Mit dieser Folge wird die wichtigste Frage überhaupt beantwortet: Hat der Imperator eine Seele?
Wieder fast so gut, wie zu Beginn
Bruder Tag (Lee Pace) beschreitet die Spirale. Er hat vorher bewusst auf alle Hilfsmittel verzichtet, die ihm als Imperator zu stehen. Es ist eine brutale Reise, bei der ein Scheitern tödlich sein kann. Wenn er am Ziel angekommen sein soll, erwartet ihn hoffentlich eine Vision, mit der er beweisen kann, dass er als Klon eine Seele hat.
Auf der Invictus gelangt Salvor (Leah Harvey) mit dem letzten Überlebenden der Terminus-Gefangenen auf die Brücke. Dort will sie versuchen, die Kontrolle über das Schiff zurückzuerlangen. Derweil woanders Gaal (Lou Llobell) und Hari Seldon (Jared Harris) führen eine lange überfällige Diskussion über die Pläne des Mathematikers und ihre Rolle da drinnen.
Im Schoß der Mutter ist eine Folge, die schon fast wieder an das Niveau des Anfangs der Season anknüpft. Sie ist spannend und bietet einige überraschende Enthüllungen. Sie ist ein Hoffnungsschimmer, dass die Reihe sich jetzt endlich wieder berappelt.
Immer noch nervig
Mit Grund dafür ist die Tatsache, dass Terminus nur einmal kurz auftaucht und die Geschehnisse an Bord der Invictus nicht so viel Laufzeit kriegen. Was wiederum bedeutet, dass auch Phara und ihre Anacreoner nicht so oft auftauchen. Die Figur erhält zwar einige Szenen, in denen sie beweisen kann, wieso sie so nervig ist. Aber da es sich dieses Mal wirklich nur um eine Handvoll handelt, kann man das gut ertragen.
Wobei es in diesem Plot weiter nach dem „Zehn Astronauten“-Prinzip geht. Sprich: Nach und nach sterben einige der Leute, die das Schiff geentert haben. Mal werden sie von einer Drohne erschossen, mal hinterrücks von Phara getötet. Bis am Ende nur noch sie und Salvor überbleiben und sich gegenseitig bekämpfen. Das ist natürlich entsprechend nervig und unnötig.
Das Gespräch sich zwischen Gaal und Hari Seldon hingegen ist wieder grandios. So erfährt man, dass die Studentin des Mathematikers über Vorahnungen verfügt. Auch wenn Seldon dies eher mit einer bestimmten Art von Mathematik zu erklären versucht. Aber dadurch wird klar, wieso sie in seinen Plänen für die Foundation eine große Rolle spielt.
Eine heftige Darstellung
Und doch zeigt er sich wieder als eine gewisse Art von Arschloch. Dem der große Plan wichtiger ist, als das persönliche Wohlbefinden von Gaal. Bis sie ihn dazu zwingt, sie gehen zu lassen. Was übrigens eine großartige und intensive Szene ist. Deren Ende es so wirken lässt, als ob Gaal das digitalisierte Bewusstsein von Hari Seldon nicht zurücklassen kann. Sie nimmt es mit zu ihrem Ziel. Zu welchem Zweck bleibt natürlich unklar.
Doch das wahre Highlight von Im Schoß der Mutter ist die Handlung um Bruder Tag. Die Folge zeigt sehr schön, wie brutal der Gang in der Spirale ist. Ausführlich wird gezeigt, wie sich seine Haut teilweise stark verbrannt vom Körper löst. Oder wie wund seine nackten Füße sind.
Wie grausam dieses Ritual ist, zeigt sich an einem Weggefährten, einem einfachen Mann, der Bruder Tag begleitet. Natürlich nichts ahnend, wer dieser wirklich ist. Und in nur wenigen Szenen sieht man, wie die beiden sich anfreunden und wie sehr der Imperator darunter leidet, dass sein Freund irgendwann den Tod wählt.
Auch ein Imperator kann erschüttert werden
Was danach kommt, zeigt dann aber auch wiederum, wie grausam der Imperator sein kann. Er schafft es, die Spirale zu beenden und behauptet eine Vision gesehen zu haben. Womit sich die Meinung ihm zuwendet und gegen seine Kritikerin. Die er noch dazu von Demerzel töten lässt. Das wirkt natürlich kleinkariert, weil sie ihm im Grunde keine Gefahr mehr sein kann. Aber es geht ihm wohl ums Prinzip. Er will seiner treuen Dienerin beweisen, welche Macht er hat. Und sich gleichzeitig an einer nervigen Kritikerin rächen.
Demerzel selbst leidet darunter. Aber sie kann nicht anders, sie muss ihm gehorchen. Wobei ihr am Ende dann noch eine kleine Rache gelingt, als sie das Selbstbewusstsein des Imperator deutlich erschüttert. Was eine grandiose Szene ist.
Allgemein macht diese Folge wieder jede Menge Spaß. Und es scheint so, als ob sie sich kurz vorm Staffelfinale berappelt. Zum Glück.
Informationen
Regie: Roxann Dawson
Drehbuch: Sarah Nolen
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