Das Seasonfinale fühlt sich nicht wie ein Finale an, als vielmehr wie eine weitere normale Folge.
Erwartung enttäuscht
In New Vegas kommt es zu diversen Konfrontationen. Maximus (Aaron Moten) stellt sich in einer alten Powerrüstung einer Horde Deathclaws. Lucy (Ella Purnell) konfrontiert ihren Vater (Kyle MacLachlan) und dessen verrückte Pläne. Derweil der Ghul (Walton Goggins), unter der Führung von dem digitalisierten House, kurz davor steht, seine Familie wieder zu sehen.
Unterdessen hat sich Steph (Annabel O’Hagan) in das Büro des Aufsehers geflüchtet und kontaktiert mit einem speziellen Pip-boy die Enklave. Norm (Moisés Arias) wird von den angehenden Vorstandsvorsitzenden den Radroaches zum Futter vorgeworfen. Und in der Vergangenheit wird Cooper Howard (Walton Goggins) für die Erfüllung seiner Pflichten verhaftet.
Die letzten Folgen hatte die Fallout-Serie etwas geschwächelt. Man wurde zwar noch gut unterhalten. Aber sie erreichte nicht mehr das Niveau, dass sie noch zu Beginn der Season hatte. Trotzdem war ich auf Der Strip gespannt. Ich hatte die Hoffnung, dass das Seasonfinale mich wieder zufriedenstellen würde. Leider wurde dieses Gefühl enttäuscht.
Vater/Tochter-Gespräche
Eine der stärksten Handlungen dieser Episode ist die von Lucy und ihrem Vater. Dieser Plot lebt von den grandiosen schauspielerischen Leistungen Ella Purnells und Kyle MacLachlan. Es zeigt sich dabei, wie sehr die beiden sich seit der ersten Season entwickelt haben. Lucys Gerechtigkeitsgefühl ist ebenso stark geworden, wie ihre Kampferfahrung. Derweil ihr Vater Hank endgültig jeden Anschein von Normalität und Anstand abgelegt hat. Was sich unter anderem daran zeigt, dass er seiner eigenen Tochter einen Chip einpflanzen will, damit sie gefügiger wird.
Doch ist es ausgerechnet das Ende, dass diesen Plot so schockierend macht. Als sich nämlich Hank selber den Chip einpflanzt und damit sein gesamtes Gedächtnis löscht. Um so zu verhindern, dass er zu viel über die Enklave verrät. Und das zeigt einmal mehr, welche Prioritäten er hat. Nämlich dass die Treue gegenüber jener Organisation alles andere überwiegt, inklusive der Liebe zu seiner Tochter.
Es wäre im Prinzip ein grandioser Plot. Wäre da nicht ein Moment, wo der Ghul auftaucht und Lucy rettet. Nur um dann wieder seiner eigenen Handlung nachzugehen. Wo man sich fragt, was dieser Auftritt sollte? Denn im Grunde lässt er dadurch Lucy schwach wirken, was sie ja eigentlich nicht ist.
Abschluss gesucht
Der Plot um den Ghul ist dann auch entsprechend langweilig. Weil er im Prinzip nur den Handlungsort für die nächste Season einführt und er ansonsten nicht wirklich viel erlebt. Was schade ist, da er einer der faszinierendsten Charaktere der Serie ist. Wobei die Faszination auch viel von seiner Interaktion mit Lucy herrührt, die aber zuletzt stark zurückgefahren wurde.
Für Action sorgt Maximus Kampf gegen die Todeskrallen, der natürlich nicht so verläuft, wie geplant. Es ist großartig, wie er über sich hinauswächst und so nach und nach einen Großteil der Kreaturen besiegt. Aber am Ende fühlt sich dieser Plot ebenfalls wie Wassertreten an, ohne dass hier etwas abgeschlossen wird. Und das ist wirklich enttäuschend.
Und doch ist dies noch nicht mal der enttäuschendste Plot von Der Strip. Diese „Ehre“ teilen sich zwei Handlungen, bei denen man stark merkt, dass hier nur die nächste Season vorbereitet wird. Aber nicht wirklich das Augenmerk darauf liegt, Plots abzuschließen.
Enttäuschend
Stephs Kontaktaufnahme mit der Enclave führt dazu, dass man zum ersten Mal deren HQ sieht, welches sich anscheinend in den Bergen befindet. Derweil Norms Handlung einfach nur ein simpler Schlussstrich ist, wo die jungen angehenden Vorstandsvorsitzenden aus der Serie geschrieben werden. Ohne dass sie sich großartig weiterentwickeln. Am Ende sieht man nur, dass Lucys Bruder mit seiner Liebe, die bewusstlos ist, ins Ödland zieht.
Auch die Legion wird nicht vergessen. Und hier stellt sich die Serie selber ein Bein. Weil man nämlich sieht, dass Legat Lacerta den Körper des vorherigen Caesars in Sicherheit bringt und sich am Ende selber zum neuen Caesar ernennt. Das ist insofern unlogisch, als dass man in Die Verderbte mitgekriegt hat, dass er den Körper des verstorbenen Herrschers in die Luft gesprengt hat. Auch dass der Bürgerkrieg der Legion sich in dem Moment, wo Lacerta sich zum neuen Caesar ernennt, aufhört, irritiert.
Die Vergangenheitsebene fühlt sich ebenfalls so an, als ob hier nur die dritte Staffel vorbereitet wird. Denn im Prinzip wird Cooper Howard auf die Bahn geführt, wie man ihn zu Beginn der Serie kennengelernt hat. Als abgehalfterter Schauspieler, der sich und seine Tochter gerade so über Wasser hält.
Es ist einfach nur ärgerlich: Anstatt Plots abzuschließen wird ein Großteil der Folge dafür genutzt, stattdessen die dritte Staffel zu präparieren. Und das ist eigentlich unnötig. Die schauspielerischen Leistungen sind zwar immer noch gut, aber das Gefühl der Frustration überwiegt am Ende.
Info
Drehbuch: Karey Dornetto
Regie: Frederick E. O. Toye
Showrunner: Graham Wagner, Geneva Robertson-Dworet
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