Einige Siedler aus Hadley‘s Hope sind auf den Nachbarmond LV-223 entkommen.
Handlung
Im Juli 2179 wird die Siedlung Hadley‘s Hope auf dem Calpamos-Mond Acheron von Xenomorphen überrannt. Vor dem Eintreffen des Rettungsschiffs Sulaco können einige Kolonisten mit dem Transportschiff Onager entkommen und stranden auf dem Nachbarmond LV-223. Im Frachtmodul haben sich einige Xenomorphe versteckt, die beim Öffnen des Tores freigelassen werden und die Überlebenden sogleich dezimieren. Da die Kolonisten nun weder an das Funkgerät noch an die Vorräte kommen, beginnt ein harter Überlebenskampf. Sie werden nicht nur immer wieder von den Xenomorphen angegriffen, sondern ebenso von der feindseligen Umwelt ihrer neuen Heimat.
Auf dem eigentlich toten Mond hat sich dank dem schwarzen Schleim der Konstrukteure, der wie ein Evolutionsbeschleuniger wirkt, ein Dschungel gebildet. Wer mit der öligen Substanz in Kontakt kommt, mutiert und wird damit selbst zur Gefahr für seine Mitmenschen. Ein Siedler verschmilzt gar mit einem Alien. Nolan Cale, der die Präsenz der Xenomorphe im Frachtmodul verschwiegen hat, um beim Start auf Acheron sein eigenes Leben zu retten, wird ebenfalls infiziert, und verwandelt sich schrittweise in etwas, das den Aliens ähnlich sieht.
Zuvor streitet sich Cale noch leidenschaftlich mit Genevieve Dione darüber, ob sie die Aliens nicht einfach angreifen oder vor ihnen zurückweichen sollen. Ein Streit, in den sich Russell lieber gar nicht erst einmischt. Er hegt eine morbide Faszination für die Xenomorphe und erforscht die Geheimnisse von LV-223. In einem Berg, den die Aliens meiden, findet er eine Höhle, wo er ungestört ist. Er kann außerdem eine Aufzeichnungssonde der Prometheus einfangen, die nach fast einem Jahrhundert immer noch aktiv ist. Diese benutzt er für seine Aufzeichnungen. Nachdem alle anderen Kolonisten den Tod gefunden haben, bleibt er alleine auf dem Mond zurück, bis auch er von den Xenomorphen eingeholt wird.
Rezension von Feuer und Stein – Aliens
Im zweiten Band der Reihe werden die Ereignisse aus Aliens – Die Rückkehr (1986) mit denen aus Prometheus verknüpft. Zeitlich ist er 40 Jahre vor dem ersten Band angesiedelt, wobei es auf einer Seite einen Zahlendreher gibt, der die Handlung fälschlich ins Jahr 2719 katapultiert. Natürlich spielt sich alles 2179 ab und die Handlung startet auf LV-426, einem Mond im Zeta 2 Reticuli-System. Eine Gruppe von Kolonisten aus Hadley’s Hope hat es dem Comic zufolge auf den Nachbarmond LV-223 geschafft. Allerdings haben sie Xenomorphe an Bord, die am Ende doch alle umbringen. Sie hätten also genauso gut auf LV-426 bleiben können.
Schuld ist der Siedler Nolan Cale, der als letzter an Bord geht und von der Rampe aus sieht, wie Xenomorphe in den Frachtcontainer eindringen. Da dessen Abwurf seinen Tod bedeuten wurde, erzählt er den anderen Crewmitgliedern nichts von seiner Beobachtung. Als er nach der Landung wieder zu sich kommt, kann er nicht mehr verhindern, dass die anderen den Container öffnen und die Aliens entfesseln. Woher später deren Königin kommt, erschließt sich nicht. Immerhin waren keine Eier an Bord und es ist nicht bekannt, dass die Alien-Drohnen ihr Geschlecht wechseln können. Wie es sein kann, dass die Crew der Geryon aus dem ersten Band die Xenomorphe Jahrzehnte später aus dem Frachtmodul freilässt, wo dies doch schon die Überlebenden der Onager erledigt haben, ergibt ebenfalls keinen Sinn.
Davon abgesehen setzt der Comic vor allem die Fehler von Prometheus fort. Das schwarze Öl, eine mysteriöse Substanz, hat einen Dschungel voll grässlicher Kreaturen erzeugt. Geraten diese mit dem Schleim in Verbindung, mutieren sie zu noch Schlimmerem. Sogar einen Berg bringt der Schleim zum Wachsen, der aus unerfindlichen Gründen von den Xenomorphen gemieden wird. Wenn diese gleichzeitig mit Menschen und dem Schleim in Berührung kommen, verbinden sich die beiden Spezies zu obskuren Mischwesen, wie man sie sonst nur aus The Thing (2011) kennt.
Russell nistet sich in den Bergen des Wahnsinns ein und erforscht sowohl die Fauna des Mondes als auch die Ruinen und Raumschiffe der Konstrukteure. Auf seine Arbeiten wird rund 40 Jahre später der Wissenschaftler Francis Lane stoßen, denn Band 2 von Feuer und Stein stellt das Prequel zu Band 1 dar. Russell ist derjenige, der meint, um den schwarzen Schleim gefahrlos nutzen zu können, müsse er durch einen Androiden gefiltert werden, was Francis später aufgreift, um ein Heilmittel gegen seine Krebserkrankung zu erhalten. Auch wenn das alles aus wissenschaftlicher Sicht absurd ist und zu grauenvollen Ergebnissen führt, ist die Comicreihe zumindest in sich schlüssig.
Neben Cale und Dione, welche die zwei Lager der Kolonisten repräsentieren, ist Russell der einzige Charakter von Bedeutung. Er führt von Anfang an durch die Handlung, spaltet sich dabei aber immer mehr von den anderen Kolonisten ab. Die Einsamkeit treibt ihn zunehmend in den Wahnsinn, der sich u. a. darin äußert, dass er sich mit der eingefangenen Kugelsonde unterhält und ihr sogar einen Namen gibt. Nein, nicht Wilson, sondern Rover. Gegen Ende des Jahres besucht er den Friedhof der verstorbenen Kolonisten, in dessen Nähe er schließlich selbst stirbt.
Bonusgeschichte
Am Ende des Bandes gibt es noch eine achtseitige Bonusgeschichte, welche kurz die Ereignisse der ersten Hälfte von Aliens – Die Rückkehr aus der Sicht von Corporal Hicks zusammenfasst. Viel Neues offenbart die Geschichte nicht. Sie dient lediglich dazu, mittels eines Logbucheintrags über die Onager eine Brücke zwischen Film und Comic zu schlagen.
Raue Zeichnungen in Sepiatönen
Der Zeichenstil des zweiten Bandes ist deutlich rauer als beim ersten. Die Gesichter der Charaktere haben zwar trotz gröberer Linienführung einen Wiedererkennungswert, dennoch gehen Bildinformationen verloren und insgesamt wirkt der Stil weniger natürlich. Vor allem die Umgebungen sind sehr schlicht und arm an Details. Die Farbwahl ist ebenfalls alles andere als naturalistisch. Die Bilder sind entweder in Sepia- oder Grautöne getaucht.
Der Stil der Bonusgeschichte hat etwas klarere Konturen, wobei die Charaktere aber nicht wirklich gut getroffen sind und die Aliens fast cartoonhaft wirken. Satte Farben sucht man hier ebenfalls vergeblich. Die Covergestaltungen von David Palumbo sind diesmal besser als der Inhalt.
Fazit: Wären sie doch auf Acheron geblieben…
Das Prequel zum Auftaktband erklärt zwar die Funde, welche die Crew der Geryon macht, zugleich wird hier aber auch der Beste aller Alien-Filme in den Kontext von Prometheus gezwungen. In der Bonusgeschichte wird sogar die Filmhandlung erweitert, um den Comic in den Kanon einzubinden. Prometheus-Fans werden das vielleicht mögen, die Fans der alten Filme eher weniger. Grafisch ist der zweite Band im Vergleich mit dem ersten derweil ein Totalabsturz, womit ein wichtiger Kaufanreiz wegfällt. Allerdings braucht man dieses Handlungselement für das Verständnis der kompletten Comicreihe.
Info
Autor: Chris Roberson
Zeichner: Patric Reynolds
Farben: Dave Stewart
Verlag: Cross Cult
Sonstiges: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
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