Mit dieser Episode dreht die Serie jetzt erst so richtig auf und wird spannend.
Eine wichtige Episode
Lucy (Ella Purnell) und der Ghul (Walton Goggins) können vor den Todeskrallen gerade noch rechtzeitig fliehen. Doch ist der Weg zum HQ von Vault-Tec durch diese erst mal versperrt. Der Ghul schickt Lucy los, damit sie von den Drogen loskommt. Derweil er sich an die Vergangenheit erinnert. Als er gemeinsam mit seiner Frau nach Las Vegas kam, einen unmöglichen Auftrag erhielt und Robert House (Justin Theroux) persönlich kennenlernte.
Während die beiden in Vegas ihren Tätigkeiten nachgehen, experimentiert Hank (Kyle MacLachlan) weiterhin mit den Chips. Und hat zum ersten Mal vollen Erfolg. Und Lucys Bruder Norm (Moisés Arias) stößt mit den Überlebenden in einer verlassenes HQ der Firma vor. Er entdeckt dabei Ungeheuerliches.
Der Zänker ist eine für die zweite Fallout-Staffel ungemein wichtige Episode. Es entsteht hier das Gefühl, dass die Serie jetzt so richtig aufdreht. So als ob die vorherigen Folgen eher ein etwas längeres Luftholen waren. Das darf man nicht falsch verstehen: Auch die früheren Episoden waren fast ausnahmslos super. Aber wenn man diese Folge gesehen hat, dann kann man verstehen, wieso ich dieser Meinung bin.
Was für eine Wandlung
Im Prinzip ist Der Zänker so etwas wie Höhepunkt und Abschluss einiger Plots. Derweil die nächsten Handlungen angefangen werden. Gemeint ist damit vor allem die gemeinsame Reise von Lucy und dem Ghul. Aber ebenso die Entwicklung, die die ehemalige Vault-Bewohnerin durchgemacht hat.
Bereits in Die Goldene Regel konnte man ja sehen, dass Lucy sich verändert hat. Dass sie zwar immer noch ihrem Lebensmotto folgte. Aber dass sie anfing, diese flexibler zu interpretieren. In dieser Folge erlebt man zum ersten Mal, dass sie ihren Leitfaden sozusagen über Bord schmeißt. Dass sie im Affekt tötet, deshalb jedoch keinen Nervenzusammenbruch mehr erhält.
Und auch am Ende der Folge, als sie realisiert, dass sie belogen worden ist, bricht sie emotional nicht zusammen. Sondern mobilisiert quasi ihre letzten Kräfte, um Rache zu nehmen. Wobei sie da einen Satz sagt, der klar macht, wie sehr sie emotional verletzt worden ist.
Passiv und doch mit dabei
Der Plot um die Drogensucht von Lucy wird in Der Zänker abgeschlossen. Fast könnte man sagen, dass dies zeigt, wie unnötig diese Handlung war. Doch die Art und Weise, wie dieser Abschluss zustande kommt, versöhnt einen damit. Es ist ekelerregend und zeigt, wie sehr Lucys Körper von den Drogen beeinträchtigt worden war.
Der Ghul selbst bleibt die ganze Episode eher passiv. Er sitzt fast die ganze Zeit in einer Bar und lässt sich vollaufen. Doch während er in der Gegenwart erst zum Finale hin etwas beiträgt, sieht es in der Vergangenheit anders aus. Hier kann man einen Cooper Howard beobachten, der versucht, die verschiedenen Interessen, die er bedienen muss, auszugleichen und gleichzeitig zu seinen Bedingungen zu handeln.
Das merkt man unter anderem zu Beginn, als er den Auftrag erhält, die kalte Fusions-Technologie zu stehlen und Robert House umzubringen. Letzteres lehnt er ab, da er sich nicht mehr als einen Killer sieht. Doch die Begegnung mit House löst dann in ihm einen völligen psychischen Zusammenbruch aus, der am Ende ungeahnte Konsequenzen hat.
Was für eine Wahnsinns-Szene
Die Szene, wo er mit Robert House redet, ist unglaublich intensiv. Es ist außerdem eine Szene, die jede Menge Lorebrocken fallen lässt. So erfährt man, wer in Wahrheit hinter der kommenden nuklearen Katastrophe die Fäden zieht. Etwas, was in der Streamingserie bislang noch nie erwähnt wurde, sondern „nur“ Teil der Videospielelore war.
Das Besondere ist, dass Robert House im Laufe des Gesprächs mit Howard Cooper immer mehr durchdreht. Bis er am Ende eindrucksvoll zeigt, dass er in Wahrheit komplett wahnsinnig ist. Und doch sagt er in seinem Wahn jede Menge wichtige Infos, die in der Lore von enormer Bedeutung sind.
Und dann ist da noch Norm. Er erlebt in dieser Episode nicht so viel. Und was er erfährt oder erlebt, wirkt im Vergleich zu den anderen Handlungen eventuell nicht so bedeutsam. Aber es wird klar, dass die angehenden Vorstandsvorsitzenden, die er begleitet, vielleicht nicht alle so harmlos sind, wie sie es vorgeben. Dass es unter ihnen einige gibt, die für das große Ziel bereit sind, alles zu tun.
Am Ende ist dies einfach nur eine großartige Folge. Eine, die wirklich rundherum begeistern kann. Die zweite Hälfte der zweiten Staffel fängt fantastisch an und macht neugierig auf das, was jetzt noch kommen wird.
Info
Drehbuch: Owen Ellickson
Regie: Liz Friedlander
Showrunner: Graham Wagner, Geneva Robertson-Dworet
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