Der Koch und der Matrose ist die Geschichte von Sanji.

Schiffbruch mit Folgen

Zorro (Mackenyu) ist angeschlagen und ringt um sein Leben. Der Chefkoch des Barretie (Craig Fairbrass) kümmert sich um ihn, und Sanji (Taz Skylar) erzählt derweil Ruffy (Iñaki Godoy), der an seiner Eignung als Captain zweifelt, von seiner Geschichte, wie er und Rotfuß Jeff sich das erste Mal begegneten. Und wie beide einen Schiffbruch mit nur wenig Vorräten überlebten, weil Jeff eine folgenschwere Entscheidung traf.

Doch noch während dies geschieht, taucht Ärger auf. Arlong (McKinley Belcher III), Chef der Fischmenschenpiraten besucht das Barretie, weil er hinter Ruffy und der Karte zur Grand Line her ist. Dabei macht er aus seiner Verachtung gegenüber den Menschen keinen Hehl. Am Ende kommt es zu einer Konfrontation zwischen ihm und dem Kapitän der Strohhutpiraten, die Letzterer nur deshalb überlebt, weil Nami eine überraschende Enthüllung macht.

Wenn man sich die Zeit nimmt

Der Koch und der Matrose ist eine Folge, bei der man das Gefühl hat, dass die Macher nicht so recht wussten, was sie hier erzählen wollten. Wollten sie die Ursprungsgeschichte von Sanji erzählen? Wollten sie die Selbstzweifel von Ruffy behandeln? Oder mit Arlongs Auftritt das nächste Kapitel der aktuellen Staffel vorbereiten?

Im Prinzip versucht die Serie von allem etwas. Was aber nur das Gefühl verstärkt, dass sie unentschlossen wirkt und stellenweise mit sich selbst hadert.

Nimmt man die einzelnen Handlungen für sich, sind diese interessant und für einige Figuren von enormer Bedeutung. So erfährt man in Der Koch und der Matrose die Geschichte von Sanji – dass er einst ein ambitionierter Küchenjunge war, dass er das All Blue sucht, einen Ort, wo alle Fischarten auf einmal existieren, und wie er und Rotfuß Jeff zueinanderfanden.

Es ist schön, dass die One Piece-Serie sich die Zeit nimmt, ausführlich zu zeigen, was die beiden durchgemacht haben. Man spürt richtig, wie die Tage auf dem Ozeanfelsen, auf dem die zwei gestrandet sind, verrinnen und ihnen am Ende die Nahrung ausgeht. Was schließlich zu einer schockierenden Enthüllung führt, die zeigt, wieso Sanji insgeheim seinen Lehrmeister doch verehrt, auch wenn beide miteinander wie Feuer und Wasser umgehen.

An Selbstzweifeln wachsen

Auch die Selbstzweifel von Ruffy in Der Koch und der Matrose werden gut dargestellt. Zum ersten Mal sieht sich der Junge mit dem Strohhut in eine Situation gestellt, die er so nicht kennt. Einerseits muss er um das Leben eines seiner Crewmitglieder bangen, andererseits muss er sich auch einer Gefahr stellen, die er zu Beginn unterschätzt hat, weshalb er jetzt ordentlich Lehrgeld zahlen muss.

Doch sind dies Erfahrungen, aus denen er gestärkt hervorgeht. Sein Plot mag zwar nie im Vordergrund dieser Episode stehen, aber dadurch, dass er im Hintergrund verläuft und immer mal wieder mit den Haupthandlungen an passenden Stellen interagiert, kann er glänzen. Weil man nämlich Ruffy wirklich zusehen kann, wie er seine Selbstzweifel überwindet und seine übliche Selbstsicherheit zurückgewinnt.

Der Arlong-Plot von Der Koch und der Matrose ist interessant. Nicht nur, weil hier der Sägefischmensch und zwei seiner Leute prominent eingeführt werden, sondern auch, weil man hier mehr über Nami erfährt. So gibt sie sich als kompromissloses Mitglied der Crew des Fischmenschen. Doch gleichzeitig wird im Laufe der Episode wiederholt angedeutet, dass da mehr dahintersteckt, als die tatsächliche Handlung einen glauben lassen möchte. Was genau jetzt die Wahrheit ist, wird man dann in den nächsten beiden Folgen erfahren.

Radikaler Unterschied

Jeder Plot für sich genommen ist großartig. Doch insgesamt hat man das Gefühl, dass sie sich gegenseitig die Luft zum Atmen wegnehmen. Der Aufbau der Folge wirkt gekünstelt und nicht überzeugend.

Was aber auch daran liegen mag, dass die Macher von One Piece sich in Der Koch und der Matrose teilweise radikal von der Vorlage entfernt haben. Denn Arlong taucht in dieser Story im Manga nicht auf. Stattdessen ist Don Krieg, der in der Serie in Willkommen im Barratie einen kurzen Auftritt hat, dort der eigentliche Antagonist und die erste wirkliche Hürde für Ruffy. Und das merkt man gefühlt auch in dieser Episode, weil trotz aller Bemühungen der Fischmensch wie ein Fremdkörper in der Story wirkt.

Dennoch kann die Folge überzeugen.

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Götz Piesbergen
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