Erneut weist das Album die ärgerliche Angewohnheit auf, nicht so recht zu Potte zu kommen.

Pläne und ihre Probleme
Merlin hat dank Nimue endlich Excalibur wieder. Doch ein dunkler Schatten liegt auf der Klinge. Den der Magier zum Glück vertreiben kann. Alles ist bereit dafür, dass Artus das Schwert erhält und damit zum neuen Pendragon wird.
Es gibt allerdings diverse Probleme. Zum einen will Artus diese Rolle nicht. Er will Elwen heiraten und sich dann in sein Königreich zurückziehen. Und zum anderen muss der neue Pendragon gewählt werden und das einstimmig. Was angesichts der verschiedenen Interessen der unterschiedlichen Könige alles andere als sicher ist.
Der erste Pendragon-Band hatte das Problem, dass die Story nie so richtig in die Gänge kam. Das, wann immer es spannend oder interessant wurde, die Geschichte ausgebremst wurde, um noch mal etwas zu erklären oder etwas Neues einzuführen. Ob sich dies jetzt mit dem zweiten Band Der Rat der Könige ändert?
Zufällig passende Attacken
Zumindest kann man dem Album zu Gute halten, dass hier die handlungstragenden Figuren weiter ausgebaut werden. So ist Mordred immer noch ein Gefangener der Pikten, wo er sich mit seinem Egoismus einen Weg in die Freiheit wiederholt selber verbaut. Und der schon bald auf eine Frau stößt, die sich ihm als seine Schwester vorstellt.
Doch überwiegend liegt der Fokus natürlich auf Artus. Und seinem Versuch, dem Schicksal, dass Merlin für ihn vorgesehen hat, zu vermeiden. Wiederholt macht er klar, dass er von den Plänen des Magiers nichts hält. Dass er nicht Pendragon werden, sondern nur sein eigenes, kleines Königreich beherrschen möchte.
Was diesem selbstverständlich nicht passt. Interessant ist, dass es wiederholt zu Ereignissen kommt, in denen das Leben von Artus auf dem Spiel steht. Das, als er Elwen ehelichen will, die Stadt, in der sie heiraten, angegriffen wird. Oder er sich später gegen einen schwarzen, eindeutig nicht natürlichen Wolf erwehren muss.
Ein überraschendes Ende
Das Album lässt es offen, wer hinter diesen Aktionen steckt. Ob es jetzt Merlin ist oder jemand anderes. Aber in jedem Fall verstärkt es die Agenda des Magiers, in dem es zum Beispiel Artus sehr gut dastehen lässt.
Interessanterweise hat das Album einige Momente, in denen die Gespräche stark politisch werden. Wo beispielsweise über Stimmen geredet wird, darüber, wer unter welchen Umständen wie viele haben könnte. Was am Ende des Albums wichtig wird, als es dann zur Abstimmung kommt.
Worauf will die Story hinaus?
Eigentlich ließt sich dies interessant und abwechslungsreich. Aber uneigentlich merkt man schon wieder, dass hier im Prinzip die ganze Zeit nur Luft geholt wird. Es sind alles Vorbereitungen, doch man weiß nicht so recht, worauf. Auf die erste Konfrontation zwischen Artus und Modred? Darauf, dass Artus endlich Pendragon wird? So richtig weiß man es nicht und so fühlt sich dieses Album auch irgendwie unvollständig, unbefriedigend an.
Was angesichts der Illustrationen schade ist. Benoit Dellac und Paolo Martinello wissen, wie man sowohl die vielen Talking Heads inszeniert, wie ebenso die diversen Actionszenen. Vor allem der Kampf in der brennenden Stadt wirkt packend und grandios.
Am Ende wäre es schön, wenn man endlich das Gefühl haben könnte, dass die Geschichte los geht. Aber noch scheint dem nicht der Fall zu sein. Weshalb man sich in Geduld üben muss.
Info
Autoren: Jérôme Le Gris
Zeichner: Benoît Dellac, Paolo Martinello
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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