Ein junges Mädchen sorgt dafür, dass Frank Castle wieder in seine Rolle als Punisher schlüpft.
Die zweite und letzte
Nach einem langsamen und eher problematischen Beginn war die erste The Punisher-Staffel am Ende durchaus gelungen. Dementsprechend war klar, dass es auch eine zweite Season geben würde, zu der hinter der Kamera stehende Steve Lightfoot als Showrunner zurückkehren sollte. Vor der Kamera gab es natürlich Jon Bernthal in der Titelrolle zu sehen, derweil Ben Barnes, Amber Rose Revah und Jason R. Moore ebenfalls ihre alten Rollen wieder aufnehmen sollten. Neu zum Cast stießen die Schauspieler Josh Stewart, Floriana Lima und Giorgia Whigham.
Allerdings sollte diese Season dasselbe Schicksal erfahren, wie die der anderen Marvel-Netflix-Serien zuvor auch: Es sollte die letzte sein, da der Streamingdienst keine weitere produzieren und dieses Streetlevel-Helden-Universum 2022 bei Disney+ landen sollte. Wo demnächst ein Special mit dem Charakter herauskommen soll.
Zeit vergeht
Es ist einiges an Zeit vergangen, seitdem Frank den Tod seiner Familien rächen konnte. Seitdem reist er scheinbar ziellos durch die USA, bis er in einer Kleinstadt Halt macht. Er bleibt länger als gedacht, weil er an der lokalen Bartenderin Gefallen gefunden hat. Fast scheint es so, als ob er hier nach all den Jahren endlich wieder so etwas wie Glück und Frieden gefunden hat.
Doch das Verbrechen ruht nicht und schon bald sieht er sich gezwungen, wieder Leute zu töten. Ein Mädchen, eine Kleinkriminelle, hat Verbindungen zur Russenmafia, die sie tot sehen will. Allerdings kriegt Frank davon Wind und beginnt, die Gangster auszuschalten. Doch dabei wird ausgerechnet die Bartenderin angeschossen, sodass er ihr und das Leben des Mädchens retten muss.
Nicht sonderlich innovativ
Raststätten-Blues ist keine Auftaktepisode, die das Rad neu erfindet. Die Ausgangssituation wirkt schon sehr generisch. Frank kommt in eine fremde, kleine Stadt, findet dort eine nette Frau, die noch dazu alleinerziehend ist, freundet sich mit ihr und ihrem Kind an, ehe dann die Situation eskaliert. Das ist nichts Neues. Im Gegenteil: Es ist sogar sehr viel Altes hier mit bei.
Und doch schafft es die Episode, einen in ihren Bann zu ziehen. Denn es ist schön, Frank Castle mal glücklich zu sehen. Auch wenn man als Zuschauer natürlich ständig im Hinterkopf hat, dass dies nicht lange anhalten dürfte. Was dann ja ebenfalls schnell bestätigt wird.
Grandiose Action
Getragen wird die Folge daher vor allem auch von den sehr gut inszenieren Actionszenen. Die, wie es für die Reihe üblich ist, äußerst blutig geraten. Frank Castle teil hier ordentlich aus, steckt aber ebenso ein. Und dass am Ende seine neue Freundin verletzt wird, verleiht der ganzen Situation zusätzliches Drama.
Interessant ist dabei die Darstellung des Mädchens. Auch hier muss man sagen, dass die Reihe das Rad nicht neu erfindet. Es handelt sich hier wieder um eine toughe, junge Frau mit Dreck am Stecken, die sich den Falschen anvertraut. Aber die Art und Weise, wie Giorgia Whigham sie zum Leben erweckt, sorgt dann doch wieder dafür, dass man über die generische Charakterisierung gerne hinweg sieht.
Interessant ist, wen man auf der Gegenseite kennenlernt. Ein Killer mit einem religiösen Motiv gab es vorher schon oft genug. Aber auch hier wurde beim Casting die richtige Wahl getroffen. Josh Stewart hat das nötige Charisma, um klarzumachen, dass diese Figur zwar einer der Bösen ist, aber man hat dennoch das Gefühl, dass der Charakter eine gewisse Tiefe besitzt. Eine, bei der man es kaum erwarten kann, diese auszuloten.
Wenn Figuren nicht vergessen werden
Es ist übrigens sehr schön, dass die Serie Dinah Madani und Billy Russo nicht vergessen hat. Bei ihr wird angedeutet, dass sie auf Grund der erlittenen Traumata angefangen hat zu trinken, während er anscheinend entstellt im Koma lag und am Ende der Folge wieder erwacht. Noch ist unklar, welche Rolle die beiden Figuren in der zweiten Season innehaben werden. Aber auf Grund der Tatsache, dass sie eben einen Kurzauftritt erhielten, kann man davon ausgehen, dass sie für die Geschichte dieser Staffel von Bedeutung sein werden.
Es ist jetzt kein Auftakt nach Maß. Vieles an dieser Folge ist generisch und daher auch vorhersehbar. Was sie am Ende davor rettet, ins Mittelmaß abzurutschen, ist eben die Tatsache, dass beim Casting gute Arbeit geleistet wurde, und man hier Schauspieler rekrutiert hat, die mit ihrem Charisma dafür sorgen, dass man trotzdem dran bleibt.
Info
Regie: Jim O’Hanlon
Drehbuch: Steve Lightfoot
Showrunner: Steve Lightfoot
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