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Die Rebellen von Mesa sind vielleicht die letzte Hoffnung, eine zivile Katastrophe auf der Welt zu verhindern.

Honor Harrington 33 Die Rebellen von Mesa
Cover © Blanvalet

Es brodelt auf Mesa

Das Mesanische Alignment zieht Operation Houdini gnadenlos durch. Jeder, der Teil der „Zwiebel“ ist, wird insgeheim von der Welt abgezogen. Dass dies unter enorm zivilen Opfern passiert, die diese Aktionen vertuschen, ist den Verantwortlichen egal. Sie können die Schuld an den Ereignissen entweder dem Audobon Ballroom oder den sozial niedergestellten Zweiern in die Schuhe schieben.

Die wutentbrannten und nichts ahnenden Sicherheitsbehörden von Mesa planen deshalb, ein Exempel zu statuieren und einige dieser Wohnblöcke zu erobern und die Bewohner zu bestrafen. Allerdings erhalten ihre Ziele ungeahnte Unterstützung. Victor Cachat und Thandi Palane unterstützen jene in ihrem Überlebenskampf, womit auch klar wird, dass die Situation für die Sicherheitskräfte nicht so ausgehen wird wie geplant.

Die Rebellen von Mesa ist die direkte Fortsetzung von Rückkehr nach Mesa. Und wie üblich hat Bastei Lübbe die US-Vorlage genommen und in zwei Bände aufgeteilt. Weshalb, wie bekannt, der gesamte Spannungsaufbau für die Katz ist und auch in dem vorliegenden Roman quasi von null wieder anfangen darf.

Eiskalte Bastarde

Was insofern schade ist, als dass David Weber und Eric Flint eine der spannendsten Geschichten der letzten Zeit geschrieben haben. Schon der Vorgängerroman lieferte stellenweise beste Unterhaltung. Doch dieses Mal setzen die beiden Autoren dem ganzen noch einen drauf.

Denn Die Rebellen von Mesa löst die gesamte Aufbauarbeit des ersten Teils ein. Dinge eskalieren und das ist noch milde ausgedrückt. Man erlebt, wie ein perfider Plan, der von langer Hand vorbereitet wurde, durchgeführt wird. Mit der Konsequenz, dass man stellenweise vor dem Roman sitzt und kaum fassen kann, was man liest.

Bereits im letzten Buch zeigte sich, dass die wahren Machthaber von Mesa eiskalte Mistkerle sind. Und das wird jetzt doppelt und dreifach und in vielfacher Hinsicht unterstrichen. Man erlebt, wie, um eine einzige Person mitzunehmen, die Handlanger des Alignments Tausende töten. Wie sie die Stimmung immer mehr gegen die sogenannten Zweier aufheizen, um ein Massaker auszulösen, dass noch mehr ihre Spuren verwischt. Und dass hier teilweise wahre Fanatiker am Werk sind, die, wenn nötig, ihre Schutzbefohlenen töten, nur damit der wahnsinnige Plan des Alignments nicht auffliegt.

Langweilige Dialoge

Wobei man als treuer Leser der Honor-Harrington-Reihe natürlich schon längst weiß, dass zumindest Manticore und Haven eine Ahnung von dem haben, was das Alignment vorhat. Weshalb man in „Die Rebellen von Mesa“ ebenfalls mitbekommt, wie Victor Cachat, Thandi Palane und Anton Zilwicki kräftig Sand in das Getriebe streuen, in dem es ihnen gelingt, die mächtigsten Organisationen, die die Zweier kontrollieren, miteinander zu vereinen. Was dazu führt, dass die Sicherheitskräfte, die eben jene bestrafen wollen, weil sie angeblich für die Anschläge und die vielen Opfer verantwortlich sind, förmlich in den Fleischwolf greifen.

Dies ist definitiv einer der unterhaltsameren Romane der Honor-Harrington-Reihe, mit jeder Menge Highlights, aber auch bekannten Lowlights. Vor allem die ellenlangen, mäandernden Gespräche, die die Handlung überhaupt nicht weiterbringen, zählen dazu. Eric Flints Beitrag, die spannende Handlung und interessante Plottwists, wird durch David Webers Hang zu dieser Art von Dialogen deutlich verwässert.

Die Rebellen von Mesa kann man getrost als einen der besten Honor-Harrington-Romane seit langem bezeichnen. Schade nur, dass es für einen wirklich erstklassigen Band nicht ausreicht.

Autor: David Weber, Eric Flint
Titel: Honor Harrington 33: Die Rebellen von Mesa
Originaltitel: Cauldron of Ghosts, Teil 2
Übersetzer:  Ulf Ritgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 02/2016
Einband: Taschenbuch
Seiten: 477
ISBN: 978-3-404-20820-3
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