Mit dem vierten Kapitel endet der erste Teil der fünften Staffel von Stranger Things. Das kleine Finale ist bislang die beste Episode und wartet mit einigen Überraschungen auf.
Derek
Nach seinem Aufwachen entkommt Derek Joyce, Robin und Will. Es gelingt ihm, sich in der Scheune auf dem Heuboden zu verstecken. Derek bleibt für alle unerreichbar, als er die Leiter wegstößt. Zeit bleibt ihnen keine, denn schon ist der Demogorgon am verriegelten Scheunentor angelangt und versucht, einzudringen. Will liegt in Trance am Boden und Joyce stellt sich dem Demogorgon mit einer Axt in den Weg. Sie drängt ihn hinaus auf die Straße, wo er von Steves Auto angefahren wird. Der Demogorgon reisst ein Tor auf und flieht. Steve schlägt vor, ihm zu folgen. Nancy stimmt zu und so rast der BMW gerade noch durch das sich schließende Tor. Im Upside-Down kracht der Wagen dann aber in die ominöse Membranwand.
Mike und Lucas kommen auf ihren Rädern angerast und berichten, dass in der Zwischenzeit alle Kinder in Dereks Alter von Soldaten in Bussen abtransportiert und in die Militärbasis gebracht wurden. Nach dem Beispiel des Films Gesprengte Ketten plant die Gruppe nun, die Kinder über die verlassenen Tunnel, die unter Hawkins verlaufen heraus zu holen. Hierfür wird aber ein Insider gebraucht, jemand, der eigentlich sowieso dort sein sollte: Derek. Erica nimmt einen Beobachtungsposten ein und kann so gut überblicken, wie Derek problemlos in die Militärbasis gelangt. Dort angekommen lässt er sich zuerst den Waschraum zeigen. Ausgestattet mit einem Funkgerät kann er die genaue Position an die anderen übermitteln. Murray bringt wieder Ausrüstung – diesmal zum Graben – und hat auch seinen Laster so umgebaut, dass darin die Kinder untergebracht werden können.
Auf dem Weg zum Tunneleingang spricht Mike Will gut zu, als dieser ihm zu erklären versucht, was er empfindet, wenn er sich im Hive-Mind befindet. Er fühlt sich so hilflos wie bei einem Horrorfilm, bei dem man nicht wegschauen kann. Mike muntert ihn auf, er ist doch Will der Weise, nur nicht wie bei DND, ein Magier mit Zauberbuch, sondern ein Zauberer, der seine Fähigkeiten anders erlangt. Robin beobachtet das und nimmt Will in den Tunneln später zur Seite. Ihr ist bewusst, was Will für Mike empfindet und seine Gefühle wohl nicht erwidert werden. Sie erzählt ihm von ihrer ersten Zurückweisung und wie sie später durch eine alte Filmaufnahme von sich selbst gelernt hat, die Angst zu überwinden und sich selbst so anzunehmen wie sie ist.
Derek schart in der Zwischenzeit alle Kinder um sich, die wie er Mr. Whatsit gesehen haben. Sobald er das Signal erhält, dass der Boden durchbrochen ist, schickt er eines nach dem anderen in den Waschraum, wo sie in Sicherheit gebracht werden. Allerdings hat Mike beim Durchbruch eines der Wasserrohre beschädigt. Die ganze behelfsmäßige Konstruktion gibt beunruhigende Geräusche von sich. Drei Kinder können in Sicherheit gebracht werden bis das Wasser unter der Tür hindurch sichtbar wird. Ein Mädchen, das nichts von Mr. Whatsit weiß, sieht nach und meldet, was vor sich geht. So wird die Rettungsaktion vereitelt und Will, Mike, Joyce, Derek und die restlichen Kinder werden von den Soldaten gefangen genommen.
Holly und Max
Max verarztet Hollys aufgeschlagenes Knie und bringt sie in die Höhle, ihren Unterschlupf, wo sie sich häuslich eingerichtet hat. Sie erklärt Holly, was es mit Vecna auf sich hat. Sie befinden sich nicht in der realen Welt und auch nicht körperlich im Upside-Down sondern in Henry Creels Erinnerungen, in seinem Gefängnis. Als Max damals wieder zu sich kam, befand sie sich zunächst im Regenbogenzimmer im Labor umringt von toten Kindern. Von dort gelangte sie in die Highschool im Jahre 1959, wo Joyce gerade Flyer für ein Theaterstück verteilt hatte, in dem auch Henry Creel mitgespielt hat. Henrys Erinnerungen sind wie ein Labyrinth und schließlich gelangte sie wieder an den Anfang. Max musste auch Henrys Erinnerungen an sie selbst durchleben, was für sie wirklich schlimm war, bis sie wieder am Anfang ankam.
Holly erkennt Parallelen zu dem Buch Die Zeitfalle, das sie gerade liest. Dort gibt es ja auch eine Figur namens Whatsit. Der Ort, an dem sie sich befinden, ist praktisch vergleichbar mit Camazotz, dem Schauplatz des Buches. Max sagt, wenn man in einer anderen Dimension gefangen ist, gibt es nur 3 Möglichkeiten: 1) man bringt sich um, 2) man akzeptiert sein Schicksal oder 3) man versucht, zu fliehen. Das ist eindeutig die beste Möglichkeit. Als Max wieder am Anfang im Regenbogenzimmer ankam, hörte sie plötzlich Kate Bush und folgte der Musik. Sie durchbrach eine Wand und gelangte zum Ort ihres Todes. Doch diesmal hat sich ein Tor in die reale Welt aufgetan und sie sah Lucas bei sich am Krankenbett sitzen. Max konnte jedoch nicht durch das Tor gelangen, denn mit einem Male stoppte die Musik. Vecna tauchte auf und es blieb ihr nichts anderes übrig als planlos zu fliehen. Sie rannte bis zu dieser Höhle, Henry konnte nicht hinein. Offenbar hatte er große Angst vor der Erinnerung, die er mit der Höhle verbindet.
Daraufhin hatte Max ihr Schicksal akzeptiert. Doch nun, da Holly hier ist, gibt es neue Hoffnung auf Flucht. Holly muss mit ihr zusammenarbeiten und zurück in die Creel-Villa obwohl sie das zunächst nicht will. Nachdem sie alle Informationen verarbeitet hat, nimmt Holly die Heroische auf ihre Quest.
Im Upside-Down
Während Elfie und Hopper die Basis im Upside-Down beobachten, gelingt Akers die Flucht. Elfie möchte über den Zaun springen und in die Basis eindringen. Hopper ist zunächst entschieden dagegen. Mit einem Mal hören sie das Funksignal von Dustin. Schnell erklärt er ihnen, dass sie nun auch im Upside-Down sind. Der Wagen steckt allerdings in der Wand fest. Hopper wird hellhörig, da Dustin und die anderen sich am Friedhof befinden, was ganz wo anders ist, als die Wand an der er mit Elfie war. Nun erlaubt er Elfie doch, über den Zaun zu springen.
Jonathan und Steve geraten wieder in Streit, was die weitere Vorgehensweise angeht. Nancy geht dazwischen, es war schließlich ihre Entscheidung und es geht dabei ja auch um ihre Schwester. Dustin hat in der Zwischenzeit herausgefunden, dass die Mauer ein Kreis sein muss. Und genau in der Mitte liegt das Labor von Dr. Brennan.
Beim Eindringen in die Militärbasis muss Elfie einen Wachposten töten, um Hopper einzulassen. Im Labor kommen die beiden aber nicht weiter, da die Metalltür weiterhin unüberwindbar bleibt. Akers hat in der Zwischenzeit Dr. Kay alarmiert, die mit gehobener Waffe auf Elfie und Hopper zukommen. Plötzlich setzt die Signalübertragung wieder ein und Elfies Kräfte werden ausgeschaltet. Es kommt zu einem Schusswechsel und Kampf. Hopper gerät in einen Glaskasten mit einem Tentakelwesen und wird gewürgt während Dr. Kay sich über ihn lustig macht. Doch Elfie kann sich aufraffen und Dr. Kay niederstechen. Hopper befreit sich und nimmt ihr den Zugangsschlüssel ab. Hopper verbietet Elfie mit durch die geschlossene Tür zu kommen. Sie bemerkt, dass er eine Sprengstoffweste trägt. Hopper hatte von Anfang an nicht vor, zurückzukommen, sondern sich gemeinsam mit Vecna in die Luft zu sprengen.
Wendung
Die Soldaten führen Joyce, Will, Mike, Derek und die anderen über den Innenhof der Basis. Die geretteten Kinder werden von Robin in den Laster verfrachtet und Lucas versucht, die noch im Tunnel verbliebenen Kinder heraus zu führen. Plötzlich fasst Will sich wieder in den Nacken – ein großer Angriff steht bevor. Die Ereignisse überschlagen sich, überall brechen Demogorgons durch und greifen an, hier in der Basis, aber auch in den Tunneln und bei Robin und Murray an der Radiostation. Die Soldaten haben keine Chance, Mike schart die Kinder um Schund bringt sie in Deckung während Joyce bei Will bleibt, der schreiend am Boden liegt. Als Vecna durch ein großes Tor tritt, ist der Kampf praktisch vorbei. Die verletzten Demogorgons regenerieren sich und Vecna stößt Joyce auf zur Seite als sie sich beschützend vor Will stellt. Will schwebt auf Augenhöhe vor Vecna und wird verhöhnt. Er war der erste und hat den Weg geebnet. Manche Menschenpassen einfach nicht in diese Welt. Nachdem die Kinder alle verschleppt wurden, zieht sich auch Vecna zurück, lässt aber die Demogorgons zurück, um diejenigen zu töten, die sich gegen ihn gestellt haben.
Zurück bei Elfie im Labor werden wir Zeuge wie es zu einer kleinen Erschütterung kommt und das Signal mit einem Mal aufhört, sie wird wieder sie selbst. Eine Explosion hat es aber nicht gegeben. Die Metalltür schwingt auf und Hopper geht auf sie zu. Er ist noch am Leben. Er führt sie den Gang entlang zu dem Raum, in dem Elfie früher für Brennan auf mentale Reise gegangen ist. Doch dort ist nicht Vecna, es ist Kali. Elfi geht auf sie zu und sagt: Schwester.
Die Demogorgons stehen nun direkt vor Robin, Lucas und Mike und setzen zum letzten Angriff an. Will liegt wieder am Boden und hört Robins Stimme in seinem Kopf, wie sie ihm sagt, dass sie nur Angst hatte und diese Angst besiegen konnte. Will ruft in seinem Kopf Bilder aus seiner Kindheit auf und mit einem Mal kann er sich erheben. Er hebt die Arme an und die Demogorgons frieren mitten in der Bewegung ein, seine Augen sind weiß. Er hat die Kontrolle übernommen. Er reist die Arme runter und ballt die Fäuste, woraufhin die Demogorgons mit zerschmetterten Knochen auf den Boden krachen. Seine Augen werden wieder normal und er wischt sich die blutige Nase ab.
Fazit
Das kleine Finale hat gehalten, was es versprochen hat. Auch das lange Warten auf die gesamte fünfte Staffel hat sich gelohnt. Manche Spekulationen haben sich als wahr erwiesen. So ist wirklich Kali, Nummer 8 hinter der Tür gewesen. Hopper hatte ja ganz richtig angemerkt, dass er kaum dort gefangen sein kann und gleichzeitig Holly hat entführen können. Nun ist abzuwarten, was Kali gemeinsam mit Elfie erreichen kann. Ihre Superkraft ist es schließlich, Menschen Dinge sehen zu lassen, die gar nicht da sind. Doch ist sie auch eine Mörderin, die eventuell andere Ziele als Elfie verfolgt. Die Tatsache, dass sich Hopper schon wieder opfern wollte, ist zwar nachvollziehbar aber in Anbetracht der vorherigen Staffeln doch etwas überstrapaziert.
Will steht endlich im Mittelpunkt. Lange hat es gedauert, denn eigentlich dreht sich die ganze Serie ja irgendwie um ihn. Er konnte sich von Joyce loslösen und in den Vordergrund treten. Vecna hat ihn auch diesmal wieder mit seinem vollen Namen William angesprochen. Er wirkte wie ein Gegenpol zu Vecna. Vecna hat aus ihm Energie gezogen und nun entzieht er Vecna Energie. Doch die Kinder sind trotzdem weg. Zwölf an der Zahl, wie Nummern auf einem Zifferblatt. Die Uhr hatte ja schon in der letzten Staffel eine große Bedeutung für Henry. Ist er nun am Ziel und kann endlich vollenden, was er begonnen hat? Genau hier liegt auch das Problem. Sind wir nicht alle davon ausgegangen, dass das schon am Ende der vierten Staffel passiert war? Was hat damals die Partikel zurückgedrängt? Robins Erzählung aus Folge 1 erklärt das so, dass das Phänomen örtlich begrenzt war und das Militär einfach den Bereich abgeriegelt hat. Wir werden bald erfahren, ob Vecna überhaupt der Oberschurke der Geschichte ist. Vor was genau hat Henry Creel Angst? Als er damals als kleiner Junge in die Dimension X geraten ist und verändert wurde, ist ihm etwas passiert. Was genau, werden wir hoffentlich im zweiten Teil der Staffel erfahren.
Wenn es in dieser Folge einen Schwachpunkt gibt, so ist es Linda Hamilton als Dr. Kay. Insgesamt ist ihre Rolle in der gesamten Staffel noch nicht so sehr ins Gewicht gefallen, aber in der aktuellen Episode war Linda Hamilton wirklich schwach. Sicherlich hat Kay besondere Beweggründe, eventuell hat sie mit Dr. Brennan zusammengearbeitet, eventuell geht es auch um etwas ganz anderes. Auf dem Grabstein der Munsons ist auch eine Familie Kay erwähnt, auch diese Richtung wäre eine Möglichkeit. Hoffentlich gibt es für Linda Hamilton noch genügend Gelegenheit, sich hier zu rehabilitieren.
Insgesamt gibt es weiterhin zu viele Charaktere. Es ist davon auszugehen, dass es Verluste geben wird. Jonathan oder Steve – einer von beiden wird wohl nicht überleben. Hier kann vielleicht der Verlobungsring noch eine Rolle spielen. Hopper wollte sich schon so oft opfern, dass es nur recht und billig wäre, wenn es am Ende auch der Fall wäre.
Info
Drehbuch: Paul Dichter
Regie: Duffer-Brüder
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Warpskala
WarpskalaPositiv
- Will bekommt Kräfte und kann sie auch nutzen.
- Elfie trifft ihre "Schwester" wieder.
Negativ
- Linda Hamilton kann als Dr. Kay nicht überzeugen.
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