Review: Masters of the Universe Comic Sammelband (Interpart)

Lesezeit circa: 5 Minuten

Im Masters of the Universe Comic Sammelband sind sämtliche Werke des Interpart-Verlages enthalten.

Masters of the Universe Comic SammelbandZwei Retrofans hatten eine Idee. Wie wäre es, wenn man alte Comics aufwendig restaurieren und gesammelt zur Verfügung stellen würde? So wurde die Retrofabrik gegründet, mit dem Ziel, eben dies zu tun. Als erstes Objekt wählte man die Masters of the Universe Comics aus dem Interpart-Verlag, die in Deutschland selbst geschrieben und produziert wurden.

Eigene Geschichten für Deutschland

In den 80ern verlegte der Condor-Interpart (heute: ConPart) Verlag unter anderem auch die Marvel Comics aus den USA. Bei den Masters of the Universe – oder Giganten des Universums, wie sie damals auch häufig genannt wurden – ging man aber einen anderen Weg. Man heuerte den Autoren Wilfried A. Hary und den Zeichner Michael Götze an, um eigene Geschichten von Eternia in die Kinderzimmer zu bringen.

Es erschienen insgesamt zehn Magazine mit jeweils 36 Seiten und zwei Taschenbücher mit jeweils 100 Seiten – während das Magazin in Deutschland produziert wurde, sind die Taschenbücher übersetzte Sammelbände von italienischen Kurzcomics aus dem Magazin Più.

Qualität

Der Verlag war nicht gerade bekannt dafür, qualitativ hochwertig zu produzieren, was unter anderem auch an den gewählten Formaten lag. Die Geschichten wandeln zwischen guter Unterhaltung und seichten Geschichten, die man schon etliche Male in anderer Form woanders gesehen hat. Obendrein vermissen sie jegliche Kontinuität.  Während die Taschenbücher sich eher an der Geschichte der ersten Mini-Comics orientieren, also ohne Königsfamilie und He-Man ist ein Barbar aus dem Norden und nicht das Alter Ego des Prinzen Adam, hat man bei den Magazinen eben Prinz Adam wieder mit reingebracht. Das liegt natürlich mit daran, dass die Taschenbücher nicht aus der gleichen Feder wie die Magazine stammen, wirkt aber trotzdem eben inkonsequent.

Auch bei der bildlichen Darstellung blieb man nicht einheitlich. So hat Fisto mal seine markante eiserne Faust und mal wieder nicht, Man-At-Arms hat mal seinen Magnum-Schnauzer und in der nächsten Geschichte ist er wieder rasiert – und Cringer wird auch mal zu Gringa. Die Kinder in den 80ern hat das aber alles nicht gestört.

Masters of the Universe Comic Sammelband
Orignalcover und “gecleante” Version

Restauration

Und vermutlich würde ein Sammelband, der einfach nur die Geschichten von damals enthält, heute ebenso seine Käufer finden. Für die Originale muss man nämlich einiges an Geld hinlegen und diese sind altersbedingt dann häufig auch nicht mehr in einem lesbaren Zustand.

Hier kommt die Retrofabrik ins Spiel. Aufwendig wurden Bilder und Texte für den Masters of the Universe Comic Sammelband restauriert, Fehler ausgemerzt, wo es technisch machbar war, und das Beste: Es wurde auch dokumentiert. Erst dort sieht man erst, wie viel Aufwand dahinter steckt. Fast 600 Seiten mit Comics, Erklärungen und sogar Exposés zu unveröffentlichten Geschichten. Das muss man erst mal stemmen. Für mich ein eigenes kleines Highlight: Originalcover in Schwarz/Weiß und restauriertes Cover in Farbe leiten einen neuen Band ein.

Weitere Bände mit anderen Franchises sind bereits in Planung, hier hüllt man sich aber noch in Schweigen.

Fazit

Mit 59,90€ ist der Masters of the Universe Comic Sammelband keine Ausgabe, die man mal so nebenher macht. Wenn man sich aber mal die Preise für die Originale ansieht und den Aufwand, mit dem hier restauriert wurde, dann merkt man schnell, dass man günstiger nicht rankommt. Wer die Comics von damals nicht kennt und diese Lücke schließen möchte, ist genauso gut bedient wie die, die die Originale in der Sammlung haben, sie aber zum Lesen schonen wollen. Und den Komplettsammlern wird er sowieso früher oder später in die Hände fallen. Vor allem die Taschenbücher sind an Retro-Charme kaum zu überbieten.

Info
Verlag: Retrofabrik
ISBN: 978-3-00-063441-3
Autor: Wilfried A. Hary (Comic Magazin)
Zeichner: Michael Götze (Comic Magazin)
Restauration: Karsten Klintzsch
Produktseite


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Marco Golüke

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