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Zweifel führen zum Tod heißt es für Iron Fist.

Das erste Mal ein positiver Gesamteindruck

Danny Rand (Finn Jones) hat Bernivig versprochen, dass er dessen Tochter rettet. Allerdings muss er sich dafür durch eine Reihe von Gegnern kämpfen, die die Hand zusammengestellt hat. Was für ihn nicht nur eine physische Herausforderung ist, sondern auch eine mentale, da er sich dabei seiner Vergangenheit stellen muss.

Unterdessen kämpfen Colleen Wing (Jessica Henwick) und Claire Temple (Rosario Dawson) um das Leben von Bernivig. Doch als er ihnen beinahe wegstirbt, lässt sich die ehemalige Krankenschwester überreden, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Gleichzeitig versuchen Joy (Jessica Stroup) und Ward Meachum (Tom Pelphrey) Schadenskontrolle zu betreiben. Zu diesem Zweck heuern sie eine Firma an, die ihnen helfen soll, den Fallout von Dannys viralem Entschuldigungsvideo zu begrenzen. Doch Wards Sucht macht am Ende alles nur noch schlimmer.

Etwas Erstaunliches ist passiert. Zum ersten Mal, seit Beginn der Iron-Fist-Serie, habe ich eine Episode dieser Reihe gesehen, die mir Spaß machte. Zweifel führen zum Tod hat zwar am Ende immer noch seine Fehler, aber es ist die erste Folge der Season, die einen überwiegend positiven Eindruck hinterlässt.

Packende Duelle

Das liegt daran, dass im Mittelpunkt der Handlung ein Danny Rand steht, der ausnahmsweise mal nicht vollständig nervt. Es ist der Martial-Arts-Kämpfer, der sich gegen gleichwertige Feinde behaupten muss, um ans Ziel zu kommen, und darauf fokussiert die Folge. Und der dabei an seine körperlichen und geistigen Grenzen stößt.

Es ist ein Danny Rand, wie man ihn zuvor noch nie kennengelernt hat. Bislang war er der sprichwörtliche Fisch aus dem Wasser, der, weil in einer anderen Umgebung und Kultur aufgewachsen, die Gepflogenheiten der modernen Zivilisation nicht kennt und entsprechend immer und überall aneckte. Was allerdings nie so wirklich funktionierte, bis man eben jetzt in Zweifel führen zum Tod das erste Mal erlebt, wie die Figur in einer Umgebung agiert, in der sie quasi großgeworden ist.

Die nacheinander folgenden Duelle sind dabei packend inszeniert. Hierbei erhält Danny Rand wiederholt Visionen von seinem Meister aus K‘un-Lun, der ihm dadurch Ratschläge erteilt. Dabei wird außerdem immer mehr klar, dass einige dieser Hinweise sich ein wenig mit der Verhaltensweise von Danny Rand beißen.

Heilige Anspielung!

Gleichzeitig wirft Zweifel führen zum Tod auch Fragen auf. Vor allem die, wieso Danny nicht in der Stadt geblieben ist, die er ja eigentlich schützen sollte. Und das ist ein offener Punkt, der zum ersten Mal in der Iron-Fist-Serie für Spannung für die kommenden Episoden sorgt.

Allerdings ist nicht alles großartig. Denn bevor diese Auseinandersetzungen losgehen, sieht man erneut den arroganten und sehr selbstbewussten Danny, der in Sachen Martial Arts anscheinend alles besser weiß und so auch Colleen Wings Hilfsangebot in die Schranken weist. Seine Ignoranz gegenüber Wards Sucht irritiert ebenso. Er überredet ihn, seine Droge wegzuwerfen, und ansonsten kümmert er sich nicht großartig um ihn. Am Ende nutzt er ihn wie eine Art besseren Boten und ist zu sehr auf seine „heilige“ Mission fokussiert.

Ebenfalls ein kleines Highlight stellen in Zweifel führen zum Tod die Erlebnisse von Colleen Wing und Claire Temple dar. Die Kombination der beiden funktioniert wunderbar, sie harmonieren. Wobei der Höhepunkt sicherlich Claires Ausspruch „Heilige Weihnachten“ ist, als sie entdeckt, wie ein Kidnapper versucht zu fliehen. Das ist eine kleine Querverbindung zur Luke Cage-Reihe.

Eine glaubwürdige Drogensucht

Auch sehr gut ist der Plot um Wards Drogensucht und wie seine Schwester Joy darauf reagiert. Zwar wirkt es unglaubwürdig, dass Ward innerhalb weniger Handlungsstunden so derangiert aussieht, aber der Rest passt. Zum Beispiel, wenn man sieht, was er alles versucht, um wieder an seine Medikamente zu kommen, um seine Sucht zu stillen. Darunter auch, dass er sich selbst die Hand bricht, was zu dem Verhalten eines Süchtigen passt, der neuen Stoff braucht.

Sehr schön ist dabei, dass Joy ihn in Zweifel führen zum Tod nicht alleine lässt, sondern sogar Schlimmeres verhindert, obwohl sie versucht, gleichzeitig die Firma zu retten, was durch das Verhalten von Danny und Ward nicht gerade einfach ist.

So macht Iron Fist Spaß! So ist die Serie wirklich gelungen. Mehr Fokus auf Martial Arts, das ist das, was der Reihe gut tut.

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Götz Piesbergen

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