[Star Trek – Deep Space Nine] Lichter im Dunkel

Lesezeit circa: 4 Minuten

»Lichter im Dunkel« ist der neuste »Star Trek: Deep Space Nine«-Roman, geschrieben von niemand Geringerem als David R. George III.

Lichter im Dunkel
© Cross Cult

Ein Abschluss für immer?

Vic Fontaine war eine Institution auf der alten »Deep Space Nine«-Raumstation. Der holographische Sänger war für viele ein Ratgeber in schwierigen, persönlichen Zeiten. Bis die ehemalige cardassianische Station von Kräften des Typhon Pacts zerstört wurde und ein neues »Deep Space Nine« entstand. Auch dieses hat umfangreiche Holosuiten und in eines davon wurde das Programm von Vic Fontaine wieder eingespeist. Doch der Sänger tauchte nicht mehr auf, bis Nog Hinweise darauf fand, dass er in seiner holographischen Realität in Schwierigkeiten geraten ist. Deshalb will der Ferengi gemeinsam mit Lieutenant Candlewood die Welt des Sängers betreten, um diesem bei seinen Problemen zu helfen.

Zur gleichen Zeit brechen Ro Laren und Quark auf, um nach Morn zu suchen, der ebenfalls verschollen gegangen ist. Während ihrer Reise kommen beide auf ihre gemeinsame Zeit zu sprechen und wie es mit ihnen weitergehen soll. Und auf Bajor versuchen Kira Nerys und Altek Dans herauszufinden, wieso die Propheten sie zurückgeschickt haben.

Für langjährige Leser der »Star Trek – Deep Space Nine«-Romane ist »Lichter im Dunkel« im Prinzip ein Fest. Denn David R. George III greift im Laufe seiner Geschichte auf viele Ereignisse und Plots zurück, die teilweise bereits mehrere Jahre alt sind. So wird unter anderem Kiras Entscheidung thematisiert, in »Offenbarung – Buch 1« damals den religiösen Text ohne Erlaubnis der Vedeks im bajoranischen Comnetz veröffentlicht zu haben. Dadurch fühlt sich der Band allerdings auch ein wenig wie ein Abschied an, weil so viele Handlungen, die seit Jahren liefen, zu einem Abschluss gebracht wurden.

Konstruierte Langeweile

Im Laufe des Romans fokussiert sich der Autor auf vier Handlungsebenen, wobei zwei von diesen teilweise zusammenhängen und die anderen beiden eigenständig stehen. Das Ergebnis ist allerdings ein Roman, der sich beliebig liest. Keiner der Plots schafft es, das Interesse des Lesers dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Das fängt schon mit dem Handlungsfaden um Vic Fontaine an. So schön es auch ist, dass diese Handlung endlich zu einem Abschluss gebracht wird, wirkt sie doch sehr konstruiert. Gleichzeitig wird die Glaubwürdigkeit durch die Rettungsbemühungen von Nog und Candlewood strapaziert, weil beide sich über mehrere Tage hinweg in der Holowelt des Sängers aufhalten, ohne zwischendurch rauszugehen, um wenigstens zu essen. Denn Nahrung ist in der Holosuite am Ende schließlich auch nur eine Simulation.

Bei der Handlung mit Quark und Ro Laren gilt es zu bemängeln, dass der eigentliche Anlass, die Suche nach Morn, zu sehr in den Hintergrund gerät. Stattdessen streift David R. George III ein klein wenig die gemeinsame Vergangenheit der beiden, ohne sie wirklich konkret aufzuarbeiten. Und danach laufen sie etwas auf einer fremden Welt herum und geraten anschließend in Schwierigkeiten. Dieser Plot von »Lichter im Dunkel« plätschert förmlich vor sich hin.

Alles schon etwas enttäuschend

Deutlich interessanter ist die Handlungsebene von Kira Nerys und Altek Dans. Hier beschreibt der Autor die Auswirkungen, die die Entdeckungen der letzten Zeit auf die bajoranische Bevölkerung haben. Über allem schwebt die Unsicherheit der beiden, was und welche Rolle die Propheten ihnen in diesen unruhigen Zeiten zugedacht haben. Hier schafft es David R. George III. eine wunderbare mysteriöse Atmosphäre zu erzeugen, die bis zum Ende durchhält, auch wenn dieses etwas enttäuschend ausfällt.

»Enttäuschend« ist das Stichwort für die Handlungsebene um Odo, der im gesamten Roman komplett untergeht. Er hat zwei, drei Auftritte, bei denen er sich um ein Raumschiff aus dem Dominion zu kümmern hat. Aus diesem Plot hätte so viel mehr gemacht werden können, aber dem ist leider nicht der Fall.

Unterm Strich ist »Lichter im Dunkel« unteres Mittelmaß. Die Handlungen wirken wie zerfasert und alles plätschert vor sich hin. Perfekte Langeweile also.

Bewertung 7/15

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Autor: David R. George III
Titel: Star Trek – Deep Space Nine: Lichter im Dunkel
Originaltitel: Star Trek – Deep Space Nine: The Long Mirage
Übersetzer: Renè Ulmer
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 08/2019
Einband: Taschenbuch
Seiten: 424
ISBN: 978-3-95981-965-7
Sonstige Informationen:
Produktseite

Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.
Götz Piesbergen

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Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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