Hicks und Newt fliegen zur Heimatwelt der Xenomorphe.
Handlung
Auf der Erde bekommen immer mehr Menschen Alpträume von Xenomorphen. Sie schließen sich der neuen Religion des Fernsehpredigers Salvaje an. Als dieser genügend Anhänger um sich geschart hat und von der Existenz einer Alienkönigin in einer Forschungsanlage des Bionational-Konzerns erfährt, lässt er diese überrennen, um die Königin zu befreien. Er selbst und seine Jünger lassen sich freiwillig von Facehuggern befruchten. Zuvor kämpft in dieser Forschungseinrichtung der Raumfahrer James Likowski um sein Leben, der im Erdorbit mit einem Facehugger im Gesicht geborgen wurde. Ein Kampf, den er verliert.
Corporal Hicks und Newt sind unterdessen mit einem Trupp Marines auf dem Weg zum Heimatplanet der Xenomorphe. Unterwegs verliebt sich Rebecca in den jungen Soldaten Butler. Doch es geschehen auch grauenvolle Dinge an Bord des Raumschiffs Benedict. Ein Besatzungsmitglied wird ermordet und aus einer Luftschleuse geworfen. Der Täter lässt es nach einem Unfall aussehen. Doch als die Kommunikationsoffizierin bemerkt, dass das Raumschiff verfolgt wird, schlägt der Mörder erneut zu. Es handelt sich um den Missionsleiter Stephens, der seine Crew an Captain Massey verraten hat. Dieser arbeitet für einen Konzern und übernimmt das Militärschiff. Da Stephens sämtliche Waffen sabotiert hat, können die Marines nichts dagegen tun. Als nächstes sollen sie als Köder für die Xenomorphe dienen.
Rezension von Aliens Nr. 2
Die Reise zur Heimatwelt der Xenomorphe verläuft nicht ganz so, wie man es erwartet. Nicht nur wegen der Verfolger, die schon recht früh im Comic losschlagen wollen, sich dann aber noch ein paar Tage Zeit lassen. Die Crews beider Raumschiffe legen sich nicht in Cyroschlafkapseln, sondern sind die ganze Zeit über wach. Anscheinend haben die Menschen schnellere Antriebe entwickelt, denn die lange Reise dauert nur noch wenige Tage statt Monate oder gar Jahre. Erklärt wird dies nicht.
Die Affäre von Newt mit einem Marine ist etwas creepy, da im ersten Band angedeutet wurde, dass sie noch minderjährig ist. Hicks betrachtet ihre Affäre daher durchaus berechtigt mit Argwohn. Mit dem Misstrauen gegenüber seinem Vorgesetzten Stephens hat er jedenfalls Recht, denn der verrät seine Crew an Massey. Da dieser dem Verräter ebenfalls misstraut, besteht Stephens Lohn aus seiner Erschießung. Die anderen dürfen vorerst noch am Leben bleiben – als Köder für die Aliens.
Auf der Erde kämpft derweil James Likowski um sein Leben und kann scheinbar aus der Forschungseinrichtung entkommen, indem er einem Arzt die Waffe klaut und ein Blutbad anrichtet. Er beschafft sich ein Auto, das von einem Helikopter verfolgt wird. Als Likowski den Wagen wendet, rammt der Hubschrauber aus unerfindlichen Gründen ein Gebäude. Dieser Logikfehler könnte damit erklärt werden, dass James seine Flucht, an deren Ende er in den Armen seiner Frau landet, nur geträumt hat.
Fans der Serie Twilight Zone dürfte dies bekannt vorkommen. Im Prinzip ist die Nebenhandlung eine Nacherzählung der Episode Zwischenfall auf der Eulenfluss-Brücke (1962), in der ein Mann an einer Brücke gehängt werden soll. Das Seil reißt, der Mann flüchtet und muss sich seinen Weg freikämpfen. Am Ende fällt er seiner Frau in die Arme, doch in diesem Moment wacht er aus dem Traum auf, befindet sich wieder am Galgenstrick, der diesmal nicht reißt. Das Seil wurde im Comic durch den Chestburster ersetzt, aber sonst ist der Plot identisch, um nicht zu sagen ein Plagiat!
Der dritte Handlungsbogen ist derweil absolut konfus und überflüssig. Der TV-Prediger Salvaje erfährt von einer Alienkönigin auf der Erde, woraufhin sein gesamter Kult faktisch Massenselbstmord begeht. Man kennt es ja von Sekten wie den Sonnentemplern, dem Peoples Temple oder Heaven’s Gate. Der Hintergrund ist im Comic allerdings recht wirr. Scheint es zunächst so, als übe der Guru Salvaje einen hypnotischen Einfluss auf sein Publikum aus, kommt am Ende heraus, dass er und alle anderen unter der telepathischen Kontrolle der Alienkönigin standen.
Moment mal: Das ist nicht Kanon! In keinem der Filme übt eine Alienkönigin telepathische Massenkontrolle über Menschen aus. Eine übersinnliche Verbindung scheinen Königinnen nur zu ihren Drohnen und Kriegern zu haben. Erst in der Serie Alien: Earth (2025) baut ein Alien offenbar eine Verbindung zu einem synthetischen Hybridkind auf, was ebenfalls obskur ist und nicht näher erklärt wird. Die Massenkontrolle im Comic ist allerdings auch in sich nicht logisch. Warum beeinflusst die Königin nicht das Personal der Forschungseinrichtung, um ihre Freilassung zu erwirken? Und ist sie überhaupt intelligent genug, um das menschliche Konzept von Religion zu verstehen und sich eine TV-Sendung auszudenken? Das sind für Xenomorphe doch völlig unbekannte und abstrakte Konzepte! So wirklich warm wird man mit diesem Handlungsbogen jedenfalls nicht.
Coole Aliens, mäßige Erdlinge
Die Aliens und vor allem ihre Königin sind tatsächlich grafisch sehr gut umgesetzt und durchaus detailreich. Zumindest etwas Filmatmosphäre kommt daher schon auf. Hicks ähnelt Michael Biehn dagegen überhaupt nicht und mit einer schwarzhaarigen Newt kann man sich auch nicht so recht anfreunden. Die Raumschiffe und Fahrzeuge entsprechen nicht den Designvorgaben der Filme. Gleiches gilt für die Waffen. Völlig unpraktisch wirken die langen Capes an den Schutzanzügen der Ärzte im Forschungszentrum. Die müssten sich doch permanent darin verheddern.
Farblich ist der Comic ein Produkt der 1980er. Es gibt nur wenige Verläufe, meist sind die knalligen und zumeist unpassenden Farben vollflächig aufgetragen. Die Heimatwelt der Aliens besteht aus bunten Wirbeln, was komplett unrealistisch aussieht. Immerhin hat man es bei der deutschen Übersetzung diesmal hinbekommen, alte Aufschriften komplett wegzuretuschieren, bevor die deutschen Texte darübergelegt worden sind. In den Sprechblasen gibt es dafür ein paar Tipp- und Grammatikfehler.
Fazit: Kein kultverdächtiger Kult
Mit drei Handlungsbögen ist der Comic unnötig überladen. Eine Nebenhandlung ist ziemlich wirrer Murks, eine andere ist dreist geklaut. Grafisch können nur die Xenomorphe überzeugen – immerhin. Für Sammler dürfte der Comic vor allem aus literaturhistorischer Sicht interessant sein. Die Namen von Autor und Zeichner werden in der deutschen Ausgabe von Hethke wieder einmal nicht erwähnt.
Info
Autor: Mark Verheiden
Zeichner: Mark A. Nelson
Verlag: Hethke
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Warpskala
Warpskala-
Story2/10
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Zeichenstil4/10
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Kolorierung3/10
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