Mit dieser Folge zeigt sich die Serie von einer eher mittelmäßigen Seite, was nach dem großartigen Auftakt enttäuscht.
Tiefpunkt erreicht
Bruder Tag (Lee Pace) besucht das heilige System des Luminist-Glauben und versucht zu erreichen, das als Glaubensführerin eine Person gewählt wird, die ihm und seinen Brüdern nicht gefährlich werden kann. Doch das könnte nach hinten losgehen. Auf Trantor unterweist Bruder Dämmerung (Terrence Mann) Bruder Morgen (Cassian Bilton) in den Vergnügen, die ein Imperialer haben kann. Der jüngere Cleon hat allerdings völlig andere Interessen.
Auf Terminus spitzt sich die Lage langsam aber sich zu. Die Anacreoner suchen nach Leuten mit einer bestimmten Ausbildung und schrecken vor Gewaltanwendung nicht zurück. Salvor (Leah Harvey) kann zwar mit der Hilfe einiger Kinder entkommen. Doch Gegenschläge können nur durch erhebliche Opfer erfolgen.
Es kriselt in der Foundation-Serie. Qualitativ hat die Reihe in den letzten Folgen enorm nachgelassen. Und mit Der Tod und die Jungfer erreicht sie ihren bisherigen Tiefpunkt.
Großartig aufgespielt
Im Prinzip gibt es in der gesamten Folge nur einen einzigen Plot, der wirklich rundherum gefällt. Es ist der Besuch von Bruder Tag bei den Luministen und sein Versuch, Dinge so zu gestalten, dass sie ihm und seinen Brüdern nicht gefährlich werden können. Sowie die Erkenntnis, dass seine Bemühungen fehlschlagen und am Ende sogar Wasser auf die Mühlen seiner Gegner sind.
Hier hat die Folge alles, was einem gefällt. Großartige Kulissen, großartige Schauspieler und eine Handlung, der man mit Interesse folgt. Der Plot um die neue religiöse Anführerin des Luminist-Glaubens ist spannend und abwechslungsreich. Ebenso gibt es hier einige wunderbare Enthüllungen, wie beispielsweise das Demerzel eine Anhängerin dieser Religion ist.
Lee Pace kann hier ebenfalls groß aufspielen. Er lässt sein ganzes Können, seinen ganzen Charme spielen. Und schafft es nur durch Nuancen, sehr vieles rüberzubringen. Wie eben seine Enttäuschung darüber, dass er seinen Gegnern in die Hand gespielt hat.
Starker Beginn, schwaches Ende
Der Plot auf Trantor selbst fängt stark an. Wann immer bislang die Cleons miteinander zu tun haben, war dies phänomenal. Und so sieht man hier, wie Bruder Dämmerung Bruder Morgen zunächst in den Vergnügen der Jagd unterweist. Ehe er ihm dann die fleischlichen Vergnügen näherbringt.
Doch jedes Mal agiert der jüngere Cleon nicht so, wie es sein Älteres ich sicher erwartet hätte. Er ist auf der Jagd erfolgreicher, lässt allerdings die bessere Beute verstecken. Und anstatt sich mit einer der zahlreichen Mätressen zu vergnügen, zieht es ihn immer wieder zu der Gärtnerin hin, die er kennen und lieben gelernt hat.
Es ist vor allem letzterer Part, der einen enttäuscht. Vieles hieran wirkt wie eine 08/15-Schnulze. Der Adelige verliebt sich in eine Frau vom niederen sozialen Stand und es kommen Komplikationen auf. Es fehlt hier an dem einen Funken, der die Handlung interessanter gestaltet. Dass er, anders als seine Vorgänger, farbenblind ist, reicht da nicht aus. Da muss noch mehr geschehen, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.
Ein kleiner Lichtblick
Völlig Mittelmaß sind die Ereignisse auf Terminus. Das Problem ist, dass hier einem alle Figuren egal sind. Sie gehen einem alle auf die Nerven. Die Anacreoner werden wie klassische Schurken charakterisiert, die ein mysteriöses Ziel verfolgen, welches wohl ein lange verschollenes Schlachtschiff sein soll. Derweil die Bewohner von Terminus zwar weiter ausgebaut werden. Es dann aber ebenfalls so Momente gibt, wo Salvors Vater ausgiebiger dargestellt wird, damit ihr Schmerz wegen seines Opfertods auch glaubwürdiger wirkt.
Das alles wird allerdings auf eine so vorhersehbare und nicht sonderlich subtile Seite präsentiert, dass man von der Handlung eher abgestoßen, als angezogen ist. Es rächt sich hier außerdem, dass in der letzten Folge Gaal wieder aufgetreten ist und jetzt erneut fehlt. Denn im Vergleich zu den anderen Charakteren auf Terminus ist sie die deutlich interessantere Figur und hat auch den besseren Plot.
Einen kleinen Lichtblick gibt es. Es gibt eine Szene, in der Salvor eine Vision erhält. In der sie sieht, wie Hari Seldon wirklich ums Leben kam. Es stellt sich heraus, dass er seinen Tod selber arrangiert hat. Er tat dies, weil er festgestellt hat, dass nur so das Ergebnis seiner Berechnungen sicher gestellt werden kann. Was eine Enthüllung ist, mit der man so nicht gerechnet hat. Und die im Prinzip alles auf den Kopf stellt, was man über Hari Seldon meinte zu wissen. Mal sehen, was daraus noch entstehen wird.
Am Ende ist dies eine mittelmäßige Folge. Es wirkt so, als ob die Reihe sich verzettelt und die Plots und Charaktere, die sie erst so stark machten, völlig außen vor lässt. Und das ist verdammt schade.
Informationen
Regie: Jennifer Phang
Drehbuch: Marcus Gardley
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