Überall kocht und brodelt es. Dabei werden stellenweise Maßnahmen getroffen, die am Ende die Dinge eher verschlimmbessern.
Es geht los!
Die Deliverance ist auf dem Weg nach Terminus. An Bord bereiten sich alle auf ihre neue Heimat vor, wobei die Mehrheit der Passagiere Hari Seldon (Jared Harris) eine schon fast religiöse Verehrung entgegenbringen. Nur zwei Personen tun das nicht: Seine Schülerin Gaal Dornick (Lou Llobell), die in ihm eher einen Lehrer als ein Vorbild sieht, und sein Adoptivsohn Raych (Alfred Enoch), der ihm schon fast feindselig gegenüber auftritt. Als dann Gaal entdeckt, dass in den Berechnungen Seldons ein Fehler ist, eskalieren die Dinge.
Zurück im Imperium versucht man immer noch fieberhaft herauszufinden, wer in Wahrheit hinter dem Anschlag steckt. Doch sehr zum Ärger von Bruder Tag (Lee Pace) gibt es keinen eindeutigen Schuldigen. Weshalb er sich, entgegen dem Rat seines immer wunderlicher werdenden Bruder Dämmerung (Terrence Mann), zu einem folgenschweren Schritt entscheidet.
Auf dem Weg ins Gelobte Land
Ein neues Leben nimmt die Fäden von Der Frieden des Kaisers auf und spinnt sie weiter fort. Und doch ist diese Folge mehr als eine bloße Fortführung des Serienauftakts. Man hat das Gefühl, dass „erst“ hier die eigentlichen Weichen für die aktuelle Season gestellt werden. Dass die erste Episode mehr der Einführung der wichtigsten Figuren und Plots dient, aber das, was wirklich wichtig wird, erst hier vorbereitet wird.
Wobei das kein Manko darstellt. Im Gegenteil: Wo es in der ersten Episode ein paar Sachen gab, die mir nicht so gut gefielen, war ich dieses Mal vollends begeistert. Denn hier stimmte gefühlt alles.
Es gibt dabei zwei Handlungsorte, die jeder für sich von enormer Wichtigkeit sind. Beim einen ist man im Imperium. Und beim anderen auf dem Raumschiff, mit dem Hari Seldon und seine Anhänger auf dem Weg ins „Gelobte Land“ sind.
Es kommen beim letzteren Plot tatsächlich schon fast religiöse Vibes auf. Vor allem, wenn man sieht, wie die Leute mit Hari Seldon umgehen. Sie verehren ihn, sie feiern ihn, sie glauben an ihn und seine Vision vom „Gelobten Land“, von der Welt Terminus, wo die Foundation gegründet wird.
Gott hat einen Fehler gemacht
Seldon selbst ermuntert seine Anhänger zwar nicht. Aber er entmutigt sie auch nicht. Er mischt sich mitten unter sie, redet mit ihnen, isst gemeinsam mit ihnen und erzählt kleine Geschichten aus seinem Leben.
Und doch mischen sich bei aller Anbetung auch kritische Untertöne ein. Sein Ziehsohn Raych widerspricht ihm öffentlich und scheint immer kritischer das Werk Seldons zu hinterfragen. Dass dann Gaal noch einen Fehler in den Berechnungen entdeckt, dürfte nicht dafür sorgen, dass die Sachen besser werden.
Doch ausgerechnet Gaal kommt in dieser Folge eine wichtige Rolle zu. Man sieht, wie sie von Hari Seldon immer mehr und mehr zu seiner Stellvertreterin aufgebaut wird. Wie er sie ermutigt und unterstützt. Und gerade das macht klar, dass er mit dem, was am Ende der Folge geschieht, gerechnet hat.
Wer manipuliert hier wen?
Man sieht nämlich, dass der Mathematiker an seinem Werk selber verzweifelt, weil er, so der Anschein, selber die Fehler entdeckt hat, wenn auch erst nachdem seine Schülerin ihn darauf aufmerksam gemacht hat. Nach außen lässt er sich nichts anmerken. Bis er dann von Raych umgebracht wird, der daraufhin Gaal mit einer Rettungskapsel rausschickt.
Zunächst wirkt dies so, als ob damit einfach nur ein Plottwist um des Plottwists Willen eingebaut wurde. Doch je mehr man über die Ereignisse nachdenkt, die Art und Weise, wie Seldon in dieser Episode auftritt, seine Entscheidungen, seine Taten, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass er mit seinem Ableben gerechnet hat. Dass das alles Teil seines großen Plans für die Foundation ist. Und wenn dies wahr ist, dann wird aus einer Figur, die zuvor bereits beeindruckend war, eine schon fast furchterregende Figur. Weil er anscheinend andere manipuliert hat.
Nicht, dass es im Imperium besser ist. Hier fehlt zwar eine religiöse Komponente, doch auch hier hat man den Eindruck von Verzweiflung. Denn dem Imperatorentrio gehen langsam die Optionen aus. Trotz aller Versuche, den wahren Drahtzieher zu finden, stehen sie mit leeren Händen dar. Und um die Untertanen zu beruhigen, beschließt Bruder Tag schließlich, die beiden noch verbliebenen Verdächtigen gleichermaßen zu bestrafen.
Können Klone normal sterben?
Interessant hieran ist allerdings das Verhalten von Bruder Dämmerung. Zu Beginn der Episode sieht man, wie er an dem selben Wandgemälde arbeitet, an dem auch der Maler vom Anfang der letzten Folge gearbeitet hat. Nur um anschließend eine Art Anfall zu kriegen und daraufhin wutentbrannt die Werkzeuge durch die Gegend zu werfen. Oder als er später eine diplomatische Lösung probiert, dann aber frustriert ist, als sich Dinge nicht so entwickeln, wie er es sich vorgestellt hat.
Bei einem normalen Menschen würde man sagen, dass das Alter ihn eingeholt hat. Aber sind die Klonimperatoren normal? Kann ein solcher normal altern? Oder gar sterben? Die Folge verrät es nicht.
In jedem Fall ist die Szene, in der Bruder Tag die Diplomaten der anderen Völker bestraft, grandios. Lee Pace stolziert hier auf und ab, schwadroniert, verkündet eiskalt das Todesurteil für eine ganze Welt und scheint diese Macht zu genießen. Ein wenig wirkt es so, als ob der Schauspieler auf einer Theaterbühne agiert und nicht vor einer Kamera. Aber irgendwie passt dies ja auch. Es ist eine Bühne, für alle im Imperium, die zuschauen. Eine Bühne, die allen zeigen soll, wie stark das Imperium ist. Auch wenn es in Wahrheit dann doch schwach wirkt. Eben weil die Beklagten nur Verdächtige sind, die zu Propagandazwecken für schuldig befunden werden. Hier wird der Zweck über die Wahrheit gestellt.
Es ist eine grandiose Folge. So muss der Auftakt zu so einer Serie aussehen. Einerseits episch, aber andererseits auch nahe an den Protagonisten.
Info
Regie: Andrew Bernstein
Drehbuch: Josh Friedman & David S. Goyer
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Foundation – 02 – Ein neues Leben - 7. Februar 2026
- Fallout – 13 – Der Zänker - 6. Februar 2026
- Nimue Alban – 14 – Mit Dampf und Donner (David Weber) - 6. Februar 2026

