Es gibt in dieser Ausgabe einen erneuten Zeichnerwechsel zu vermelden.

Ein überraschender Zeichnerwechsel
Die Bene Tleilaxu stehen kurz vor ihrem größten Erfolg. Sie schmuggeln ihr künstliches Spice in den imperialen Alltag ein und sorgen so beispielsweise dafür, dass ein Navigator es erhält. Doch dann zeigt sich, dass ihr Produkt nicht mit dem Original mithalten kann.
Derweil bereitet sich Rhombur vor, seine Heimat, den Planeten Ix, zurück zu erobern. Er erhält dabei Unterstützung von Herzog Leto von Atreides. Allerdings zeigt es sich, dass der Plan alles andere als einfach umsetzbar ist.
Es ist kein gutes Zeichen, wenn eine Serie schon wieder einen Zeichnerwechsel durchführt. Vor allem bei US-amerikanischen Reihen, die deutlich häufiger als europäische Comics erscheinen, deutet dies auf Probleme hin. Und so muss man im zweiten Band von Dune – Haus Corrino besorgt die Stirn runzeln. Denn von den ursprünglichen Zeichnern des ersten Bandes kehrt nur Simone Ragazzoni zurück, um eines der drei in dieser Ausgabe gesammelten Kapitel zu zeichnen. Und das noch nicht mal komplett, sondern mit Unterstützung von Francesco Mazzoli. Die beiden anderen Kapitel werden von Andrea Scalmazzi illustriert.
Zwei ähnliche Stile, unterschiedliche Probleme
Die jeweiligen Illustratoren bemühen sich zwar, einen ähnlichen Stil beizubehalten, dennoch sind gewisse Unterschiede feststellbar. Bei Ragazzoni und Mazzoli wirken die Zeichnungen stark cartoonig, teilweise schon fast karikaturenhaft, wenn man sich einige Gestiken und Mimiken in gewissen Panels anschaut. Scalmazzis Stil wirkt im Vergleich realistischer, hat allerdings auch Panels, wo man Details vermisst oder die wie unter extremen Zeitdruck illustriert aussehen.
Nicht, dass die Story viel besser ist. Erneut steht dem Album die Tatsache im Weg, dass es sich hier eben um ein Prequel handelt. Sprich: Man darf nicht großartige Entwicklungen erwarten, die im Widerspruch zu Frank Herberts Romanen stehen. Dementsprechend wartet man nur darauf, dass Rhombur irgendwann noch spektakulär das Zeitliche segnen wird, denn die Figur taucht in den Dune-Romanen nicht auf.
Doch bis dahin dauert es noch etwas. Stattdessen fokussieren sich Brian Herbert und Kevin J. Anderson darauf, seinen Versuch zu schildern, seine Heimatwelt zurückzuerobern. Ebenso wie die Versuche der Bene Tleilaxu dargestellt werden, mit künstlichem Spice das Machtgefüge des Imperiums zu erschüttern. Die Atreides und Harkonnen kommen ebenfalls vor, derweil der Imperator beweisen darf, dass er sich zur Not über alle Regeln hinwegsetzt, um seinen Machtanspruch zu untermauern.
Keine richtigen Figuren, mehr Karikaturen
Das Problem ist, dass sich das alles sehr beliebig liest. Im Prinzip werden hier diverse Intrigen gesponnen und weiterentwickelt und die unterschiedlichen Personen dürfen darauf reagieren. Es wirkt wie eine x-beliebige Space Opera, ohne irgendetwas an sich zu haben, was eben Frank Herberts Romane so genial machte.
Brian Herbert und Kevin J. Anderson versuchen auch in Dune – Haus Corino Buch 2, eine Vorgeschichte zu liefern, die zwar viele Details der späteren Romane erklärt. Aber sie tun dies auf eine Art und Weise, die einen schlicht und ergreifend langweilt. Am Ende wirken einfach die handlungstragenden Charaktere wie Karikaturen bestimmter Arten von Figuren.
Der Imperator ist gnadenlos und unbarmherzig. Ihm ist das Schicksal von einzelnen egal, er will einfach nur verhindern, dass jemand seine Macht untergräbt. Eine Legitimierung wird dann schon später gefunden, was ihn natürlich nicht gut erscheinen lässt. Prinz Rhombur ist trotz der Tatsache, dass er ein halber Cyborg ist, gerecht und gutherzig. Er ist eben ein Held.
All das sorgt am Ende dafür, dass diese Dune-Prequels deutlich hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Es wirkt alles so generisch, so standardisiert. Und wenn man Frank Herberts Bücher gelesen hat, dann weiß man, dass dies nicht das ist, was dessen Geschichte eigentlich ausmacht.
Info
Autoren: Brian Herbert, Kevin J. Anderson
Zeichner: Andrea Scalmazzi, Simone Ragazzoni, Francesco Mazzoli
Farben: Dan Jackson
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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