Der Krieg des Kaiserreich Charis gegen die dominierende Kirche Safeholds erreicht einen Wendepunkt.

Die Schwachpunkte werden deutlich
Der Anschlag auf Prinzessin Irys und ihrem Mann, dem Herzog Hektor, hat enorme Konsequenzen. Nimue muss einsehen, dass sie nicht alle gleichermaßen beschützen kann. Weshalb sie für die Kopie ihrer ursprünglichen Persönlichkeit einen weiteren künstlichen Körper erstellt, der sie bei ihrer Arbeit unterstützen soll.
Derweil verläuft der Konflikt in der Siddarmark weiterhin blutig. Die heilige Kirche begeht dabei immer mehr Gräueltaten, in dem sie beispielsweise die Gefangenen zu Sklavenarbeit antreten lässt. Die nicht jeder überlebt. Doch es kündigt sich ein Wendepunkt an.
Mit Dampf und Donner verdeutlicht gleich mehrere Schwachpunkte David Webers. Es waren welche, die schon früher vorhanden waren. Doch dieses Mal treten sie verstärkt auf und sorgen dafür, dass das Lesen der Nimue Alban-Romane noch mühsamer wird.
Tod, wo ist dein Stachel?
Gemeint ist, dass David Weber nicht in der Lage ist, seine Protagonisten sterben zu lassen. Genauer gesagt ist es ihm scheinbar unmöglich, die Personen, die Teil von Nimues Freundeskreis oder Mitglied von Caylebs immer größer werdenden Familie sind, zu töten. Sieht man von dem Opfertod König Haarahlds ab, fällt es immer wieder auf, dass den wichtigsten Mitgliedern zwar manchmal schlimme Schicksale ereilen. Sie aber entweder wie durch ein Wunder von Nimue gerettet werden. Oder aber sie, wie im Falle von Prinz Nahrmahn, einfach in einer virtuellen Welt weiterleben. Das nimmt dem ganzen doch sehr die Spannung.
Die Einführung von Nimue Chwaeriau, der zweiten Kopie Nimue Albans, die einen Körper kriegt, zeigt auch ein weiteres Problem des Autors auf. Bereits jetzt hat er eine Unmenge an Charakteren, die er irgendwann und irgendwie wichtig eingeführt hat. Doch wenn sie nicht eben Nimue Alban, Cayleb oder Nahrmahn sind, verkommen sie zu Randfiguren und Stichwortgebern. Die ab und an eine Szene kriegen, wo sie etwas beitragen können. Aber ansonsten werden einfach nur ihre Namen fallen gelassen, ohne dass dabei der Eindruck entsteht, dass sie sich weiterentwickeln. Unnötig zu sagen, dass nicht eben für die Reihe spricht.
Es sind eben solche Aspekte, die mit den anderen dafür sorgen, dass das Lesen der Romane keinen Spaß macht. Klar, wenn es kracht, wenn es knallt, wenn gekämpft wird, dann kann David Weber seine Stärke ausspielen. Denn Kampfszenen schreiben, das kann er. Es ist nur der ganze Rest, die Charakterarbeit und der Alltag, der ihm nicht gelingt.
Glaubwürdig sieht anders aus?
Er neigt dazu, seitenweise seine Figuren reden zu lassen und mit viel Worten wenig zu sagen. Noch dazu, was auch schon kritisiert worden ist, klingen die Charaktere irgendwann austauschbar. Dementsprechend einschläfernd ist das.
Und der Autor schafft es auch nicht, glaubwürdige Antagonisten zu schreiben. Die Vertreter der Kirche sind nahezu alle gleichsam fanatisch. Sie begehen Gräueltaten, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Für sie sind ihre Gegner schon fast Untermenschen, die mit der heiligen Kirche gebrochen haben. Um Variation wird sich nicht bemüht.
Immerhin hat das den Vorteil, dass wenn sie dann sterben oder, wie es in diesem Buch geschieht, von Merlin hingerichtet werden, man dies feiert. Weil sie dadurch ihre gerechte Strafe erhalten haben. Was immerhin etwas ist.
Auch ist es beruhigend zu wissen, dass der Konflikt anscheinend langsam aber sicher sich dem Ende nähert. Zumindest schreibt David Weber, dass das Blatt sich zu Gunsten Charis wendet (Als ob es das vorher nicht tat). Dementsprechend ist ein Ende der Romanreihe in Sichtweise. Was man nur begrüßen kann.
Info
Autor: David Weber
Originaltitel: Like A Mighty Army, Teil 2
Übersetzer: Ulf Ritgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 05/2015
Einband: Taschenbuch
Seiten: 603
ISBN: 978-3-404-20787-9
Sonstige Informationen: Produktseite
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