Axon Protocol
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Preview: Axon Protocol (Brettspiel)

Lesezeit circa: 4 Minuten

Bei Axon Protocol handelt es sich um ein neues Brettspiel aus Deutschland. Es ist für zwei bis sechs Spieler ausgelegt.

Cyberpunk

Fans des Genres wissen nun direkt, wie die Welt ungefähr aussieht. Für alle anderen hier eine kleine, generelle Definition. Cyberpunk ist ein Subgenre der Science-Fiction, die als Dystopie gilt. Die Welten sind düster und von Gewalt geprägt, oft spielen Konzerne die Bevölkerung gegeneinander aus. Sie haben das Sagen und wollen ihre eigenen Interessen durchsetzen. Die Welt ist hochtechnologisch, etliche Personen lassen sich sogar mit Implantaten aufwerten. Die meiste Technologie wird aber nicht zum Wohl der Menschheit, sondern zu deren Kontrolle eingesetzt.

Axon Protocol

Und so beginnt es …

Genau das ist auch die Welt von Axon Protocol. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Konzernhackers und versucht diesem Konzern den Sieg zu ermöglichen. Dazu spielt man in der fiktiven Stadt Nexus City, die in verschiedene Bereiche eingeteilt ist, die unterschiedliche Bedeutungen haben. Die Stadt ist natürlich bewohnt, so sind über 30 verschiedene Charaktere verfügbar. Diese sind zum Glück nicht alle auf einmal aktiv, sie werden von den Spielern aktiviert. Dazu aber später mehr.

Ziel des Spiels & Spielregeln

Das Spiel kann auf verschiedene Weisen enden. Entweder das allgemeine Stresslevel der Stadt erreicht sein Limit, oder die Ressourcen der Konzerne erreichen ein Maximum. Sieger ist, wer beim Spielende die meisten Siegpunkte hat. Das klingt relativ simpel, die Regeln richten sich aber eher an erfahrene Spieler, die Herausforderungen mögen. Um das Spielziel zu erreichen, wählt jeder Spieler einen Konzern, dieser profitiert von zwei der insgesamt sechs Ressourcen und jeder Konzern hat seine eigene Spezialfähigkeit. Die Charaktere haben bestimmte Eigenschaften, eine Routine die bei Aktivierung startet … oder man kann sie hacken und ganz andere Aktionen ausführen.

Aufgeteilt ist das Spiel in Runden, welche wiederum in Züge unterteilt sind. Jeder Spieler aktiviert einen Charakter in der Stadt in seinem Zug. Sind alle Charaktere aktiviert, endet die Runde. Je mehr Charaktere in der Stadt sind, desto länger braucht also eine Runde, aber umso schneller steigt auch der Stresslevel der Stadt.

Handkarten gibt es auch noch, mit denen man den Gegner stören, sich selbst buffen oder schützen kann oder bestimmte Fähigkeiten kaufen kann. Das Spiel unterscheidet sich auch, je nach Spielerzahl. Bei sechs Mitspielern ist es normal, Allianzen einzugehen und sich zu verraten, da Überschneidungen nicht vermeidbar sind.

Ersteindruck

Gamedesigner Jan Roth besuchte mich daheim und erklärte mir das Spiel. Schon da merkte ich, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, das Spiel des Gegners zu stören. Nach einem, laut Jan, starken ersten Zug ging ich in Führung und gewann das Spiel am Ende auch. Natürlich, Jan hat meine Fragen zu den Karten, den Fähigkeiten und so weiter geduldig beantwortet, was mir natürlich einen kleinen Vorteil verschafft hat. Aber so komplex wie die Regeln am Anfang klangen in der Theorie, in der Praxis ging das Ganze wie am Schnürchen. Wir haben circa 2,5 Stunden gespielt, hatten da aber auch die eine oder andere Unterbrechung mit Unterhaltungen über die Produktion und die Entstehung des Spiels. Insgesamt waren es wohl 90 Minuten reine Spielzeit.

Der Prototyp ist noch komplett Englisch, die finale Version wird entweder zweisprachig produziert oder bei entsprechender Nachfrage einsprachig in zwei Versionen. Geplant ist auch eine Deluxe-Version, welche statt der Papp-Charaktere Drucke aus Acryl mitbringt.

Vorläufiges Fazit

Axon Protocol macht einen guten Gesamteindruck. Das Material ist hochwertig, die Regeln sind trotz der Komplexität zugänglich. Das Spielprinzip macht Laune und die vielen Möglichkeiten sorgen dafür, dass kein Zug wie der andere ist. Es gibt hier und da noch ein paar Kinderkrankheiten, wie Jan mir verriet und wie ich auch teilweise festgestellt habe, die müssen noch behoben werden, aber genau dafür sind solche Testspiele wie mit mir ja auch da. Ich bin sehr angetan vom Spiel und kann es kaum erwarten, dieses mal mit meinen Freunden zu spielen. Eine leichte Affinität für Cyberpunk-Welten ist sicherlich hilfreich für die Immersion, wird zum Verstehen der Regeln aber nicht gebraucht.

Noch läuft die Crowdfunding-Kampagne nicht, wer informiert werden will, kann sich einfach direkt bei Kickstarter eintragen. Damit geht man keine Verpflichtung ein, man wird lediglich über den Start der Kampagne informiert.

Axon Protocol bei BoardgameGeek

Axon Protocol bei Kickstarter

Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
  • Regeln
    8/10
  • Welt
    9/10
  • Spielmaterial
    8/10
8/10
Total Score
Marco Golüke

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