Es ist erstaunlich, wie weit ein Entschuldigen Sie, ich bin Arzt einen bringen kann.

Es wird humorvoll

Nell (Louisa Harland) liefert ihre beiden jüngeren Schwestern Roxy (Bo Bragason) und George (Florence Keen) bei ihrem Onkel Jack ab und macht sich anschließend mit Rasselas auf nach London. Sie hat vor, Isambard aka Charles  (Frank Dillane) aus dem Gefängnis zu befreien. Doch dafür muss sie ohne die Hilfe von Billy blind auskommen, der ihr dabei nicht helfen will.

Nell weiß nicht, wie sie jetzt vorgehen soll. Bis das Schicksal ihr hilft und sie sich als Arzt verkleidet ins Gefängnis einschleichen kann. Doch dadurch liefert sie sich ungeahnt dem magischen Angriff von Sofia Wilmot (Alice Kremelberg) aus, die mit der Hilfe von dem Earl von Poynton (Adrian Lester) diesen startet.

Vergleicht man Entschuldigen Sie, ich bin Arzt mit den letzten Episoden, dann fällt auf, dass diese Folge deutlich humoristischer daherkommt, als diese. Es gibt wesentlich mehr absurde Situationen, die einfach herrlich präsentiert werden. Ebenso, wie auch wieder Action vorhanden ist.

Was für eine Wandlung

Wobei die Charaktere in dieser Folge nicht vergessen werden. Es gibt viele Figuren, die durchaus interessante Entwicklungen durchmachen, bei denen unklar ist, wo sie dies hinführen wird. Allen voran ist Sofia genannt.

Man sieht in Entschuldigen Sie, ich bin Arzt eine Sofia, die sich an ihrer neuen Macht berauscht. Die es genießt, dass sie einen Apfel aus der Entfernung zum Explodieren bringen kann. Oder Fliegen töten kann, ohne dass es zu einer Schweinerei kommt. Sie genießt ihre neu erlernten Fähigkeiten und ist deshalb auch nur allzubereit, gegen Nelly Jackson direkt vorzugehen.

Es ist erstaunlich, wie sehr die Schwester von Thomas Blancheford sich gewandelt hat. War man schon von ihrer Kaltblütigkeit beeindruckt, die sie am Ende von Nenn mich nicht Nelly! aufwies, als sie Nelly Jackson des Mordes an ihrem Vater bezichtigte, blüht sie jetzt regelrecht auf. Es scheint so, als ob die Tatsache, dass sie jetzt Magie lernen kann, sie förmlich beflügelt. Sie zeigt ihre Emotionen offener und trägt auch langsam mehr Kleidung, deren Farbauswahl sich nicht auf Schwarz beschränkt.

Etwas Sozialkritik

Und sie erweist sich in Entschuldigen Sie, ich bin Arzt als eine äußerst fähige Magierin. Die dank der Anleitung Poyntons durchaus beeindruckende Zaubersprüche aufsagen kann. Wobei sie am Ende ebenfalls an Nelly Jackson scheitert, wenn auch nicht mit der Konsequenzen, dass sie, wie ihr Lehrmeister, einen Schlaganfall erhält.

Die Episode weist dabei auch seichte Sozialkritik auf. Man sieht einen krassen Unterschied in der Behandlung der gesellschaftlichen Schichten. Die Adeligen oder die Günstlinge des Adels, wie Charles einer ist, leben in komfortablen Zimmern und kriegen jede Menge gutes Essen. Die Armen vegetieren in dunklen Verliesen umher, wo sie krank werden und sterben. Wobei diese und deren Kinder für die geringsten Vergehen hart bestraft werden. Weshalb man es natürlich umso mehr feiert, als Nelly verstärkt von Billy Blind loslegt und die Gefangenen mit Ausnahme von Charles Devereux befreit.

Letzter bleibt zurück, weil in Entschuldigen Sie, ich bin Arzt hofft, dass Lady Eularia Moggerhanger ihn befreien wird. Wobei diese lieber die Wachen über Nellys Anwesenheit informiert. Womit leichte Zweifel gestreut werden, ob diese Frau wirklich die Person sein wird, auf die der Wegelagerer hofft.

Keine Überraschung

Wie bereits erwähnt, gibt es in dieser Folge jede Menge Humor. Höhepunkt ist sicherlich, wie Nelly sich quasi im Vorbeigehen inmitten vieler Ärzte eine Ärztekluft zusammenstiehlt. Und das in aller Öffentlichkeit. Eine herrlich absurde Situation, die einen lauthals auflachen lässt.

Doch so grandios Entschuldigen Sie, ich bin Arzt auch überwiegend gelungen sein mag, taucht hier wieder ein Kritikfaktor auf, der bereits früher geäußert wurde. Nämlich, dass die Serie das Rad nicht neu erfindet. Dass die Sicherheit von Nellys Onkel Jack dann doch nicht so sicher ist, ahnt man von vorneherein. Und so ist es keine Überraschung, als George mitten in der Nacht am Ende der Folge entführt wird. Irgendsoetwas musste geschehen.

Doch am Ende ist dies Jammern auf hohem Niveau. Denn ansonsten macht diese Folge wieder jede Menge Spaß.

Infos:

Drehbuch: Sally Wainwright
Produktions Firma: Lookout Point TV
Regie: Amanda Brotchie

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Götz Piesbergen
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