Es gibt in dieser Folge einen ersten kleinen Lichtblick, was Liam Hemsworth Darstellung von Geralt angeht.
Endlich Material
Ciri (Freya Allan) wird immer mehr Teil der Ratten. Sie beweist sich ein ums andere Mal, derweil ihre Beziehung zu Mistle (Juliette Alexandra) weiterwächst. Wobei sie ihr Training nie richtig abschütteln kann, wie sich ein Mal zeigt.
Derweil ist Geralts (Liam Hemsworth) Gruppe weiterhin unterwegs, bis sie auf ein Flüchtlingslager stoßen. Dort findet Beata (Audrey Kattan) ihre Schwester Talva vor, die von einem Priester fälschlicherweise als Hexe beschuldigt wird und deshalb auf dem Scheiterhaufen landen soll. Der Hexer und seine Freunde haben allerdings etwas gegen diese Entscheidung.
Bislang war ein Problem der The Witcher-Serie, dass Liam Hemsworth sich zwar redliche Mühe gab, Henry Cavills Performance als Geralt vergessen zu machen. Er aber unter anderem daran scheiterte, dass die Story viel zu oft Szenen aufwies, in denen die Ausstrahlung Cavills vorausgesetzt wurde. Das ist auch in Prüfung Gottes der Fall. Doch gleichzeitig hat man das Gefühl, dass die Serie allmählich damit anfängt, dem neuen Geralt-Darsteller Material zu geben, dass seinen Stärken entspricht.
Geduld!
Liam Hemsworth ist kein Schauspieler, der mit minimaler Gestik und ein paar Geräuschen viel rüberbringen kann. Das war Henry Cavills Stärke. Hemsworth braucht mehr Material, er benötigt Szenen, in denen er auch wirklich Emotionen jenseits leichter Angepisstheit präsentieren kann. Und die kriegt er endlich am Ende der Folge! Da wirkt es endlich so, als ob er in der Rolle angekommen ist.
Doch bis es so weit ist, muss man sich gedulden. Zuvor muss man den Prozess um Talva als vorgebliche Hexe über sich ergehen lassen. Der ist zwar von der Logik her nachvollziehbar, da es in solchen Zeiten schon immer einfacher war, einem Sündenbock die Schuld in die Schuhe zu schieben. Was eben in diesem Fall Talva ist.
Und dieser Plot entwickelt sich durchaus nett. Die Sympathien sind eindeutig verteilt und die Abneigung gegenüber dem Priester und seinen Handlangern (Die man übrigens aus Traum eines erfüllten Wunsches her kennt) kommt vom Herzen. Also eigentlich alles so, wie man es erwartet.
Ein super Plot
Allerdings muss man auch sagen, dass der Plot größtenteils nur ganz nett ist, aber nicht überwältigend. Eben weil es wiederholt Momente gibt, die wieder so wirken, als ob hier Henry Cavill hätte stehen sollen. Weil hier ein paar mal zu oft der Zufall seine Hand im Spiel hat. Und weil Rittersporn in dieser Handlung fehl am Platz wirkt, da er nicht wirklich viel was dazu beiträgt.
Jedoch ist es gleichzeitig so, dass dieser Plot auch ein wenig im Schatten von Ciris Zeit bei den Ratten steht. Einfach, weil hier alles stimmt. Man sieht, wie das Mädchen immer mehr Teil der Gruppe wird, wie sie mit auf Raubzüge geht, sich selber als sehr gute Taschendiebin entpuppt, aber ebenso, wie sie in Mistle die Liebe findet, die sie lange vermisst hat. Und doch sieht man auch an einer Stelle, dass sie das Training der Hexer nicht verloren hat. Als sie und Mistle von drei bewaffneten Männern überfallen werden, kann sie diese schnell und mühelos töten. Und tut am Ende so, als ob dies nichts besonderes sei.
Was die restlichen Plots der Serie angeht: Der um die Zauberinnen ist der schwächste in der gesamten Folge. Er leidet unter einigen wackligen Special Effects, so wie der Tatsache, dass diese Handlung gefühlt auf der Stelle tritt. Immerhin scheint hier am Ende Bewegung in die Sache zu kommen. Auch wenn einem gefühlt immer noch ein Großteil der Zauberinnen auf den Keks geht.
Wenn es einem egal ist
Interessant ist die Entwicklung bei Emhyr, der herausfindet, dass Vilgefortz ihn belogen hat. Es scheint so, als ob das nicht die einzige Intrige ist, die in diesem Zusammenhang auftreten. Wobei am Ende ein Charakter eingeführt wird, der in der Zukunft sicherlich noch für jede Menge Ärger sorgen dürfte.
Hier ist einfach das Problem, dass die Figuren einem schlichtweg egal sind. Sie und ihre jeweiligen Pläne und Einfälle langweilen einen, weil man manchmal das Gefühl hat, dass hier Intrigen um der Intrigen-Willen eingebaut wurden.
Am Ende ist dies die bislang beste Folge der aktuellen Season. Mal sehen, ob das Niveau anhalten wird.
Inhalt
Buch: Rae Benjamin
Regie: Tricia Brock
Showrunner: Lauren Schmidt Hissrich
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