Mit dieser Episode bestätigt sich der Verdacht, dass die Reihe momentan Wasser tritt.
Ist die Season noch zu retten?
Die Erkenntnis, dass Schwester Maggie (Joanne Whalley) seine leibliche Mutter ist und sie und Vater Lantom (Peter McRobbie) ihm die Wahrheit die ganze Zeit verheimlicht haben, macht Matt Murdock (Charlie Cox) schwer zu schaffen. Er verkriecht sich in dem ehemaligen Gym, wo sein Vater trainiert hat. Und während seiner Abwesenheit beschließt Karen Page (Deborah Ann Woll) vor Wilson Fisk zu fliehen, derweil auf Foggy Nelson (Elden Henson) Druck ausgeübt wird, sich für seine verbale Attacke auf den Kingpin zu entschuldigen.
Gleichzeitig gibt es jedoch auch andere bedenkliche Entwicklungen. So zeigt sich, dass die Vorgesetzte von Ray Nadeem (Jay Ali) in Wahrheit für Wilson Fisk arbeitet. Und sie und einige andere erpressen den Agenten, damit er dem Kingpin hörig wird. Was den Bundesagenten in ein moralisches Dilemma stürzt.
Daredevil hat ein Problem. Man kann es nicht anders beschreiben. Denn angesichts der Ereignisse von Offenbarungen weiß man nicht, wie die Reihe die dritte Staffel noch retten wird.
Die Falten werden tiefer
Das Problem, dass im Großen und Ganzen Wasser getreten wird. Die episodenübergreifende Handlung schreitet kaum voran. Und die Ereignisse und Erkenntnisse, die man in dieser Folge erhält, sorgen nicht gerade für Jubelarien. Im Gegenteil: Die Sorgenfalten, die angesichts aller Geschehnisse entstehen, vertiefen sich massiv!
An und für sich genommen ist die Enthüllung, dass die Vorgesetzten von Ray Nadeem auch für Fisk arbeiten, natürlich eine gewisse Sensation. Es bestätigt, wieso der Kingpin so viel Freiheiten genießt, wieso er tun und lassen kann, was er will, ohne dass es anscheinend jemanden von den Bundesbehörden interessiert. Er hat sie, wie so viele andere Personen auch, in der Tasche. Und normalerweise wäre dies ein Plotwist, den man so nicht hat kommen sehen.
Doch die dritte Season von Daredevil ist nicht normal. Sie hat schwach angefangen, hatte dann mehrere starke Episoden und hat jetzt seit der letzten Folge Oben/Unten massiv abgebaut. Daran ändert auch die vorliegende Episode nichts. Im Gegenteil: Sie verstärkt die Problematik nur noch.
Wilson Fisk ist überall!
Denn nahezu alle Plottwists, die man diese Staffel hatte, drehten sich darum, dass der Kingpin in der einen oder anderen Art in die Geschehnisse involviert war. Dass er dafür sorgte, dass sie stattfanden, um sie für sich persönlich zu nutzen. Er hat für das Attentat auf sich selber gesorgt, er hat Dex manipuliert, er hat dafür gesorgt, dass Julie aus dem Weg geräumt wurde, er hat… kurzum: Für nahezu alle schlechten Ereignisse war in der einen oder anderen Art Wilson Fisk verantwortlich, weil er entsprechend wichtige Personen geschmiert hatte oder sie für ihn arbeiteten. Und das ist, gelinde gesagt, auf Dauer langweilig.
Wozu dann auch die Enthüllung von Offenbarungen zählt. Es ist eben nicht nur die Tatsache, dass er die Vorgesetzten für Ray Nadeem in der Tasche hat. Sondern dass er ebenfalls dafür gesorgt hat, dass dieser Agent sich für die Behandlung seiner Schwester so hoch verschuldet hatte. Und das ist am Ende einfach zu viel des Guten.
Und leider ist es auch so, dass die Protagonisten, die eigentlichen Guten dieser Serie die ganze Zeit Nabelschau betreiben. Sie sind eher mit eigenen Problemen beschäftigt, anstatt sich darauf zu fokussieren, wie sie Wilson Fisk das Handwerk legen können. Wobei die bisherigen Versuche ja unter anderem auch deshalb nichts wurden, weil sich die Handlungsträger wie gehirnamputierte Vollidioten verhielten.
Große Nabelschau
Und das setzt sich diese Folge fort: Matt Murdock hat mit der Enthüllung zu knabbern, dass er von seiner eigenen Mutter gepflegt wurde. Karen Page sucht nach ihrem katastrophalen Fehler in der letzten Episode das Weite. Und Foggy Nelson wird erpresst und ist dabei die intelligenteste Person aller Drei. Auch wenn er am Ende nicht wirklich viel zur Handlung beiträgt.
Nach dieser Episode sind es nur noch vier Folgen bis zum Staffelfinale. Und gefühlt wurde dafür noch nichts vorbereitet. Man hat den Eindruck, die Serie würde mit Vollkaracho gegen eine Wand fahren. Und das ist kein gutes Gefühl!
Info
Drehbuch: Erik Oleson & Sam Ernst
Showrunner: Erik Oleson
Regie: Jennifer Lynch
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