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In Soliloquy of Chaos wird das Finale vorbereitet.

Jede Menge Bewegungen

Luke Cage (Mike Colter) wird verhaftet und abtransportiert. Doch während der Fahrt befreit er sich aus seinen Fesseln und entwischt den Cops. Während er nach einer Möglichkeit sucht, seine Unschuld zu beweisen, agiert er wieder als Held, was dafür sorgt, dass sein Ruf in Harlem wieder positiv wird. Schon bald sorgen die Bewohner des Viertels dafür, dass die Cops nicht mehr wissen, wem sie trauen können und wem nicht.

Doch Cage ist nicht der Einzige, der probiert, seine Unschuld zu beweisen. Auch Misty Knight (Simone Missick) versucht dies. Und findet sogar eine Zeugin, die Mariah Dillards Schuld am Tod von Cottonmouth beweisen kann. Wobei die Politikerin (Alfre Woodard) bereits andere Pläne hat, um ihre Macht zu sichern. Gleichzeitig ist Diamondback (Erik LaRay Harvey) dabei, unliebsame Konkurrenten und Leute aus dem Weg zu räumen. Doch im Fall von Herman „Shades“ Alvarez (Theo Rossi) funktioniert das nicht wie geplant.

Soliloquy of Chaos ist die vorletzte Episode der ersten Season von Luke Cage – was man ihr auch anmerkt. Die verschiedenen Figuren und Plots werden hin- und herbewegt, so dass sie alle am Ende der Folge an dem Ort sind, wo sie zu sein haben, damit es ein spannendes Seasonfinale wird.

Wenn wenig Screentime positive Auswirkungen hat

Dementsprechend viel ist auch los. Nahezu jede Figur wird berücksichtigt. Die einzige Ausnahme ist Claire Temple, die in dieser Folge nicht auftaucht. Aber vermutlich hätte sie dafür gesorgt, dass die ohnehin schon sehr lange Episode noch länger geworden wäre.

Stattdessen erhält der bekannte US-Rapper Method Man einen längeren Gastauftritt, der sich allerdings für die Handlung von Soliloquy of Chaos als äußerst wichtig erweist. Denn es sind seine Aussagen, die dafür sorgen, dass das Ansehen von Luke Cage in der schwarzen Bevölkerung von Harlem wieder steigt und die Bewohner des Viertels teils ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um ihren Helden vor der Polizei zu retten.

Diese Menge an Figuren und Plots hat zur Konsequenz, dass Willis Stryker, aka Diamondback, dieses Mal nicht so viel Screentime erhält. Man merkt zwar die ganze Zeit über die Auswirkungen seiner Pläne, doch am Ende hat er nur eine Handvoll Auftritte, was sich auch positiv auf die Episode auswirkt, da so sein Wahnsinn und seine platte Charakterisierung nicht maßgeblich zum Tragen kommen.

Die Präsenz ist spürbar

Wobei man betonen muss, dass man seine Präsenz in Soliloquy of Chaos die ganze Zeit spürt. Wie gesagt, die Auswirkungen seiner Pläne und seiner Aktionen machen sich bemerkbar. Etwa wenn er den ungeliebten Herman „Shades“ Alvarez loswerden will, weil der ihm zu eigenständig, zu widerborstig geworden ist. Oder wenn die letzten selbstständigen Gangsterbosse getötet werden.

Doch seine Präsenz ist etwas vollkommen anderes als seine Charakterisierung, eben weil diese im Vergleich eher unzufriedenstellend ist. Wie schon oft betont, reicht es nicht aus, wenn ein Charakter „nur“ wahnsinnig ist, da muss noch etwas mehr hinzukommen.

Dabei macht es Spaß zu sehen, wie in Soliloquy of Chaos die ganzen Figuren hin- und herbewegt werden, damit sie zum Auftakt des Finales alle an einem Ort sind. Dabei wirkt dieses Manövrieren der Charaktere nicht forciert, sondern ergibt sich aus den Ereignissen der Folge. Jede Figur, die dann am Ende vor Ort ist, hat ihren eigenen, spezifischen Grund.

Endlich wieder super

Mariah Dillard und Alvarez wollen Luke Cage dazu bringen, gegen Diamondback vorzugehen und bieten ihm Infos an, die seine Unschuld bezeugen. Misty Knight will die Politikerin für ihren Mord an Cottonmouth verhaften. Und Luke Cage selbst möchte einfach nur seinen Namen reinwaschen und steht kurz davor loszuschlagen. Und in dieses Gemenge kommt dann sein Halbbruder und die Episode endet.

Nachdem die letzten Folgen der aktuellen Staffel alle enttäuschten, kann Soliloquy of Chaos wieder begeistern. Dass Diamondback kaum persönlich auftritt, tut der Episode gut. Sie ist packend inszeniert, hat aber auch einige spaßige Momente. Die Charakterisierungen passen und am Ende wird man sehr gut unterhalten.

Kurzum: Endlich wieder eine super Luke-Cage-Folge.

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Götz Piesbergen

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