Merlin erfährt, dass die Vergangenheit von Safehold immer noch für jede Menge Überraschungen gut ist.

Eine interessante Nebenfigur
Merlin kriegt Besuch von Madame Aivah Pahrsahn. Diese enthüllt ihm, dass sie einiges über ihn weiß. Im Gegenzug vertraut sie ihm ein Geheimnis an, dass ungeheure Konsequenzen hat. Denn anscheinend gab es in der Vergangenheit, nach dem Sturz, der die Gesellschaft von Safehold veränderte, immer noch Leute, die Erinnerungen an die Zeit vor diesem Ereignis trugen.
In der Siddarmark wird den Verteidigern der Kirche immer klarer, dass sie auf verlorenem Posten stehen. Vor allem auch deshalb, weil der Großinquisitor Zhaspahr Clyntahn sich nicht der Realität stellen wird. Sondern darauf beharrt, dass den „Häretikern“ kein Stück Grund nachgegeben wird. Was natürlich erhebliche Konsequenzen nach sich zieht.
Von allen Nebenfiguren, die David Weber im Laufe der Nimue Alban-Reihe eingeführt hat, sticht Aivah Pahrsahn deutlich hervor. Zwar ist sie eher ein Charakter der zweiten Reihe, der ab und zu mal auftritt. Doch gleichzeitig ist sie für einige bedeutsame Plotentwicklungen verantwortlich, wie beispielsweise, als sie es schaffte, gefährdete Familie aus Zion in Sicherheit zu bringen, noch ehe die Inquisition dem gewahr wurde.
Die Lore wird ausgebaut
Deshalb ist auch ihr Auftritt in Der vergessene Orden so interessant. Weil sich zum einen ein Mal mehr zeigt, wie intelligent diese Frau ist. Und wie sehr man sie nicht unterschätzen darf.
Ihre Enthüllungen dienen jetzt mehr dazu, die Lore im Hintergrund der Romanserie auszubauen. Und in der Tat sind diese durchaus interessant, da man mehr über den Krieg der Gefallenen erfährt, jenen Konflikt, der damals dafür sorgte, dass die Fraktion um Langhorne endgültig die Kontrolle über Safehold an sich reißen konnte.
Allerdings handelt es sich hier immer noch um einen David Weber-Roman. Das heißt, das man hier jetzt nicht eine sonderlich spannende Schreibweise erwarten darf. Einmal mehr steht die aktuelle Unfähigkeit des Autors, sich bei Dialogen kurzzufassen, der eigentlichen Spannung im Weg. Was eine nette und großartige Abwechslung sein könnte, entpuppt sich als stellenweise Schwerstarbeit, es zu lesen. Eben weil hier die bekannten Mankos, wie beispielsweise Passagen, wo die Figuren gleich klingen, erneut auftreten.
Fanatismus ersetzt nicht Intelligenz
Natürlich wird auch die Siddarmark nicht vergessen. Hier spitzt sich die Lage langsam aber sich zu. Man merkt, dass der Autor darauf hinarbeitet, diesen Konflikt abzuschließen.
Dabei treten die altbekannten Muster auf. Die Vertreter der Kirche, vor allem die Inquisitoren , geben sich menschenverachtend und klischeehaft. Denn natürlich müssen sie sehr darauf drängen, dass die Gefangenen, die „Häritiker“ ums Leben kommen, komme was wolle.
Dabei werden sie nicht sonderlich intelligent beschrieben. Was sie gemeinsam mit dem Großinquisitor Zhaspahr Clyntahn gemein haben, bei dem David Weber tunlichst darauf achtet, ihn als jemanden darzustellen, der langsam den Kontakt zur Realität verliert. Er ist beseelt vom Glauben an die Überlegenheit seiner eigenen Kirche und Religion. Und ignoriert all die Fakten, die dagegen sprechen.
Wenn jemand einem auf die Nerven geht
Besonders er ist eine Figur, die einem mittlerweile nur noch auf den Senkel geht. Und bei der man froh ist, wenn man nicht mehr von ihr lesen muss. Zumindest für einige Zeit nicht, denn der Charakter bleibt ja noch am Leben und aktuell noch an der Macht. Eine Macht, die er nur dank des Terrors ausüben kann, den die Inquisition in seinem Namen ausübt.
Auch wenn dies einer der besseren Nimue Alban-Romane ist, hält sich die Begeisterung über ihn sehr in Grenzen.
Info
Autor: David Weber
Originaltitel: Hell’s Foundation Quiver, Teil 1
Übersetzer: Ulf Ritgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 04/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 750
ISBN: 978-3-404-20850-0
Sonstige Informationen: Produktseite
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