Doom Patrol
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Review: Doom Patrol 25 – Neue Möglichkeiten

Lesezeit circa: 4 Minuten

Neue Möglichkeiten eröffnen sich den Doom-Patrol-Mitgliedern mit Miles Caulders Tod.

Das Ende am Anfang

Dorothy  (Abi Monterey) kann den Candle King befrieden und die eingewachsten Doom-Patrol-Mitglieder entwachsen. Nur für Miles Caulder (Timothy Dalton) kommt jede Hilfe zu spät, denn er ist in der Zwischenzeit an Altersschwäche gestorben. Weshalb seine einstigen Schützlinge einerseits um ihn trauern, aber gleichzeitig auch mit ihren eigenen Problemen fertig werden müssen.

Und vor allem bei Crazy Jane (Diane Guerrero) geht es um alles. Denn es stellt sich heraus, dass Miranda, die die neue dominante Persönlichkeit ist, in Wahrheit eine Verkörperung aller negativen Emotionen ist, die die anderen Persönlichkeiten über die Jahre angesammelt und verdrängt haben. Und jetzt will diese alles und alle vernichten.

Wie bereits in der Rezension zu Wax Patrol geschrieben, war die Produktion der zweiten Season von Doom Patrol am Ende von Corona beeinträchtigt worden, sodass das eigentliche Staffelfinale erst jetzt, mit dem Beginn der dritten Staffel, vorliegt. Und mit diesem Wissen muss man Neue Möglichkeiten betrachten.

Neue Möglichkeiten

Ein vorschnelles Ende

Und gleich vorab muss eine Kritik an Amazon Prime geäußert werden. Nicht nur, dass die dritte Staffel der Serie nicht gemeinsam mit den anderen beiden angeboten wird. Ebenso hat man sich von der bisherigen Episodennamensgebung verabschiedet. Anstatt den amerikanischen Titeln Possibilities Patrol zu nehmen, wurde eine deutsche Übersetzung gewählt, die den Witz der Wortspielereien aus dem Original komplett ignoriert.

Es ist ein kleiner negativer Aspekt, der durch den Anfang von Neue Möglichkeiten nicht sofort behoben wird. Im Gegenteil: Man hat das Gefühl, dass hier eine Story, die womöglich für zwei Folgen konzipiert worden war, genommen und kräftig auf eine zusammengestrichen wurde. Mit der Konsequenz, dass die Auflösung um den Candle King absolut unbefriedigend ausfällt, um es mal milde zu formulieren.

Anstatt dem Big Bad der zweiten Season ein episches Finale zu widmen, wird seine Bedrohung innerhalb weniger Minuten beendet, und er spielt danach keine Rolle mehr. Stattdessen fokussiert sich die Episode vor allem darauf, zu schildern, wie die jeweiligen Doom-Patrol-Mitglieder mit seinem Ableben und ihren eigenen, privaten Problemen umgehen.

Figuren lernen und lernen nicht

Was allerdings mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Während Rita sich einmal mehr in Selbstmitleid ergeht und Larry erneut Kommunikationsprobleme mit seinem Geist hat, sieht man bei Vic Stone und Cliff Steele, dass die Doom-Patrol-Mitglieder durchaus in der Lage sind, sich zu ändern. Sie sind persönlich gewachsen und haben anscheinend annähernd aus ihren Fehlern gelernt.

Vor allem der Plot um Robotman gehört mit den zu besten Handlungen von Neue Möglichkeiten. Denn ausgerechnet er, der wandelnde Tollpatsch, der in Sachen zwischenmenschlichen Beziehung eher durch Unbeholfenheit statt durch Geschick auffällt, erlebt hier so etwas wie ein Happy End. Seine Beziehung mit seiner Familie ist gekittet und man hat hier einen wunderbaren Dialog, wo man merkt, dass er glücklich ist. Es ist definitiv einer der besten Momente der ganzen Serie.

Auch das Ende der Crazy-Jane-Geschichte ist ein Highlight dieser Folge. Zum einen erfährt man, was wirklich hinter der Miranda-Persönlichkeit steckt. Und zum anderen wird diese Handlung ebenfalls zu einem gelungenen Abschluss gebracht.

Neue Möglichkeiten

Kein Ende für den Chief

Neue Möglichkeiten gibt der Figur die Möglichkeit, sich mit ihren anderen Persönlichkeiten zu versöhnen und Dinge richtig zu machen. Womit auch gleichzeitig dieser Subplot zu Ende gebracht wird. Und es ist im Vergleich zu allen anderen Handlungen der Episode der stärkste überhaupt, vor allem deswegen, weil er den Charakter Crazy Jane enorm weiterbringt.

Interessant ist, dass Chief Caulder zwar im Prinzip tot ist, aber er kann, wie er selber sagt, nicht weiterziehen, da sein Körper noch nicht ordnungsgemäß beerdigt worden ist. Und vor allem das Ende der Episode macht deutlich, dass nur, weil er tot ist, er deshalb noch längst nicht aus der Doom Patrol-Reihe ausgeschieden ist. Im Gegenteil: Es könnte sein, dass er genauso ein Freak und Außenseiter wird wie seine Ersatz-Familie.

Spannend ist auch die Frage, was jetzt mit Dorothy geschehen wird. Ihr Auftritt in Neue Möglichkeiten wirkt so, als ob sie aus der Serie rausgeschrieben wird, was schade wäre. Denn es wäre interessant zu sehen, wie sich ihre Figur entwickeln würde, jetzt wo ihre Eltern tot sind und der Candle King keine Bedrohung mehr darstellt.

Es ist insgesamt eine mittelmäßige Folge, mit einem enttäuschenden Beginn, aber einem umso stärkeren Ende.

Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
6/10
Total Score

Positiv

  • Crazy Janes Handlung
  • Entwicklung von Victor Stone und Cliff Steele

Negativ

  • Ende der Candle King-Handlung
  • Nabelschau bei Larry Trainor und Rita Farr
Götz Piesbergen

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