Der Knochenjäger
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Review: Das Spiel der Götter 11 – Die Knochenjäger

Lesezeit circa: 4 Minuten

Die Knochenjäger entstehen.

Ein Buch, zwei Geschichten

Y’Gathan wurde zu einer lodernden Falle für die Armee der Mandata Tavore. Viele sind umgekommen, doch gibt es einige, die überlebt haben. Tief unter den Überresten der Stadt suchen sie einen Weg in die Freizeit, derweil die anderen Soldaten, die auf der Oberfläche von der Armee übergeblieben sind, Richtung Meer losziehen.

Denn Tavore wurde zurück ins Malazanische Imperium zurückgerufen. Dort wird sich entscheiden, wie es mit ihr weitergehen soll. Doch ihr ist klar, dass dies eine Falle ist. Aus der es nur einen Ausweg gibt: sich am Ende den Weg in die Freiheit freischlagen.

Mit Die Knochenjäger schreibt Steven Erikson einerseits die Fortsetzung von Das Feuer der Rebellion. Aber andererseits kommt die zweite Hälfte des Buches eher einer komplett eigenständigen Story gleich. Die zwar mit dem ersten Teil viele Protagonisten teilt, doch deren Handlung mit der vorherigen so gesehen nichts zu tun hat.

Spannend!

Doch beiden Stories ist gemein, dass sie spannend geschrieben sind. Dass sie im Prinzip sogar zu den spannendsten Erzählungen der gesamten Das Spiel der Götter-Reihe zählen. Und das ist keine leere Behauptung!

Die Spannung generiert sich in Die Knochenjäger allerdings aus extrem unterschiedlichen Quellen. Zunächst fiebert man mit, ob es den Überlebenden gelingt, die weitergezogene Armee einzuholen. Und dann ist man davon gebannt, als man liest, wie Tavore und ihre Leute wissentlich und willentlich in die ihnen gestellte Falle tappen.

Es gibt hier jede Menge spannende und exzellente Szenen in beiden Teilen des Buches. Wie etwa, als Buddel eine Ratte entdeckt, durch deren Geist er für die Überlebenden den Weg in die Freiheit findet. Oder als Fiedler auf Wunsch der Mandata und anderen auf seine eigene unnachahmliche Art und Weise die Drachenkarten legt und damit kommende Ereignisse vorhersagt.

Noch spannender geht es nicht!

Es ist dann im zweiten Teil von Die Knochenjäger, als Steven Erikson unmerklich die Spannungsschraube bis zum Gehtnichtmehr dreht. Man ahnt, dass hier Sachen passieren werden, die heftig sein werden. Und als es endlich so weit ist, dass die Action losgeht, ist es zwar irgendwo eine gewisse Erlösung. Aber gleichzeitig wird auch klar, dass die Ereignisse, die jetzt stattfinden, erhebliche Konsequenzen haben werden.

Zum Beispiel als die Mandata mit Unterstützung der Klaue Kalam und ihrer Geliebten T’Amber sich den Weg freikämpft. Was allerdings nicht das Einzige ist, was in diesen Seiten passiert. Man liest, wie die Leute von Tavore lange vorbereitete Pläne in die Tat umsetzen, wie überall in der Stadt gekämpft wird und sich am Ende sogar einige Götter einmischen. Es ist der helle Wahnsinn, was hier geschieht. Und es ist gleichzeitig erstklassige Spannung.

Natürlich gibt es ebenfalls noch andere Handlungen, die in Die Knochenjäger stattfinden. Wie zum Beispiel Apsalar, die ehemalige Leida, die mit dem vermutlichen Tod ihres Freundes Schnitter fertigwerden muss. Oder auch der eben genannte, der gemeinsam mit Heborik und anderen von Anhängern des Verkrüppelten Gottes überfallen wird und dies nur knapp überlebt.

Kein guter Tod

Und dann ist da noch Ganoes Paran, der neue Herr der Drachenkarten und Tavores Bruder. Er erlebt in diesem Roman auch einige Abenteuer, die am Ende dazu führen, dass er wieder das Kommando über eine Einheit der Malazanischen Armee übernimmt, die von einer Seuche empfindlich geschwächt worden sind. Dieser Trupp wurde einst von niemand Geringerem als Dujek Einarm geführt, der jedoch der Krankheit erliegt.

Und dieser Tod wird nicht sonderlich zufriedenstellend beschrieben. Angesichts der Bedeutung, die die Faust in den früheren Büchern hatte, wäre eine ausführlichere Beschreibung seines Sterbens wünschenswerter gewesen. So erfährt man nur, dass er das Zeitliche segnet, aber es nimmt einen nicht emotional mit, weil das eher nebenbei abgehandelt wird. Was für Steven Eriksons Verhältnisse ein ungewöhnlicher Schnitzer ist.

Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn ansonsten ist dies ein grandioses Werk!

Das Spiel der Götter 11 Die Knochenjäger
Cover © Blanvalet

Autor: Steven Erikson
Titel: Das Spiel der Götter 11: Das Spiel der Götter
Originaltitel: Bonehunters. A Tale of the Malazan Book of the Fallen 6, Part 2
Übersetzer:  Tim Straetmann
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 01/2016
Einband: Taschenbuch
Seiten: 744
ISBN: 978-3-7341-6049-3
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Äußerst spannend geschrieben
  • Tavore

Negativ

  • Tod von Dujek Einar,
Götz Piesbergen

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