Black Adam
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Review: Black Adam

Lesezeit circa: 9 Minuten

Der Film Black Adam ist Teil des DC Extended Universe. Zwar alleinstehend, ist er doch in den größeren Kontext eingebettet. Wir erleben hier eine Origin-Story, in der sich Black Adam positionieren muss: Was will er sein, Held, Schurke oder etwas von beidem?

Hintergrund

In den Comics wurde Black Adam ursprünglich als Gegner von Shazam aufgebaut. Die sieben Zauberer vom Fels der Ewigkeit hatten ursprünglich ihn ausgewählt, um ihr Champion zu sein. Allerdings wurde Adam von der Macht korrumpiert und so wurde aus ihm der Schurke, der letztlich gegen Shazam kämpft.

Dwayne Johnson ist schon lange für einen Einstieg ins DC-Universum im Gespräch und hat sich die Figur des Black Adam selbst herausgesucht, da er von dessen Ambivalenz begeistert war. Das ist allerdings mittlerweile fast eine Dekade her. Johnson gibt in verschiedenen Interviews an, dass er schon von klein an ein riesiger DC-Fan war, und brachte auch Gedanken und Wünsche mit ein. So hat er auch einigen Einfluss auf das Drehbuch und die allgemeinen Umstände ausgeübt. Während der ComicCon 2016 wurden weitere Details zum Projekt veröffentlicht, so z. B. auch dass die Justice Society of America in dem Film auftreten wird. Bis zum Start der Dreharbeiten im April 2021 sollten allerdings einige Jahre ins Land ziehen. Aufgrund der Pandemie hat sich der Start weiter verzögert. Ende Oktober war es  nun endlich soweit.

Kandhaq

Wir befinden uns im Jahr 2600 vor Christus im fiktiven Land Khandaq. Der tyrannische König Akh-Ton (Marwan Kenzari) unterdrückt sein Volk und lässt es in Minen nach dem seltenen Metall Eternium schürfen. Das Material wird benötigt, um mit den sechs Dämonen von Sabbak eine allmächtige Krone zu schmieden. Als einer der Sklaven ein Stück des seltenen Metalls findet, steht der kleine Junge Huthur für ihn ein. Retten kann er ihn jedoch nicht. Auch der Junge wird hingerichtet. In einem Rückblick sehen wir auch kurz Huthurs Vater. Kurz vor seiner Hinrichtung, wird der Junge von den Zauberern gerettet und durch das Wort Shazam! zum Champion des Volkes. Als Teth-Adam schafft er es gerade rechtzeitig, Akh-Ton und die Dämonen zu besiegen. Der große Palast des Herrschers liegt nun in Trümmern.

5000 Jahre später leidet das Volk von Kandhaq wieder unter einer tyrannischen Herrschaft, diesmal ist es jedoch die militante Gruppe Intergang, die das kleine Land als ihren Unterschlupf gewählt hat. Intergang ist auf der Suche nach der verschollenen Krone Akh-Tons, um auf deren große Macht zurückgreifen zu können.

Eine kleine Gruppe Widerstandskämpfer unter der Leitung der Universitätsprofessorin Adrianna Tomaz möchte die Krone vor Intergang finden und verbergen. Adrianna hat in den alten Schriften Hinweise auf den Verbleib der Krone gefunden. Gemeinsam mit ihrem Bruder Karim und Ishmael findet sie die Krone in einer unterirdischen Höhle, doch auch Intergang hat sie bereits entdeckt und greift die kleine Gruppe an.

In der Höhle entziffert Adrianna geheime Grabinschriften und erweckt mit dem Wort Shazam! erneut den Champion von Kandhaq. Adrianna und Karim können mit der Krone entkommen, Ishmael wird allerdings unter Tonnen von Gestein begraben. Black Adam ist unbesiegbar für die Armee der Intergang. Durch eine Rakete aus Eternium wird er allerdings verletzt. Er wird von Adrianna in ihre Wohnung gebracht. Brutal hat er vorher alle verbliebenen Soldaten hingemetzelt.

Justice Society of America

Die Auferstehung eines so mächtigen Wesens wie Black Adam bleibt natürlich nicht unbemerkt. Amanda Waller schickt eine Abordnung der Justice Society of America, um ihn dingfest zu machen. So machen sich Hawkman, Dr. Fate, Cyclone und Atom Smasher mit dem Flugzeug auf den Weg nach Kandhaq. Über diese Heldentruppe bekommen die Zuschauenden leider nur bruchstückhafte Informationen. Dr. Fate (Pierce Brosnan) ist sehr alt und kann mit Hilfe seines außerirdischen Helmes in die Zukunft sehen, Cyclone beherrscht den Wind und kann mit Nanobots Verletzungen heilen. Diese Nanobots wurden ihr von einem verrückten Wissenschaftler injiziert. Atom Smasher ist der Neffe des ursprünglichen Superhelden und hat dessen Fähigkeiten geerbt. Dies ist seine erste Mission.

Es folgen nun mehrere sich wiederholende Kämpfe zwischen Black Adam und der Justice Society, die Black Adam klar für sich entscheidet. Adrianna Tomaz stellt berechtigt die Frage, warum die JSA sich jetzt für Kandhaq interessiert, wo das Land wieder einen Champion hat, aber sich nicht gegen die jahrelange Unterdrückung durch die Intergang eingesetzt hat. Was ist überhaupt ihre Agenda? Die berechtigte Frage wird während des Filmes aber wieder vergessen und nicht näher erörtert. Hawkman versucht, Black Adam zu vermitteln, dass Helden nun einmal niemanden töten. Black Adams Philosophie ist einfach: Auge um Auge und Zahn um Zahn – keine Fragen stellen, nur agieren.

Wendung nach Schema F

Plötzlich taucht Ishmael wieder in Adriannas Wohnung auf. Die Freude währt aber nur kurz, denn er gehört in Wirklichkeit zu Intergang und entführt ihren kleinen Sohn Amon, der bereits eine besondere Beziehung zu Black Adam aufgebaut hat.

So sind die JSA und Adam erstmal gezwungen, als Team zu agieren. Dr. Fate übernimmt hier augenscheinlich die Rolle eines Vermittlers. Später eröffnet er Hawkman, dass er dessen Tod vorausgesehen hat und dies der einzige Weg ist, um dies zu verhindern.

Auf den Weg in die verlassenen Mine, wo Amon gefangen gehalten wird, entschlüsseln Adrianna und Cyclone eine Inschrift auf der Krone: Das Leben führt zum Tod. Zunächst schenkt allerdings niemand dieser Formulierung Beachtung.

In der Mine kommt es zur Konfrontation mit Ishmael, Adrianna verfolgt ihre eigene Agenda und übergibt ihm schließlich die Krone im Tausch gegen Amon. Nun erfahren wir auch, dass er ein direkter Nachfahre von König Akh-Ton ist. Er wirft Black Adam vor, nicht der zu sein, für den ihn alle halten. Doch letztendlich kann er besiegt werden und stirbt mit der Krone auf seinem Kopf.

Im Gefängnis

Black Adam spricht im Vertrauen mit Hawkman. Nun erzählt er seine wahre Geschichte, nicht er ist der Champion Kandhaqs, sondern sein Sohn Huthur. Nachdem Huthur die Dämonen und Akh-Ton besiegt hatte, nahm dieser Rache an seiner Familie. Huthurs Mutter starb und sein Vater wurde schwer verletzt. Huthur hat sich dafür geopfert, ihn zu retten. Huthur übertrug seine Kräfte durch das Worth Shazam! an seinen Vater.

In einer erneuten Rückblende auf den Moment des Eternium-Fundes sehen wir nun auch Dwayne Johnson in der Rolle des Vaters. Black Adam ist also kein Held oder Beschützer, aus blankem Hass und Rache hat er den König getötet und den Palast zerstört. Daraufhin haben die sieben Zauberer ihm seine Kräfte entzogen und einschlafen lassen. Nun ist Black Adam bereit, sich erneut von seinen Kräften zu trennen und sich von der Justice Society in ein Hochsicherheitsgefängnis bringen zu lassen. Dort wird er unter Wasser gefangen gehalten, sodass er niemals wieder das Wort Shazam! aussprechen kann.

Sabbak

Schon auf dem Rückflug fühlt sich das für alle Beteiligten nicht richtig an. Cyclone untersucht weiter die Krone. Als sie sie umdreht, nimmt die Inschrift einen andere Bedeutung an. Plötzlich erinnert sich auch Adrianna an die alte Legende der Spiegelwelt. Auch in der Unterwelt gibt es einen Felsen, an dem sich sechs Dämonen versammeln. Der Tod führt zurück ins Leben. Dadurch, dass Ishmael mit der Krone auf dem Haupt gestorben ist, wird er als Sabbak wiedergeboren, ein dämonischer Überschurke, der jetzt zunächst die Macht in Kandhaq und von dort aus über die ganze Welt an sich reißen will. Er befehligt eine Armee der Untoten.

Hawkman und Dr. Fate machen sich auf den Weg, Cyclone und Atom Smasher übernehmen die Rückdeckung. Dr. Fate ist beunruhigt, da sich seine Version noch nicht geändert hat; immer noch stirbt Hawkman. Er beschließt, eigenmächtig vorzugehen und so seinen Freund zu retten. Dr. Fate betritt als erster den Palast und umschließt ihn dann mit einem Energiefeld, sodass Hawkman ihm nicht ins Innere folgen kann. Er bekämpft Akh-Ton mit gespiegelten Illusionen und ruft zugleich Adam im Hochsicherheitsgefängnis. Dieser kann sich mit Dr. Fates Hilfe aus dem Gefängnis befreien und erneut Shazam! ausrufen. So bekommt er seine Kräfte zurück. Im Palast stirbt Dr. Fate schließlich und Hawkman steigt in den Kampf ein, nachdem das Kraftfeld zusammengebrochen ist. Auf den Straßen setzt sich die Bevölkerung derweil gegen die Armee von Untoten zur Wehr, die Sabbak aus der Hölle geholt hat.

Black Adam erreicht den Palast und Hawkman fordert ihn auf, Sabbak den Arsch aufzureißen. Und genau das macht er auch. In einem gewalttätigen Duell packt er Sabbak an seinen Hörnern und reißt ihn in der Mitte auseinander. Die Justice Society lässt Black Adam nun in Kandhaq zurück, nicht ohne ihn noch einmal zu warnen. Im Palast setzt er sich nun auf den Thron. Als Adrianna ihn fragt, wie es sich anfühlt, ist seine Antwort jedoch: „Falsch!“ und er zertrümmert den Thron. Kandhaq braucht keinen neuen Herrscher, sondern einen Beschützer.

In einer Midcredit-Scene erfahren wir nun, dass Amanda Waller Adam rät, Kandhaq nun als sein Gefängnis zu betrachten. Es wird Konsequenzen haben, wenn er das Land verlässt. Mittlerweile ist es kein Spoiler mehr, dass Superman auf ein Vier-Augen-Gespräch mit Black Adam nach Kandhaq gekommen ist. Er ist wohl der Einzige, der gegen ihn ankommen kann.

Fazit

Die Justice Society wird zwar gut eingebaut, aber man kann keine wirkliche Bindung aufbauen. Dafür hat sie zu wenig Raum. Auch ist bis zum Ende des Filmes nicht klar, wer eigentlich der Hauptcharakter ist. Klar, Black Adam ist der Titelgeber, aber ist er nun Protagonist oder Antagonist und worum ging es eigentlich wirklich? Es scheint so, als wurden alle möglichen Plot-Ideen in das Drehbuch gepackt, ob diese nun am Ende Sinn ergeben oder nicht. So war der Film überfrachtet und es gab keinen roten Faden, was er eigentlich wirklich will.

Zudem hat man das Gefühl, vieles schon einmal woanders gesehen zu haben. Klar ist nur eines: Durch Black Adam hat eine Kraftverschiebung stattgefunden. Er ist nun eine feste Größe im DCEU und zwar nicht als Schurke, sondern geläuterter Anti-Held. Dwayne Johnson hatte von Anfang an klargemacht, dass er keinen Antagonisten spielen würde. Ob er sich damit allerdings einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten.

Der Humor wurde gezielt eingesetzt, wirkt aber kaum. Es gab Lacher im Publikum, doch die Witze wirken häufig deplatziert und auf Kosten anderer. Positiv ist jedoch der ganze Schauspielcast. Sowohl Aldis Hodge als auch besonders Pierce Brosnan verstehen es, die Leinwand auszufüllen. Nicht auszudenken, wie der Film ausgesehen hätte, wenn man ihnen mehr Raum gegeben hätte. Es wäre vielleicht sowieso besser gewesen, vor Black Adam einen Justice-Society-Film zu haben. Wobei man sich natürlich fragt, wo diese Gruppe war während der Situationen in all der vorangegangenen Abenteuer der DC-Filme.

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Warpscore

Warpscore
4 10 0 1
4/10
Total Score

Positiv

  • Die Justice Society funktioniert gut.
  • Aldis Hodge und Pierce Brosnan spielen ihre Rollen überzeugend.

Negativ

  • Die Handlung hat viele Löcher und verfranzt in zuviele Erzählstränge.
  • Die Kämpfe wiederholen sich teilweise.
  • Das CGI sieht oft nicht sehr gut aus.
Melanie Frankl
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