Zwar hat dieses Album durchaus einige Anreize. Doch das Endergebnis kann nicht überzeugen.

Eine Selbstmordmission
Irgendwann in der Zukunft: Auf der Erde herrscht eine Theokratie, bei der die Gesellschaft in verschiedene Stände aufgeteilt worden ist. Gleichzeitig ist die Menschheit auch ins Weltall vorgestoßen. Und ist auf einer abgelegenen Welt auf eine Schwarze Wand gestoßen. Es ist möglich, diese zu durchdringen. Doch niemand, dem dies gelang, ist lebendig zurückgekehrt.
Doch die herrschende Elite will unbedingt wissen, was hinter der Barriere steckt. Und anstatt treue Soldaten zu opfern, beschließt sie ein anderes Vorgehen. Eine Gruppe von Schwerkriminellen wird zusammengestellt, denen das Unmögliche gelingen soll. Frage ist natürlich, falls sie erfolgreich sind, was sie auf der anderen Seite erwartet?
Black Horizont 01: Sitra Ahara ist der Auftakt zu einer Comictrilogie. Erschaffen wurde sie von dem Autoren Philippe Pelaez, der zuvor den Western Six oder das Belle Epoque Abenteuer Herbst an der Bucht des Sommers geschrieben hat. Illustrator ist Benjamin Blasco-Martinez, der die Catamount-Reihe gezeichnet hat. Der zweite Band Hosianna ist seit einigen Monaten draußen, wann der Dritte erscheinen wird, ist aktuell noch offen.
Diese Art von Plan kennt man doch?
Der Anfang der Geschichte erregt dabei durchaus Interesse. Man sieht, wie ein Mann namens Dan anscheinend im Vatikan Leute umgebracht hat. Ehe dann umgeblendet wird, hin zu dieser schwarzen Mauer, um die es in der Story gehen soll. Es wird gezeigt, dass man diese durchdringen kann, allerdings diejenigen, die dies schaffen, nicht mehr lebendig zurückkommen. Etwas scheint auf der anderen Seite zu sein, was sie umbringt.
Daraufhin wird der Plan gefasst, eine Gruppe von Schwerverbrechern aufzubauen und auf die andere Seite zu schicken. Die Idee, dass wenn diese sterben, niemand ihnen nachweint, hat natürlich eine gnadenlos bestechende Logik. Auch wenn dieses Motiv schon zuvor woanders verwendet worden ist, nämlich unter anderem in Suicide Squad. Nur eben mit dem Unterschied, dass bei dem Film Superschurken mit Kräften durch Bomben dazu gebracht wurden. Hier sind es „nur“ normale Menschen, wenn auch mit jeder Menge Dreck auf dem Kerbholz.
Und eigentlich ist dies ebenfalls der Moment, wo die Geschichte anfängt, abzubauen. Denn nahezu alle Charaktere wirken wie bloße Abziehfiguren. Bei einigen von ihnen wird schon fast zaghaft Ansätze einer Charakterisierung angedeutet, in dem unter anderem Rückblenden eingebaut werden, wo man mehr über sie erfährt. Aber es bleibt bei den Ansätzen.
Funktion reicht als Merkmal
Denn ansonsten ist das einzige Definitionsmerkmal, dass die Protagonisten besitzen, ihre Funktion. Zumindest bei denen, die eine haben. Da ist der Mechaniker, da ist der Soldat und abgesehen davon war es das gefühlt. Es wird nichts unternommen, um wirklich alle Figuren unterscheidbar zu machen, sieht man von der Optik ab. Und das ist einfach nicht genug!
Nicht, dass die Geschichte an sich viel interessanter ist. Denn im Prinzip ahnt man schon, wie sie verläuft, was einen erwarten wird. Es ist schließlich eine SciFi-Horror-Action-Erzählung, wo es dementsprechend regelmäßig kracht und wiederholt gruselige Momente gibt. So trifft die Gruppe auf der anderen Seiten auf eine Art Nebel, der die betroffenen in blutrünstige Monster verwandelt, die anschließend über die Nicht-Verwandelten herfallen.
Es gibt zwei Aspekte, die das Album vor einem Totalausfall retten: Das eine ist eine Entdeckung, die die Gruppe jenseits der Schwarzen Mauer machen. Und das andere ist das Ende, wo es eine überraschende Enthüllung gibt, die für die nächsten Alben sehr vielversprechend sein dürfte.
Etwas düstere Kolorierung
Die Illustrationen von Benjamin Blasco-Martinez sind solide und detailreich. Allerdings ist die Kolorierung stellenweise sehr dunkel und düster geraten, vor allem in den Rückblenden.
Am Ende ist dies kein Auftakt nach Maß. Mal sehen, wie die künftigen Ausgaben die Geschichte weiterentwickeln.
Info
Autor: Philippe Pelaez
Zeichnungen und Farbe: Benjamin Blasco-Martinez
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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