Zur Halbzeit der ersten Staffel tritt die Reihe auf die Bremse und präsentiert statt Action Infobrocken.
Halbzeit!
Sam Fisher (Liev Schreiber) und Zinnia McKenna (Kirby) fliehen vor den angreifenden Söldnern. Mit ein wenig Glück können sie einige von denen töten, ehe sie selber in der letzten Minute mit einem Privatjet davonkommen können. Die Anführerin der Angreifer wird dabei am Ohr erwischt.
Zurück in Amerika heißt es Infos sichten und sich regenerieren. Dank Thunder (Joel Oulette) wird dabei ein geheimer Datenspeicher entdeckt, dessen Entschlüsselung geknackt werden kann. Doch es werden noch weitere verschlüsselte Dateien gefunden. Und der Schlüssel für diese könnte bei der Gegenseite liegen.
Es ist Halbzeit. Vier Folgen von Splinter Cell: Deathwatch sind geschafft, weitere vier werden noch kommen. Eine zweite Season wurde ebenfalls bereits angekündigt. Was also bietet Spuren von Bagram zur Halbzeit?
Actionarm
Im Prinzip das üblich, was von man einer solchen Episode erwartet. Ein großes Thema, was die ersten vier Folgen wichtig war, wird abgeschlossen. Derweil bereits das nächste große Thema vorbereitet und angefangen wird.
Es ist dabei, bis auf den Beginn, eine erstaunlich Actionarme Episode. Bis auf die brenzlige Verfolgungsjagd am Anfang, inklusive Flucht in letzter Minute, fokussiert sich die Folge mehr auf den Plot. Denn endlich wird das Rätsel gelöst, wieso der Zahn und die Uhr von Zinnias toten Geliebten so wichtig sind. Die Lösung ist dabei gut gelungen und bietet Thunder eine weitere Gelegenheit, zu glänzen.
Allerdings merkt man der Folge durchaus an, dass hier eben die Handlung an sich im Vordergrund steht und nicht so sehr die Figuren. Die werden zwar auch weiter entwickelt. Doch hat man nicht so wirklich das Gefühl, dass sich hier ein Bein ausgerissen wird, um weitreichende und tiefschürfende Figurenzeichnungen zu präsentieren.
Kaum Charakterarbeit
Und dabei gibt es auch noch Unterschiede zwischen den Charakteren. Zinnia erhält am meisten Charakterarbeit in Spuren von Bagram als Sam Fisher. Der wiederum mehr ausgebaut wird als im Vergleich Thunder. Da merkt man einfach deutlich, welche Figur für die Serie wirklich von Bedeutung ist und welche nicht.
Es ist jetzt nicht so, dass dieser limitierte Charakterisierungsausbau großartig frustrierend ist. Das, was hier stellenweise präsentiert wird, reicht aus, damit die Figuren sich genügend weiterentwickeln. Auch wenn es teilweise, wie bei Zinnia, wie Stückwerk wirkt.
Zinnia versucht den Tod ihres Geliebten zu verarbeiten. Zu Beginn der Episode sieht sie sich als innerlich verrottend an, weil sie mit Sam nicht über ihr Privatleben reden möchte. Anschließend sieht man, wie sie innerhalb von Fourth Echoleon medizinisch versorgt wird, nur um dann später – es ist wohl etwas Zeit vergangen – draußen zu joggen, wo sie schließlich den entscheidenden Schlüssel entdeckt. Irgendwie fehlt hier etwas dazwischen, fühlt es sich so an, als ob hier ein Zwischenschritt in der Entwicklung übersprungen wurde, um eben noch in dieser Folge zum Endergebnis zu kommen.
Der Plot hat Priorität
Bei Sam Fisher selbst werden Dinge angedeutet. Es gibt eine vielsagende Rückblende, wo noch mal seine Vergangenheit mit Douglas Shetland eingebaut wird. Aber um wirklich nachzuvollziehen, was die Beziehung zwischen den beiden angeht und wie sich entwickelt, wird man vermutlich die Videospiele gespielt haben müssen. Hier ist es einfach nur ein Puzzleteil für den großen Plot, dessen Relevanz man vermutlich später nachvollziehen kann.
Es gibt auch eine großartige Szene mit Diana Shetland, wo man einen Tag in ihrem Leben miterlebt. Wie sie auf Veranstaltungen auftritt, Reden hält, der Öffentlichkeit etwas vormacht. Derweil sie insgeheim über die Abwesenheit ihres Bruders frustriert ist. Und sie scheint viel Wert auf ein gewisses Handy zu legen, das stets voll aufgeladen sein muss.
Sie wird vermutlich dann später in dem Plot die wahre Antagonistin sein. Jedenfalls sie oder ihr Bruder. Was genau sie vorhat, weiß man natürlich nicht.
Letzten Endes ist das die Episode, wo man wirklich merkt, dass der Fokus der Serie weniger auf den Figuren liegt. Als vielmehr auf der Handlung. Diese entwickelt sich eher langsam voran. Bislang konnte dies durch erstklassige Actionszenen übertüncht werden. Doch in diesem Fall gelingt das nicht mehr so gut.
Info
Drehbuch: David Daitch & Katie J. Stone
Regie: Guillaume Dousse
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