch das passt nicht so ganz zum Kanon. Xenomorphe adaptieren nämlich einige Merkmale ihrer Wirte und da diese Exemplare aus Menschen geschlüpft sind, müssten sie ganz normal aussehen.
Weiterhin verhalten sich die Xenomorphe untypisch und töten alle Menschen, statt sie als Wirte zu entführen. Woher so viele Exemplare kommen, bleibt ebenfalls ungeklärt, da die menschliche Kolonie eher klein war und die wenigen Überlebenden gnadenlos abgeschlachtet werden. Die Suche nach Andrea endet dementsprechend wenig überraschend tragisch, und die einzige Überraschung ist, dass am Ende überhaupt drei Personen überleben, die Chione mit der Vidar verlassen.
Schlichte Charaktere in faszinierender Umgebung
Während die Handlung nicht wirklich viel zu bieten hat, kann immerhin der Zeichenstil weitgehend überzeugen. Die Charaktere sind zwar etwas cartoonhaft, was darin gipfelt, dass sie aus der Ferne nur noch Knopfaugen haben, aber alles andere sieht durchaus sehr gut aus. Vor allem das Labyrinth fasziniert durch seine Fremdartigkeit. Architektur liegt dem Zeichner ebenso wie Raumschiffe und Fahrzeuge. Die Vidar erinnert optisch etwas an die Sulaco, kann aber eigenständig auf Planeten landen.
Die Kolorierung hebt den Gesamteindruck schlussendlich noch einmal deutlich an. Es ist überwiegend mit weichen Farbverläufen gearbeitet worden und es mangelt weder an Leucht- noch an Glanzeffekten. Hin und wieder gibt es ein paar klare Farbabstufungen, aber das schmälert das Gesamtbild kaum. Die Covergestaltungen können sich ebenfalls sehen lassen.
Fazit: Was sollte das denn?
Der große Wurf ist der Comic nicht gerade. Die präsentierte Welt entspricht überhaupt nicht dem Kanon und führt eine neue Spezies ein, die nicht wirklich ergründet wird. Zumindest grafisch kann Nekropolis jedoch weitgehend überzeugen, sodass sich der Kauf wenigstens für das visuelle Vergnügen lohnt.
Erschienen ist die deutsche Ausgabe bei Cross Cult unter anderem als hochwertiger Hardcover-Band.
Info
Autoren: John Arcudi
Zeichner: Zach Howard
Farben: Wes Dzioba
Verlag: Cross Cult
Sonstiges: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story3/10
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Zeichenstil7/10
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Kolorierung9/10
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