Richard Corbens muskelbepackter und gut bestückter Held darf wieder ein neues Abenteuer erleben.

Fortsetzung erfolgt
Eigentlich müsste das Leben von Den großartig sein. Sein neuer Körper ist der eines Adonis und mit einem wahren Pferdeschwanz gesegnet. Er lebt mit seiner Freundin Kath in einer Fantasy-Welt. Doch ausgerechnet sie hat sich verändert, hat sich emanzipiert. Sie verlangt, dass sie jetzt Kleidung tragen. Und am Ende reisen sie beide zurück in ihre ursprüngliche Welt.
Doch in ihrer Abwesenheit geschieht Schlimmes. Die Steine von Nar, extrem wichtige und mächtige magische Objekte, werden gestohlen. Und die Dramiten fangen an, ihr Unwesen zu treiben. Kurz: Es sieht alles danach aus, als ob es den Bach runtergeht. Zum Glück kehrt Den zurück.
Ursprünglich dachte ich, dass die DEN-Sage mit dem ersten Band abgeschlossen war. Erst später fand ich heraus, dass Richard Corben die Reihe mit weiteren Erzählungen fortführte. Der zweite Teil liegt jetzt mit dem Namen Sturm über Muvovum vor und dem Anschein nach wird der Splitter-Verlag dann auch alle anderen nach und nach hierzulande veröffentlichen.
Ein interessanter Auftakt
Dabei ist der Auftakt der Geschichte interessant. Wo man wirklich merkt, dass die Zeiten sich seit dem ersten Band geändert haben. Denn Kath, Dens Geliebte, will nicht länger nur ein Fickobjekt sein. Sie beharrt darauf, dass die Klamotten tragen und will nur noch unter bestimmten Bedingungen mit ihm schlafen. Er selbst ist dabei hin- und hergerissen, zwischen seiner Liebe zu ihr und den Freiheiten, die die Welt Nirgendwo ihm bietet. Und trifft zunächst die Entscheidung, mit seiner Geliebten zurück in ihre ursprüngliche Realität zu reisen, nur um anschließend später zurückzukehren.
Wo dann, wie gesagt, in seiner Abwesenheit Dinge schiefgelaufen sind. Wobei der eigentliche Auslöser jetzt weniger die Steine von Nar sind. Sondern vielmehr Muuta, eine wunderschöne Frau, nach der sich Tarn sehnt. Der anschließend vor Eifersucht verrückt wird und dafür sorgt, dass im Prinzip alles anfängt, bergab zu laufen.
Nach und nach fügt Richard Corben weitere Elemente hinzu. Wie eben die Dramiten, die vor allem durch ihre schiere Anzahl gefährlich sind. Und die dann zu einer wiederkehrenden Bedrohung werden.
Vieles nur angerissen
Die Story wird dabei im Laufe der Zeit immer gruseliger. Vor allem der Plot mit den Dramiten entwickelt langsam aber sicher Elemente, die wie aus einem Horrorfilm stammen könnten. Was dann im finalen Akt endgültig der Fall ist.
Eines darf man allerdings in Sturm über Muvovum nicht erwarten: eine saubere, stringent durcherzählte Story. Was man stattdessen hat, ist eine Erzählung, die wiederholt Sachen anreißt, aber nur selten wirklich zu Ende bringt. Stattdessen bleibt einiges offen.
So taucht beispielsweise in einer Szene die Königin auf. Die auf der Suche nach den Steinen von Nar ist und dafür den alten Zeg foltert. Als sie nicht das Gewünschte erhält, befiehlt sie, die Stadt niederzubrennen und taucht danach nicht mehr auf. Hier hätte man mehr erwartet.
Vergnügen über Denken
Es ist nicht das einzige Mal, dass ein Plot angefangen wird oder etwas nicht wirklich erklärt wird. Und anders als im ersten DEN fehlt hier etwas, um dies zu übertünchen. Man merkt auch, dass die Charakterisierungen nie wirklich in die Tiefe gehen. Was schade ist.
Im Grunde behält es Richard Corben genauso wie seine Titelfigur: Er möchte altbekanntes Vergnügen haben, weil er da nicht großartig nachdenken oder sich verrenken muss. Dementsprechend bleibt vieles auf der Strecke und am Ende hangelt sich die Story von Szene zu Szene.
Dafür sind die Zeichnungen Corbens wieder fantastisch geworden. Sie haben eine unglaubliche Plastizität, die damals, als die Story das erste Mal erschien, ihres gleichen suchte. Ebenso gibt es einiges an Zusatzmaterial und Vor- und Nachworte berühmter Comicschaffender.
Am Ende ist die Story des Comics nichts halbes, nichts ganzes. Da wir die des Vorgängers deutlich besser.
Informationen
Zeichnungen und Skript: Richard Corben
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Wonder Man – 06 – Callback - 9. März 2026
- DEN – 2 – Sturm über Muvovum (Richard Corben) - 9. März 2026
- Star Trek Starfleet Academy – 08 – The Life of Stars - 8. März 2026

