Mit dem Abschluss der Hauptreihe wagt die Reihe etwas völlig anderes.

Ende
Das Leben von Lady Isabella Trent könnte nicht besser laufen. Sie ist wieder glücklich verheiratet und wird als Forscherin langsam ernst genommen. Doch dann wird eine Entdeckung gemacht, die alles auf den Kopf stellt.
Es werden die Überreste des Körpers eines Drakoneer gefunden, jener legendären Rasse, die vor langer Zeit die ganze Welt beherrschten. Nur, dass diese Überreste nicht alt sind, sondern erst vor relativ kurzem entstanden waren. Also reist Isabella zum Ort des Geschehens, der im Hochgebirge ist. Und wird dann schon bald durch eine Lawine von allen anderen getrennt. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich an einem fremden Ort wieder. Der von lebendigen Drakoneer bewohnt wird!
Mit Im Refugium der Schwingen endet die Hauptreihe der Lady Trents Memoiren-Reihe. Marie Brennan hat im Anschluss danach noch einen Spinoff-Roman veröffentlicht. Doch ansonsten bringt sie mit diesem Buch die Erzählung über ihre so liebenswürdige Forscherin zu einem runden Abschluss.
Fort mit alten Gewohnheiten
Und sie lässt es sich nicht lumpen, mit diesem Abschlussband gleich einer ganzen Reihe an Gewohnheiten, die sie zuvor aufgebaut hat, zu brechen. Denn zum einen agiert ihre Titelheldin dieses Mal über weite Teile alleine, ohne den gewohnten Cast an Nebenfiguren, wie etwa ihrem Ehemann. Und zum anderen hat sie es dieses Mal nicht mit einer neuen Spezies an Drachen zu tun. Sondern vielmehr mit einer sensationellen Entdeckung.
Von Anfang an, seit Die Naturgeschichte der Drachen hat die Autorin das Mysterium um die Drakoneer aufgebaut. Immer wieder hat sie kleinere Brocken über diese faszinierende Spezies eingestreut. Man hat alte Bauten entdeckt, sogar Überreste einer alten Brutkammer. All dies hat dafür gesorgt, dass man umso gespannter darauf war, was als Nächstes enthüllt werden würde.
Dass man zum Abschluss der Reihe auf diese Wesen persönlich stoßen würde, damit hat man nicht gerechnet. Und doch macht dies den Charme des Romans aus. Dass er eben anders als gewohnt ist und man die Überreste jener alten Zivilisation kennenlernt.
Wie faszinierend fremdartig
Wobei die Autorin sich Zeit lässt, jene Spezies überhaupt erst einzuführen. Zunächst beschreibt sie ausführlich, wie ihre Protagonisten davon erfahren und dann von der mühsamen Reise in die Gegend zu berichten. Anschließend schreibt sie über die Erlebnisse, die sie in diesem unwirtlichen Bereich der Welt, der stark an die Himalaya-Region erinnert, erfahren. Ehe es schließlich zu dem Ereignis kommt, dass alles verändert und Lady Trent von den ihren trennt.
Man merkt beim Lesen, wie viele Gedanken sich Mary Brennan gemacht hat. Sie beschreibt ausführlich, wie fremdartig jene Drakoneer sind. Was sie ausmacht und wieso sie so lange im Verborgenen überlebt haben.
Wobei die Forscherin in Isabella Trent ehe nicht lange stillbleiben kann. Und so beispielsweise eine Anwendungsmethode für kleine Drachen findet. Hier zeigt sich die Lady Trent, wie man sie liebt.
Ausgenudelt
Und doch schafft es der Roman insgesamt nicht, das Niveau der Vorgänger zu erreichen. Weil so gelungen die Idee auch ist, so gut die Autorin sie umsetzt: Am Ende hat sich dieser Einfall schnell abgenutzt und die neusten Plottwists wirken bemüht und gelangweilt.
Immerhin ist der Abschluss dann wieder gelungen. Der zeigt, wie Lady Trent endgültig als Forscherin anerkannt wird. Was ein schönes Ende unter einem netten Roman ist.
Info
Autorin: Marie Brennan
Originaltitel: The Memoirs of Lady Trent 5: Within the Sanctuary of Wings
Übersetzung: Andrea Blendl
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 03/2019
Einband: Taschenbuch
Seiten: 400
ISBN: 978-3-95981-694-6
Sonstige Informationen: Produktseite
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