Rust City wird von Hackern angegriffen. Drake und Akito geraten dabei zwischen die Fronten.
Aufruhr in Dystopia
Nachdem, was Drake im ersten Band passiert ist, braucht er erst einmal Schmerzmittel, doch muss er feststellen, dass sein Lohn gestrichen wurde. Während sein Kumpel Jared auf seine Deportation in den Distrikt Z wartet, muss er an einen Überfall denken, der schief gelaufen ist, weil er wieder einmal homoerotische Fantasien von seinem Halbbruder hatte. Weil Drake dadurch leer ausging, hat ihm das zusätzlichen Ärger mit seinem Drogenhändler eingebracht.
Commander Wessex hat derweil ganz andere Probleme. Am Flughafen ist ein Flugzeug in Flammen aufgegangen, wobei der Leiter von Distrikt 8 gestorben ist. Die Ursache des Unglücks ist unklar, doch kann ein Anschlag nicht ausgeschlossen werden. Zumal Kameras offline gehen und sich plötzlich Wachandroiden gegen den Commander wenden.
Am Rand des Geschehens bemerkt Wessex einen Maskierten. Bei diesem handelt es sich um Akito, der jedoch nichts mit dem Flugzeugbrand zu tun hat. Dennoch gerät er ins Visier der Sicherheitskräfte. Über Funk erhält er Anweisungen von Lara und Sung-Ji, die sich ins Sicherheitsnetz gehackt haben. Dabei stellt sein koreanischer Schüler fest, dass sich noch jemand anderes Zugang verschafft hat und etwas Größeres im Gange ist. Irgendwer greift Rust City an.
Akito muss mehrere Drohnen und Helikopter abwehren, zuletzt den von Commander Wessex. Der wird beim Abschuss verletzt und muss sich anschließend erst einmal erholen, wobei er zu fragwürdigen Methoden greift. Unterdessen erhält Akito Besuch von Drake.
Rezension von Rust City – Volume 2
Zuweilen fällt es schwer, der Handlung zu folgen, da diese einige Sprünge macht und von Drakes Fantasien unterbrochen wird. Erst ist er auf der Suche nach Schmerzmitteln, während sein Kumpel Jared sich in einer Warteschlange für die Deportation nach Distrikt Z wiederfindet. Es folgt ein missglückter Überfall, bei dem es sich um eine Rückblende handeln muss, denn anders würde es keinen Sinn ergeben, da Jared involviert ist.
Während des Überfalls ist Drake wieder einmal sein Halbbruder erschienen, der allerdings ins Geschehen eingreift. Nur eine verfälschte Erinnerung oder ist sein Halbbruder doch noch am Leben und real vor Ort? Jedenfalls trifft Drake am Ende des Bandes auf Akito. Die beiden kennen sich offenbar. Doch wie kommt er plötzlich dorthin? Etwas mehr Struktur hätte dem Comic gut getan.
Immerhin dem Kapitel über Akitos Zusammentreffen mit Wessex kann man gut folgen. In diesem kommt auch die meiste Spannung auf. Was immer Akito mit Lara und Sung-Ji plant, sie sind da in etwas viel Größeres hinein geraten. Jemand greift das British Sky Empire an und steckt scheinbar auch hinter dem Tod eines hochrangigen Offiziers. Dieser Handlungsstrang ist mit Abstand das interessanteste Kapitel!
Triggerwarnung
Zwei Kapitel drehen sich mehr oder weniger wieder nur um Sex. In einem ist Drake offenbar wieder auf einem Drogentrip und hat homoerotische Visionen von seinem Halbbruder. Das dürfte allerdings selbst für schwule Leser nicht wirklich erotisch sein, da es sich um Inzest handelt. Zwar weiß Drake das noch nicht, da ihm die Erinnerung fehlt, doch das macht die Sache nicht besser.
Noch schlimmer ist Wessex‘ Umgang mit seiner Androidendienerin. Er ruft ein Programm ab, welches sie als hilfloses Opfer agieren und um Gnade flehen lässt. Mit anderen Worten steht er auf Vergewaltigungen und braucht es, dass die Frau „Nein, bitte nicht!“ schreit. Das ist einfach nur krank und abartig und hätte wirklich nicht so detailliert dargestellt werden müssen. Man braucht schon einen wirklich miesen Charakter, um sich an derartigem aufzugeilen.
Farbenfrohe Tristesse
Der Zeichenstil bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, wobei der Detailgrad bei den Darstellungen sexueller Gewalt schon mehr Fluch als Segen ist. Immerhin die actionreichen Kapitel, in denen die Handlung vorangetrieben wird, sind aber gut in Szene gesetzt.
Die Farbwahl bewegt sich überwiegend zwischen Rot- und Violett, was sehr angenehm fürs Auge ist. Der Lichteinfall ist gelungen und beim Feuer ist diesmal darauf geachtet worden, dass die Flammen den Hintergrund verdecken, womit es realistischer aussieht. Etwas irritierend sind die eingeschobenen schwarzen und weißen Balken in manchen Bildern. Auf einigen Seiten gibt es sogar pinke Bildartefakte. Die Absicht dahinter ist nicht ganz klar.
Fazit: Es bleibt dystopisch
Wie schon der erste Band ist auch Teil 2 komplett auf Englisch, weshalb entsprechende Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden. Das erste Kapitel bleibt dennoch schwer zugänglich, da es etwas verwirrend strukturiert ist. Das zweite Kapitel kann dagegen weitgehend überzeugen. Und zwar inhaltlich wie auch grafisch. Anstrengend sind wiederum die Sexszenen, die absolut nichts Erotisches an sich haben, sondern mehr als fragwürdig sind. Eine Triggerwarnung wäre hier bitter vonnöten, denn Menschen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, könnten dadurch retraumatisiert werden.
Info
Autorin/Zeichnerin: Annett Oefner
Verlag: Eigenverlag
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story6/10
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Zeichenstil7/10
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Kolorierung9/10
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