Mit Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen fängt die dritte Castlevania-Staffel an.

Wenn die Einsamkeit einen langsam durchdrehen lässt

Ein Monat ist seit Draculas Tod vergangen. Sein Sohn Alucard bewohnt mittlerweile alleine das Schloss und versucht das Leben, so gut es geht zu genießen. Doch es fehlt ihm an Gesellschaft, er vermisst Trevor und Sypha. Gleichzeitig befürchtet er, langsam verrückt zu werden.

Seine beiden einstigen Kampfkameraden durchreisen derweil die Lande und bekämpfen Nachtkreaturen. Dabei stoßen sie eines Tages auf ein Dorf, in dem ein verrückter Prior öffentlich den Tod Draculas betrauert und diejenigen, die dafür verantwortlich sind, bestrafen möchte. Parallel dazu erreicht Carmilla mit dem gefangenen Hector ihre Heimat und wird von ihren Schwestern freundlich begrüßt.

Eine neue Castlevania-Staffel fängt an und ein Mal mehr gibt es einen deutlichen Unterschied zur vorherigen. Denn dieses Mal umfasst sie zehn, statt acht Folgen. Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen ist dabei der Staffelauftakt.

Ein idyllischer Anfang

Zwei Episoden mehr bedeutet für Drehbuchautor Warren Ellis natürlich auch mehr Gelegenheit, sich mit der Gesamthandlung Zeit zu lassen, sie noch mehr auszuwälzen und in die Länge zu strecken. Was wiederum zu Pacingproblemen führen könnte. Doch das wird man erst in den kommenden Folgen sehen.

Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen konzentriert sich erstmal nur auf die wichtigsten handlungstragenden Figuren oder führt neue, für die Staffel oder Serie wichtige Charaktere ein. Der einzige ehemals wichtige Charakter, der in dieser Episode nicht auftaucht, ist Isaac. Aber vermutlich wird er in der Nächsten auftauchen.

Die Folge beginnt idyllisch, mit einem Alucard, der Gemüse erntet und einen Fisch fängt, um sich dann im Schloss ein wundervolles Essen zu machen, natürlich mit einem guten Tropfen. Es sind wunderbare Minuten, in denen nicht gesprochen wird. Bis sich der Sohn Draculas zu Tisch setzt und anfängt, mit Stoffpuppen zu reden. Woran man merkt, dass die Einsamkeit ihm zusetzt und er anscheinend langsam den Verstand verliert. Was kein gutes Zeichen ist.

Die Schwestern werden vorgestellt

Als Nächstes widmet sich Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen Trevor und Syph, die die Straße entlangreisen und darauf warten, von Nachtkreaturen überfallen zu werden. Sie scheint das dabei eher zu genießen, als er. So stürzt sie sich voller Begeisterung in die Auseinandersetzung, obwohl sie noch deutlich die Narben des Kampfes gegen Dracula trägt. Dank ihrer Magie hat sich wenig Probleme, die Ungeheuer zu töten, derweil Trevor sich schon etwas mehr anstrengen muss.

Das Dorf, in das sie dann später gelangen, wird interessant eingeführt. Nach außen hin scheint es ihm gut zu gehen, was man auch an dem Angebot einer Obsthändlerin gilt, mit der ein Fremder der sich Saint Germain nennt, um zwei Äpfel feilscht. Dass dann in dem Dorf ein wenig mehr im Argen liegt, merkt man, als Trevor und Sypha mit einer erledigten Kreatur kommen und anschließend der örtliche Prior seine merkwürdigen Ansichten von sich gibt. Hier wird einiges an interessantem Material vorbereitet, wo man es kaum erwarten kann, wie das sich weiterentwickelt.

Doch Carmilla und Hector werden in Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen ebenfalls nicht vergessen. Auch hier lernt man neue Charaktere kennen, nämlich die Schwestern von Carmilla. Es ist ein freudiges Wiedersehen der vom äußeren her sehr unterschiedlichen Vampirdamen. Man erfährt noch nicht viel über die anderen weiblichen Vampire, aber schon das unterschiedliche Aussehen – die eine mehr wie ein junges, adeliges Mädchen, die andere wie eine Frau aus dem Orient, während die dritte wie eine Art Kriegerin aussieht – verrät einiges. Das Zusammenspiel der vier ist von gegenseitigem Respekt und auch einer Art Zuneigung geprägt.

Ein Abschaum von Werkzeug

Hector hingegen wird wie minderwertiger Abschaum behandelt. Man sieht, wie er komplett gebrochen worden ist. Er sagt die ganze Zeit nichts, sondern geht mit gesenktem Kopf durch die Gegend oder isst, wenn auch mit deutlichem Widerwillen, das schimmelige Essen, was ihm zugeworfen wird. Für Carmilla ist er nur ein Werkzeug für ihre Pläne. Doch ob er das ebenso für ihre Schwestern sein wird, wird sich noch zeigen.

Gepriesen seien eure kleinen toten Herzen verrät noch nicht viel darüber, wo die Reise der Serie in dieser Season hingehen soll. Stattdessen sieht man viele vielversprechende Ansätze. Die unterm Strich auch dafür sorgen, dass diese Episode überzeugen kann. Der Auftakt ist gelungen, jetzt will man wissen, wie es weitergehen wird.

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Götz Piesbergen

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