Es ist interessant, wie religiös ein ritueller Vorgang sein kann, ohne dass dabei ein offensichtlicher Glaube zu Tage tritt.
Ein Ritual des Übergangs
19 Jahre sind seit der Attacke auf die Sternenbrücke vergangen und im Imperium wiederholt sich etwas, was seit dem Ursprung dieses Reiches schon viele Male geschehen ist. Bruder Dämmerung (Terrence Mann), der älteste der Cleons, bereitet alles für sein Ableben vor. Er nimmt den Namen Bruder Finsternis an, verbringt einen letzten Tag, ehe er Abschied von seinen Klon-Brüdern nimmt, darunter auch ein neuer, „frisch geborener“ Bruder Morgen.
Auf Terminus sind derweil die Anhänger von Hari Seldon gelandet. Dank ihrer Erfahrungen mit dem Nullfeld um das mysteriöse Artefakt haben sie einen Wächter ernannt, der dieses bewachen soll. In der Gegenwart ist das Salvor Hardin (Leah Harvey), die beobachtet, wie das Feld sich weiter ausbreitet. Doch viel Zeit, sich darum Sorgen zu machen, bleibt ihr nicht. Denn ein Schiff von Anacreon, der Welt, die von Cleo bestraft worden ist, erreichen diesen Planeten. Und es reagiert auf keinen Versuch, sie zu kontaktieren.
Der Geist des Mathematikers ist eine zweigeteilte Episode. Im ersten Part sieht man, wie die Cleons einen schon fast rituell anmutenden Herrschaftswechsel durchführen, während man im zweiten sieht, wie die Anhänger Harlon Seldons versuchen, sich auf Terminus einheimisch zu fühlen, trotz eines mysteriösen Artefakts.
Schon fast religiös
Man weiß ja, dass die Herrscherdynastie des Imperiums allesamt Klone des allerersten Cleons sind. In dieser Episode sieht man jetzt zum ersten Mal, wie in einem solchen Fall eine Machtübergabe funktioniert. Dabei bekommt man einen Eindruck davon, dass die Cleons zwar vom Körper her ein und dieselbe Person sind, wenn auch unterschiedlich alt, aber ihre jeweilige Persönlichkeit vollkommen anders ist.
Cleon XI wurde als ein Künstler und als eine Art Diplomat charakterisiert. Wobei er sich in dieser Episode Gedanken darüber macht, als was man ihn in Erinnerung behalten wird. In einer Art Ahnengalerie wird er als „Der Künstler“ tituliert, ein Beiname, mit dem er zufrieden scheint.
Gleichzeitig treibt ihn auch eine gewisse Neugierde herum. So überrascht er Demerzel bei der Erweckung eines neuen Bruder Morgen und spricht mit ihr über ein bestimmtes Lied, das sie ihm als Kind vorgesungen hat. Am Ende seiner Zeit, in einem rituellen schwarzen Gewand, verabschiedet er sich auf eine rituelle Art und Weise von seinen Klon-Brüdern und wird anschließend euthanisiert. Die Asche, die dabei übrigbleibt, wird dem neusten Cleon, Bruder Morgen, auf die Stirn geschmiert, auch dies ein schon fast religiös anmutendes Ritual. Wobei dieser Cleon dann, als er etwas älter geworden ist, zulässt, dass die Gemälde des Verstorbenen entfernt werden, weil er, so seine Worte, an ihnen das Interesse verloren hat. Das zeigt deutlich, wie unterschiedlich sich die Persönlichkeiten der Cleons entwickeln können.
Eine merkwürdige Entscheidung
Die Ereignisse auf Terminus wirken dabei im Vergleich nicht ganz so religiös. Was überraschend ist, wenn man bedenkt, wie die vorherige Episode mit einem schon religiösen Status von Harlan Seldon gespielt hat. Doch dessen Tod, das Verschwinden seiner Schülerin und was mit seinem Mörder passiert ist, wird in dieser Folge nicht thematisiert. Das Einzige, was man sieht, ist eine Statue in Gedenken an den Mathematiker.
Es ist eine … seltsame Entscheidung. Zwar wird mit dem Nullfeld ein Thema der allerersten Episode aufgegriffen, aber andererseits werden jetzt wieder komplett neue Figuren eingeführt, die zwar sympathisch wirken, doch es wäre spannender gewesen, wenn diese Folge eher auf die offenen Aspekte eingegangen wäre.
Davon abgesehen geschehen hier viele Sache, die noch für gut Spannung sorgen dürften. Das mysteriöse Objekt, das rätselhafte, sich ausdehnende Nullfeld sowie die Ankunft der Streitkräfte von Anacreon sind alles Aspekte, die in dieser Episode noch nicht geklärt werden. Stattdessen wird hier viel Zeit darauf verwendet, Salvor Hardin einzuführen.
Ist das nicht eine Art … Verrat?
Man lernt hier eine Frau kennen, die ihre Pflichten ernst nimmt. Die das Nullfeld beobachtet und gleichzeitig das Leben genießt, indem sie eine Beziehung mit einem Piloten pflegt. Von Anfang an wirkt sie sympathisch. Sie ist mehr eine Soldatin, eine Wächterin als eine Wissenschaftlerin, was in einer Szene deutlich gemacht wird, als ihr ihre Mutter das Vermächtnis von Seldon zeigt, sie damit interagiert, aber ansonsten nichts damit anzufangen weiß.
Auch wie sich die Kolonie entwickelt hat, ist interessant. Ursprünglich wollte sie ja vom Imperium getrennt existieren, um die Pläne Seldons zu verfolgen. Doch erlebt man in dieser Episode mit, dass es Leute gibt, die trotz allem immer noch ans Imperium glauben und es sogar um Hilfe rufen wollen. Was ja im Prinzip eine Art Verrat der Ideen des Mathematikers sind.
Es ist unterm Strich eine gute Episode.
Info
Regie: Alex Graves
Drehbuch: Olivia Purnell
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Warpskala
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