Die Überlebenden von Archeron sammeln eine Königinmutter der Xenomorphe ein und bringen sie zur Erde.
Handlung
Ellen Ripley fliegt mit Dwayne Hicks, Newt, Tully, Falk und einer Handvoll Freiwilliger zur Heimatwelt der Xenomorphe, um deren Königinmutter einzufangen. Kaum angekommen, entdecken die Marines mehrere große Kokons, aus denen die Leibgarde der Königin schlüpft. Von denen werden sie rasch dezimiert und die Übrigen ergreifen mit dem APC die Flucht. Nur Ripley bleibt zurück und lässt das Landungsschiff kommen, in dessen Spezialkäfig sie die Königin zerrt.
Hicks, Newt, Tully und Falk müssen unterdessen das gepanzerte Fahrzeug aufgeben, da dessen Reaktor hochzugehen droht. Zu viert müssen sie sich einer Armee aus tausenden Xenomorphen stellen, werden aber in letzter Sekunde von Ripley mit dem Drop Ship gerettet, die den Pilot Brewster mit vorgehaltener Waffe zum Umkehren zwingt.
Zurück auf der Gateway-Station im Erdorbit macht sich Ellen bereit, die Königinmutter zur Erde zu bringen. Dort stellt sie fest, dass Dr. Oronas Atombomben sabotiert worden sind. Sie und ihr Team bringen das in Ordnung, während Rebecca allein mit einer Landungsfähre von der Station startet, um Amy und deren Vater zu retten. Sie findet jedoch am Ausgangsort der Funkübertragungen nur den Vater, der meint, Amy sei von den Aliens in einen Bunker verschleppt worden. Eben jener Atombunker, in dem gerade die Atombombe scharf gemacht und die Königinmutter freigelassen wurde.
Auf dem Flug zum Bunker verliert Newt die Kontrolle über ihre Fähre und stürzt ab. Zum Glück bemerkt Ripley dies und kehrt noch einmal zurück. Mit einem APC fahren sie, Newt und der Vater ins Alien-Nest und retten Amy. Bevor sie sich mit der Rettungskapsel des verunglückten APC aus dem Berg schießen, lässt Ripley noch ihrem Frust freien Lauf und erschießt die Königinmutter. Danach können alle entkommen und dem Drama ein Ende machen. Doch bald müssen sie erkennen, dass die Spezies der Konstrukteure die Erde umformt, um sie zu ihrer neuen Heimat zu machen.
Rezension von Aliens: Earth War 2
Am Finale der Comicfortsetzung von Aliens – Die Rückkehr (1986) stimmt so einiges nicht. Allein schon Ripleys Plan, die Königinmutter einzufangen und zur Erde zu bringen, ist total hanebüchen und kostet einige Marines unnötig das Leben. Hicks und Newt überleben natürlich, ebenso Tully und Falk, obwohl die beiden Nebencharaktere ohne jeden Tiefgang bleiben. Zu viert wehren sie eine ganze Alienhorde ab, was komplett unrealistisch ist, da sie schlichtweg überrannt werden müssten.
Der Comic übertreibt es maßlos mit der Action. Dazu gehört auch, dass dem Reaktor des APC eine Kernschmelze droht. Wozu zur Hölle braucht ein Panzerfahrzeug einen Atomreaktor? Zumal erwähnt wird, dass der APC ganz normal mit Benzin fährt. Ebenso fraglich ist, warum der Reaktor explodiert. Dass „irgendetwas“ das Kühlsystem aufgerissen hat, muss als Erklärung reichen. War das Kühlsystem etwa in der Tür, die von einem Xenomorph aufgebrochen wurde? Warum Hicks nicht die Geschütze des Panzer benutzt, um die Wächter der Königinmutter abzuwehren, ist schlussendlich auch nicht zu begreifen.
Bevor den vier Kämpfern die Munition ausgeht, eilt Ripley im letzten Moment zu Hilfe. Obwohl der Pilot meint, er könne in der engen Schlucht nicht landen, gelingt ihm das dann doch. Von der Schlucht ist nichts zu sehen, sie ist auf magische Weise offenem Gelände gewichen und die Xenomorphe machen sogar extra Platz, damit das Drop Ship landen und die Überlebenden aufnehmen kann. Vielleicht weichen sie ja wegen der Königinmutter zurück, die sich im Tank befindet. Doch sollte die ihrer Brut nicht eher befehlen, sie zu befreien?
Im Übrigen erscheint es viel zu leicht, wie Ripley die Königin in den Tank gesperrt hat. Diesen hat sie mit Körperteilen ihrer getöteten Kinder ausgestattet. Warum? Um es der Königinmutter so richtig zu zeigen? Dieses Verhalten ist ziemlich untypisch für Ellen, obwohl sie einen berechtigten Hass auf die Aliens hat. Immerhin haben die dafür gesorgt, dass erst ihre Tochter ohne sie aufgewachsen und gestorben ist, und sie später auch Newt im Stich lassen musste. Dazu passt nicht so recht, dass Ripley meint, sie habe den Tod ihrer Tochter gefühlskalt zur Kenntnis genommen, da diese ihr ohnehin fremd geworden sei. Ja wie denn nun?
Immerhin: Am Ende entscheidet Ellen, Newt nie wieder im Stich zu lassen, und hilft ihr, Amy zu retten. Warum diese von den Xenomorphen entführt wurde, wo sie doch nicht von einem Facehugger infiziert wurde? Das soll wohl Teil des ausgeklügelten Plans der allwissenden Königinmutter sein, die sich am Ende banal über den Haufen ballern lässt. Ihren Zweck hat sie erfüllt, denn binnen weniger Stunden hat sie alle Xenomorphe rund um den Globus an einem Ort versammelt, was schon eine reife Leistung ist. Können die etwa wie Superman mit Hyperschall fliegen? Und wenn die Königin Ripleys Plan durchschaut hat, warum versammelt sie dann ihre ganze Brut zum Sterben an einem Punkt?
Zum Ende kommt noch heraus, dass der Elefantenmensch aus Band 3 Dr. Oronas Bomben sabotiert hat. Dabei war er aber offenbar nicht gründlich genug, wenn sich der Schaden so leicht reparieren lässt. Obendrein gelingt dies Ripleys Team inmitten eines Alien-Nestes, ohne dass sie angegriffen werden. Warum Ripley zusätzlich die Königinmutter freigelassen hat, statt deren Käfig einfach abzuwerfen, ist ebenfalls nicht zu begreifen. Etwa nur des Showdowns wegen? Damit sie die Königin eigenhändig erledigen kann, bevor sie ohnehin im nukleare Feuer verglüht wäre?
Nachdem das erledigt ist, schießt sich die Alienjägerin mit den anderen drei Überlebenden per Rettungskapsel aus dem Atombunker. Na, zum Glück war der APC perfekt auf den Ausgang ausgerichtet, sodass sich die Insassen nicht direkt ins Bergmassiv geschossen haben. Draußen wimmelt es wieder einmal von tausenden Aliens, was jedoch bei der Aufnahme der Vier durch das Landungsschiff nicht weiter stört.
Das Ende ist wie alles andere völlig überzeichnet und obendrein überladen. Warum wird noch einmal der Konstrukteur ins Spiel gebracht, und wie hat er es geschafft, die Erde umzuformen? Dazu wären gewaltige Maschinen erforderlich und das inmitten einer Invasion von Xenomorphen. Dieser Plot ist völlig überflüssig und endet ohne Auflösung.
Kaum mehr als Schemen
Der Zeichenstil hat gegenüber Band 6 noch einmal stark nachgelassen, teils sind die Figuren nur schemenhaft, was aber ohnehin nicht stört, da sie nicht gut getroffen sind. Ripley wirkt immer noch viel zu jung und auch bei den anderen Charakteren gibt es kaum Ähnlichkeiten mit der Filmvorlage.
Gleiches gilt für das Inventar der Marines. Die Power Loader, die in der deutschen Ausgabe mit „Kraftlader“ übersetzt worden sind, bestehen aus drei Teilen. Das ergibt absolut keinen Sinn! Zum einen müssen die Marines das Gewicht der Stahlarme schultern. So kräftig ist kein Mensch! Die Stahlfüße sind ebenfalls nur an die Beine der Soldaten geschnallt, sodass sie auch deren Gewicht heben müssten. Der Sinn eines Exoskeletts ist durch die grafische Umsetzung völlig verfehlt!
Immerhin wirkt das Drop Ship in diesem Band deutlich länger als im ersten Teil, womit der APC darin Platz hätte. Dieser sieht der Filmvorlage zumindest entfernt ähnlich. Allerdings wirkt das Hauptgeschütz viel zu groß und sitzt in der Mitte des Daches statt hinten am Heck. Außerdem hat der gepanzerte Wagen wieder eine Doppeltür. Wahrscheinlich diente hier ein Spielzeug als Vorlage.
Die Covergestaltung ist zwar durchaus besser, allerdings hängt der Königinmutter dort die Zunge verkehrt aus dem Maul. Diese ist um 90° verdreht. Wenigstens wartet das Cover aber mit realistischen Farben und Glanzeffekten auf. Die Kolorierung im Heft ist dagegen wieder blass und entsättigt.
Fazit: Ende schlecht, alles gut?
Die Hoffnung auf eine qualitative Verbesserung, welche die Bände 4 und 5 geweckt haben, hat sich leider nicht erfüllt. Das Finale Aliens: Earth War ist sowohl inhaltlich als auch grafisch ein Desaster! Der ganze Storybogen ist aber ohnehin nicht Kanon und wurde kurz nach Erscheinen der Abschlussausgabe von Alien 3 (1992) komplett über den Haufen geworfen. Der Film hat zwar kein Happy End, kann aber weit mehr überzeugen.
Info
Autor: Mark Verheiden
Zeichner: Sam Kieth
Farben: Monika Livingston
Verlag: Hethke
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Story2/10
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Zeichenstil2/10
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Kolorierung2/10
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