Hicks, Newt und Butler sind von der Erde geflohen, doch der Horror fängt gerade erst an.
Handlung
Dwayne Hicks, Rebecca und die obere Hälfte des Androiden Butler sind der Alien-Apokalypse auf der Erde mit einem militärischen Versorgungsschiff entkommen. Sie empfangen immer noch Notrufe von vereinzelten Überlebenden, können jedoch nicht antworten. Nach 15 Tagen hat Newt wieder einen Alptraum von Xenomorphen, und tatsächlich haben sich vier der Kreaturen an Bord eingenistet. Wie sich herausstellt, sind die Aliens auch dafür verantwortlich, dass die Funkanlage des Raumschiffs nur empfangen, aber nicht senden kann, da einige Kabel zerfetzt sind.
Das Mädchen und der Marine machen Jagd auf die Xenomorphe, von denen einer bereits tot ist. Als Hicks einen zweiten erschießt, ätzt dessen Säureblut ein Loch in die Schiffshülle und er wird durch den Unterdruck verwundet. Nachdem Newt ihn gerettet hat, öffnet Butler die Schleusen der restlichen Frachträume, sodass die anderen beiden Kreaturen in den Weltraum gesaugt werden. Dort greifen sie den Frachter aber weiter von außen an. Rebecca muss allein nach draußen, um sie zu erledigen.
Kurz darauf landet der Autopilot das Raumschiff auf einer Militärbasis, die General Spears untersteht. Der lässt die beiden Überlebenden erst einmal in eine Arrestzelle werfen, holt sie aber wenig später heraus und entschuldigt sich für die grobe Behandlung. Inzwischen weiß er nämlich, dass Hicks ein Soldat mit Expertise bezüglich der Xenomorphe ist. Diese züchtet der General als Biowaffe und seine Gäste sollen ihm dabei helfen.
Nicht alle von Spears’ Untergebenen sind von seinen Experimenten begeistert. Drei von ihnen ergreifen die Flucht und fahren zur zivilen Terraformingkolonie, wo sie sich Asyl oder ein Fluchtraumschiff erhoffen. Entsetzt müssen sie jedoch feststellen, dass der General die Kolonisten längst den Xenomorphen geopfert hat. Sie selbst werden ebenfalls von den Aliens getötet, was Spears sich nicht entgehen lässt. Sein Stellvertreter Powell spricht währenddessen auf der Basis Hicks an, als dieser gerade die Schäden an dem Frachter inspiziert. Da auch Powell unlängst erkannt hat, dass der General dem Wahnsinn verfallen ist, sucht er die Hilfe des Marines.
Rezension von Aliens Nr. 4
Mit dem ersten Dreiteiler ist die Comic-Reihe, welche einige Jahre nach Aliens – Die Rückkehr (1986) spielt, noch längst nicht vorbei. Der neue Handlungsbogen setzt den ersten nahtlos fort. Die Erde wurde von Xenomorphen überrannt und ist in weiten Teilen unbewohnbar. Es gibt nur noch wenige Überlebende, deren Hilferufe unbeantwortet bleiben. Selbst wenn Dwayne Hicks und Rebecca alias Newt eine Chance sähen, ihnen zu helfen, könnten sie nicht umkehren, da ihr Fluchtfrachter auf Autopilot einem fernen Planeten entgegenfliegt.
Auf dem Flug bewahrheiten sich Newts Alpträume, dass sich Xenomorphe an Bord befinden. Dass sie über Tage unentdeckt bleiben konnten, wird mit mangelnder Sensorenausstattung erklärt. Der Frachtraum war zudem abgesperrt. Wie die beiden es dann doch in die Laderäume schaffen, während Hicks noch erklärt, dass der Zugang durch einen Code gesperrt sei, ist nicht nachvollziehbar. Damit fangen die gravierenden Logikfehler aber erst an.
Der erste Alien, den die beiden vorfinden, wurde offenbar von seinen Kameraden getötet und angefressen, da diese sonst nix zu knabbern hatten. Doch hätte sein Säureblut nicht ein Leck ins Schiff fressen müssen? Ein Schott ist zwar verätzt, doch bekanntlich ist die Säure stark genug, um sich durch mehrere Decks zu fressen, und der Frachter ist wesentlich kleiner als die Nostromo. Als Hicks den nächsten Xenomorph mit einer von seinen fünf verbliebenen Patronen erschießt, ätzt dessen Blut jedenfalls sofort ein Loch in die Hülle.
Zurück auf der Brücke, befielt Hicks dem halbierten Synth Butler, die Schleusen zu öffnen, sodass sich die verbliebenen zwei Xenomorphe in den Weltraum verabschieden. Doch wie kann dort noch ein Unterdruck entstehen, wenn die Luft schon durch das Leck entwichen ist? Und wie schaffen es die Xenomorphe zurück auf die Schiffshülle? Können die im Weltraum manövrieren? Einen kann Rebecca jedenfalls erschießen und den letzten grillt Butler mit dem Triebwerk. Hicks ist derweil wenig hilfreich, da er aufgrund des erlittenen Druckunterschieds das Bewusstsein verliert.
Auf der Zielbasis angekommen, hat sich Hick scheinbar sehr schnell von der Taucherkrankheit erholt. Er und Newt müssen alsbald feststellen, dass sie vom Regen in die Traufe geraten sind, während Butler abtransportiert und damit aus der Handlung geschrieben wird. Wie sich herausstellt, waren die Xenomorphe nicht zufällig an Bord, sondern wurden von Dr. Orona an General Spears geschickt, damit dieser die Unterschiede zwischen den auf der Erde geschlüpften Exemplaren und seinen eigenen Züchtungen untersuchen kann. Doch halt, seit wann befindet sich das Militär denn in Besitz von Xenomorphen? Wurde Hicks nicht auf deren Heimatwelt geschickt, um Exemplare sicherzustellen, weil das Militär eben keine eigenen Proben hatte?
Wie auch immer, General Spears ist von den Biestern besessen, was schon krankhafte Züge angenommen hat. So opferte er die gesamte Terraformingkolonie und hält sich eine Alien-Königin als Haustier. Er ist das Musterbeispiel eines durchgeknallten Militärkommandanten, der sich wie Gott aufspielt. Von solchen Klischeecharakteren wimmelt es geradezu in Literatur und Filmen, insbesondere in postapokalyptischen Szenarien des Sci-Fi- und Horror-Genres. Vor allem Zombiefilme würden einem hier gleich mehrere einfallen, wobei deren Funktion hier die Xenomorphe einnehmen.
Der vierte Band ist damit nicht viel kreativer als die ersten drei Teile, aber immerhin ist er geradlinier in seiner Erzählweise und öffnet nicht unzählige Nebenplots, was im vorhergehenden Handlungsbogen massiv gestört hat. Der Spannungsaufbau funktioniert. Von Logikfehler wimmelt es jedoch immer noch, wobei zumindest aufgeklärt wird, warum es an Bord von Raumschiffen keine Kryoschlafkapseln mehr gibt. Es wird ein Gravitationsantrieb erwähnt, welcher schnelleres Reisen ermöglicht.
Ein neuer Stil
In einem Punkt ist der neue Handlungsbogen dem ersten Dreiteiler haushoch überlegen: Grafisch ist er eine Augenweide! Der Stil des neuen Zeichnerduos ist hervorragend. Allen voran sind Hicks und Newt endlich wiedererkennbar. Newt hat sogar wieder dunkelblonde statt schwarze Haare. Nur die Darstellung des Generals schwankt ein wenig, aber sonst sind die menschlichen Charaktere alle gut getroffen. Selbiges gilt für die Xenomorphe. Egal ob Kriegerdrohne oder Königin – die Filmvorlage wird hier eingehalten, es wirkt richtig gruselig.
Die Raumschiffe und Fahrzeuge sehen ebenfalls viel realistischer aus und entsprechen der Designsprache der Alien-Filme. Dabei entspricht der Frachter, mit dem die drei Überlebenden von der Erde entkommen sind, im Groben durchaus dem Raumschiff aus dem Finale des ersten Dreiteilers. Nur ist der Detailgrad wesentlich höher und die Farbgebung realistischer. Der Weltraum sieht ebenfalls richtig cool aus und überhaupt kann die Farbpalette rundum überzeugen. Für die damalige Zeit sind sogar die Leuchteffekte herausragend.
Die einzigen Kritikpunkte betreffen mal wieder die deutsche Ausgabe. Auf Seite 5 ist der Spruch „Darwin was right“ schlampig mit „Darwin hatte recht“ überschrieben. Man kann den weißen Originalschriftzug noch deutlich unter der schwarzen deutschen Übersetzung erkennen. Weiterhin sind einige Sprechblasen am oberen Rand teilweise abgeschnitten, sodass sich zwei Sätze nicht komplett lesen lassen. Weiterhin wirken die Farben auf manchen Seiten verwaschen, als wäre ein Filter darübergelegt worden.
Fazit: Deutlicher Qualitätsschub
Der neue Handlungsbogen krankt zwar immer noch an einigen Plot-Holes, gestaltet sich aber spannender und kommt ohne Ablenkungen von der Hauptstory aus. Grafisch ist Band 4 ein wahrer Quantensprung und kann rundum überzeugen. Allein dafür lohnt sich der Kauf schon. Leider existiert der Hethke-Verlag nicht mehr, sodass es keine Neuauflagen geben wird. Sammler müssen sich daher mit den fehlerhaften Gebrauchtexemplaren aus den frühen 1990ern begnügen, die nicht selten schon aus dem Leim gehen. Das Kreativteam der Originalausgaben von Dark Horse bleibt weiterhin unerwähnt und aus unerfindlichen Gründen sind die Nummern 4 bis 9 etwas schmaler im Format als die ersten drei Bände.
Info
Autor: Mark Verheiden
Zeichner: Den Beauvais & Roger Casselman
Farben: Den Beauvais
Verlag: Hethke
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Story5/10
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Zeichenstil9/10
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Kolorierung9/10
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