Aliens inhaftieren ihre verurteilten Kriminellen in menschlichen Körpern – einem Alienoid.

Die Erde ist ein Gefängnis

Außerirdische benutzen die Erde als Gefängnis, doch werfen sie ihre Häftlinge nicht einfach hier ab, sondern sperren sie in menschliche Körper. Damit sie nicht ausbrechen, sind einige Wärter auf der Erde stationiert. Einer dieser Wächter (Woo-Bin Kim) muss einen entlaufenen Häftling gar durch die Zeit verfolgen und adoptiert dabei das Waisenmädchen Lee Ahn (Tae-Ri Kim). Zunächst ahnt sie nicht, dass ihr Ziehvater ein Alien ist, bis sie ihn eines Tages bei der Arbeit beobachtet.

Bei der Ankunft neuer Gefangener, die in einem Krankenhaus wahllos in Menschen gestopft werden, geht etwas schief und es kommt zu einem Gefangenenausbruch. Gemeinsam mit seinem formwandelnden Roboter Thunder (Originalstimme Dae-Myung Kim) muss der Wächter den Flüchtigen aufhalten, bevor dieser die Erde in einen unbewohnbaren Ort verwandelt.

Parallel dazu findet im Jahr 1391 ein Kampf um eine sagenumwobene Waffe statt, den der Tao-Magier Muruk (Jun-Yeol Ryu) für sich zu entscheiden versucht. Könnte diese offenbar außerirdische Waffe der Schlüssel zur Rettung der Menschheit in der Gegenwart sein?

Alienoid

Schwer verdaulicher Mix

Das Grundkonzept ist eigentlich ganz interessant, lässt die Außerirdischen aber in keinem guten Licht erscheinen. Sie prügeln ihre Strafgefangenen willkürlich in Menschenkörper hinein und zerstören so deren Leben. Da wäre es noch nachvollziehbarer gewesen, wenn außerirdische Seelen zur Strafe auf der Erde inkarnieren, was dann auch gleich erklären würde, warum dieser Planet ein solch verkommener Ort ist. Doch diese Chance auf unterschwellige Gesellschaftskritik wird hier gnadenlos vertan.

Hinzu kommt, dass der Roboter Thunder, der unter anderem die Gestalt eines Autos annehmen kann, stark an die Transformers erinnert. Und dabei ist Thunder noch der interessanteste Charakter. Der Wächter handelt dagegen vollkommen unlogisch, wie im Übrigen seine gesamte Spezies. Er soll sich nicht in die Belange der Menschen einmischen, obwohl deren Missbrauch als Körpergefängnisse bereits die denkbar radikalste Einmischung darstellt. Als er die kleine Lee Ahn sieht, fasst er sich jedoch ein Herz und nimmt sie bei sich auf. Ein wirklich guter Vater ist er ihr allerdings nicht.

Und dann kommt noch der Zeitreiseplot hinzu. Der wäre eigentlich eine perfekte Gelegenheit, um das Thema der Prä-Astronautik aufzugreifen. Doch stattdessen artet der zweite Handlungsstrang in pure Fantasy aus. Im Mittelalter gibt es Magie, und die Figuren setzen bei ihren Kämpfen mehr als nur Jedi-Kräfte ein. Das wäre ja noch vertretbar, wenn es sich bei Alienoid um einen reinen Fantasy-Film handeln würde, doch die Haupthandlung in der Gegenwart ist wiederum reine Science-Fiction, in der es keine Spur von Magie gibt.

Der Film scheint überhaupt nicht zu wissen, in welche Richtung er will. Der Mix aus SciFi und Fantasy ist nicht einmal in sich konsequent. Das sorgt für jede Menge Verwirrung und Kopfschütteln. Schnell ist der Punkt erreicht, wo man am liebsten aufgeben möchte, wenn der Film nicht wenigstens visuell interessant wäre. Doch abgesehen von den hollywoodreifen Spezialeffekten hat er nicht wirklich viel zu bieten.

 

Alienoid

Fazit zu Alienoid: 143 anstrengende Minuten

Trotz einer interessanten Grundidee kann Alienoid nicht wirklich überzeugen. Er nutzt sein Potential nicht einmal ansatzweise und verzettelt sich auf zwei Handlungsebenen, die nicht einmal das Genre gemein haben. Das Ganze wird sogar auf der Rückseite des Mediabooks als Genre-Mash-Up beworben, was es ziemlich gut trifft, aber kein Grund ist, sich den Film zu holen. Nachdem man sich durch über zwei Stunden gequält hat, bleiben außer Fragen höchstens die eindrucksvollen Bilder zurück.

Info

Drehbuch: Choi Dong-hoon
Regie: Choi Dong-hoon
Jahr: 2022

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3/10
Total Score

Positiv

  • Eindrucksvolle Spezialeffekte.

Negativ

  • Wirre Handlung ohne fest definierbares Genre.

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