Ripley erzählt, was ihr nach den Ereignissen auf LV-426 widerfahren ist.
Handlung
Auf der Gateway-Station treffen Dwayne Hicks und Newt nach Jahren wieder auf Ellen Ripley. Rebecca fühlt sich von ihr im Stich gelassen, da sie nicht mehr da war, als sie nach den Ereignissen von Archeron auf der Erde aus dem Kryoschlaf erwachte. Nun erzählt Ripley ihre Version der Geschichte. Sie wurde bereits auf dem Flug zur Erde von der Corporation aus dem Kryoschlaf geholt und dazu genötigt, nach LV-426 zurückzukehren. Dort sollte sie ein Team aus Marines begleiten, um nachzusehen, ob irgendwelche Xenomorphe die Explosion des Reaktors der Kolonie Hadley’s Hope überlebt haben.
Spoiler: Ja, einige Aliens haben überlebt! Die Xenomorphe hatten sich in dem außerirdischen Wrack außerhalb der Ruinen von Hadley’s Hope eingenistet, wo sie die Marines sogleich angegriffen und dezimiert haben. Nicht alle waren freiwillig auf der Mission. Captain Hankerson hatte extra entbehrliche Soldaten ausgewählt, um diese mit Xenomorphen zu infizieren und diese so zur Erde zu schmuggeln. Als die davon Wind bekommen haben, wurde er von den letzten zwei Überlebenden Falk und Tully kurzerhand erschossen.
Seit ihrer dritten Begegnung mit den Xenomorphen empfängt Ripley deren Gedanken und meint, es gäbe auf deren Heimatwelt eine Königinmutter, welche über allen anderen steht und die Ausbreitung ihrer Spezies über die Galaxis lenkt. Sie und die zwei überlebenden Marines wollen diese Königin fangen, zur Erde bringen und dann einen konzentrierten Vernichtungsschlag gegen die Xenomorphe durchführen. Doch auf der Erde warten immer noch eine Handvoll Menschen auf ihre Rettung. Darunter die kleine Amy und ihr Vater, dessen Funkübertragungen Newt schon seit Wochen verfolgt.
Rezension von Aliens: Earth War 1
Band 6 der Aliens-Sequel-Comicreihe ist thematisch in zwei Hälften unterteilt. Im ersten Part erzählt Ripley rückblickend, was sie erlebt hat, während Hicks und Rebecca mit der Sulaco zur Erde zurückgeflogen sind. Die Corporation – womit hier Weyland-Yutani gemeint sein müsste – hat das Militärraumschiff aufgegriffen, Ripley geweckt und gleich wieder nach Archeron zurückgeschickt. Im Prinzip wiederholt sich dort, was man schon kennt. Die Marines werden als Köder benutzt, um von Xenomorphen befruchtet zu werden, die meisten sterben, so auch der Firmenvertreter. Letzterer bekommt seine Karmastrafe diesmal jedoch nicht von den Aliens, sondern von einem wütenden Marine.
Ripley kehrt mit den zwei Überlebenden zurück, die auch dabei sind, als Hicks und Newt auf der Gateway-Station eintreffen. In der Gegenwart konzentriert sich die zweite Hälfte des Comics darauf, eine neue Mission vorzubereiten. Allerdings geht es nicht wie erwartet darum, das kleine Mädchen und ihren Vater von der Erde zu retten. Zunächst soll es auf die Heimatwelt der Xenomorphe zurückgehen, wo doch eigentlich schon ein Konstrukteur aufgeräumt hat. Es ist unbegreiflich, dass die Rettungsmission hinten angestellt wird, wo es doch reine Glückssache ist, ob die letzten Menschen auf der Erde den nächsten Tag überleben. Gerade von Ellen Ripley hätte man da mehr Empathie erwartet.
Diese wird von telepathischen Visionen einer Überkönigin der Xenomorphe gequält. Damit wird der nicht kanonische Unsinn aus dem zweiten Band erneut aufgegriffen. In seinen Funkübertragungen spricht auch der auf der Erde gestrandete Vater davon, dass andere Menschen sich den Aliens freiwillig ergeben würden. Aus unerfindlichen Gründen sind er, seine Tochter und noch ein weiterer Überlebender davon ausgenommen.
In unterirdischen Tunnel stoßen die drei auf ein Opfer der Xenomorphe, das immer noch lebt, obwohl ihm ein Auge aus dem halbskelettierten Schädel hängt. Das ist schon arg übertrieben und unglaubwürdig. Als ein Chestburster aus dem Unglückseligen herausplatzt, verballert die Tochter die letzten drei Patronen, welche der Vater eigentlich für einen schnellen Freitod aufheben wollte, falls sie den Aliens in die Hände fallen. Kinder halt!
Was die drei auf der Erde erleben, nehmen sie auf, um es in den Weltraum zu senden. Dabei hat sich ein Tippfehler eingeschlichen, denn statt „ausgezeichnete Sendung“ sollte es wohl „aufgezeichnete Sendung“ heißen. Newt verfolgt diese Sendungen immer noch und würde am liebsten sofort helfen. Doch aus unerfindlichen Gründen glaubt Ripley, sie brauche die Alien-Königin von der Heimatwelt, um alle Aliens auf der Erde an einem Punkt zu versammeln und dann auszuradieren. Und was ist mit den Xenomorphen auf anderen Planeten? Einschließlich der Heimatwelt selbst? Und brauchte es wirklich eine Überkönigin, die an den Brainbug in Starship Troopers (1997) erinnert?
Obendrein bricht der Jagdtrupp mit einem Drop Ship zur Heimatwelt der Xenomorphe auf, obwohl das eigentlich nur ein Landungsboot ohne Überlichtantrieb ist. Zum Glück gehört diese wirre Geschichte voller Logikfehler nicht zum Kanon.
Ist das Ripley?
Der Zeichenstil lässt nach den herausragenden Bänden 4 und 5 leider wieder sehr zu wünschen übrig. Der Detailgrad ist recht grob und die Charaktere sind kaum wiederzuerkennen. Ripley sieht nicht wirklich nach Sigourney Weaver aus und wirkt obendrein viel zu jung angesichts der Tatsache, dass zwischenzeitlich rund ein Jahrzehnt vergangen ist. Hicks sieht man die Alterung viel deutlicher an und Newt ist nunmehr erwachsen.
Die Darstellung der Xenomorphe ist recht durchwachsen. Der erste auf Seite 4 sieht noch richtig gut aus, doch schon wenig später wirken seine Artgenossen extrem unproportioniert. Eine Alien-Königin wirkt direkt schon wie eine Karikatur. Außerdem ist die Zunge eines der Aliens viel zu lang, sodass sie kaum in den Kopf passt.
Die Raumschiffe und Fahrzeuge sind grob gesehen etwas näher an der Filmvorlage. Der Detailgrad könnte nur etwas höher sein. Der APC hat zudem eine große Doppeltür, was nicht der Vorlage entspricht und obendrein überhaupt nicht zu einem Fahrzeug passt. Das modifizierte Drop Ship am Ende des Comics hat einen runden Käfig für die Alien-Königin an der Unterseite und beim Start fehlt die untere Ladeluke, durch die zuvor noch ein APC eingeladen wurde. Dieser dürfte aufgrund der Modifikation eigentlich gar nicht rein passen, und die Laderampe stand beim Einladen deutlich über den Bug hinaus.
Anlagen wie der Atmosphärenumwandler von Archeron sind dem Zeichner gelungen und auch die Waffen sehen denen aus dem zweiten Film zumindest ähnlich. Eine wirkt allerdings absolut überdimensioniert und ist fast so groß wie Ripley selbst. Wie soll ein Mensch solch eine Wumme halten können?
Die Farben sind schlussendlich sehr blass und unnatürlich. Newt hat nun viel zu hellblonde Haare und es mit dem Rouge auf den Wangen deutlich übertrieben. Leuchteffekte gibt es nicht wirklich und ebenso keinen Glanz. Der Inhalt weicht diesmal erheblich vom Cover ab, welches stark an den Stil von H. R. Giger angelehnt ist. Die Covergestaltung sieht damit richtig gut aus, wobei der Xenomorph auch hier leicht unproportioniert wirkt.
Fazit: Alles wiederholt sich …
Band 6 bricht mit der Erwartungshaltung, die man nach dem Finale des fünften Bandes hat. Die dringend notwendige Rettungsmission wird zugunsten einer neuen Alienjagd verschoben, was unbegreiflich ist. Die grafische Qualität nimmt gegenüber den letzten zwei Bänden ebenfalls wieder stark ab, wobei diesmal wenigstens die Fahrzeuge halbwegs nach dem aussehen, was man aus den Filmen kennt. Von den Charakteren lässt sich das hingegen nicht behaupten.
Info
Autor: Mark Verheiden
Zeichner: Sam Kieth
Farben: Monika Livingston
Verlag: Hethke
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Story3/10
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Zeichenstil3/10
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Kolorierung2/10
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