Die Serie ist das einzige Überbleibsel des alten Versuchs, ein DC Cinematic Universe aufzubauen.
Manchmal ist es praktisch, Chef zu sein
Manchmal ist es von Vorteil, Filmemacher und gleichzeitig Chef zu sein. Vor allem, wenn man irgendwann damit beauftragt wird, nach den bisherigen Versuchen, ein DC Cinematic Universe aufzubauen, ein neues zu erschaffen. So kann man über Wohl und Wehe diverser Projekte entscheiden. Inklusive der Eigenen.
Bei James Gunn trifft dies zu. Seine Peacemaker-Serie war ursprünglich ein Produkt des alten DC Cinematic Universe. Doch zum Zeitpunkt, wo die erste Season gesendet wurde, war schon klar, dass dieses Universum tot war. Und das der Showrunner auch für das Neue verantwortlich sein würde. Weshalb er ebenso entschied, dass seine Reihe Teil des neuen Universums sein würde. Wie praktisch.
Doch bis die zweite Season der Serie überhaupt erst produziert wurde, dauerte es eine Zeitlang. Denn zunächst fokussierte sich der Regisseur und Drehbuchautor auf seinen Superman-Film. Nebenbei wollte er an einer Serie arbeiten, die sich auf Amanda Waller fokussieren sollte und erst danach sollte die zweite Peacemaker-Staffel an der Reihe sein. Doch Waller verzögerte sich auf Grund des Streiks der Drehbuchautoren und Schauspieler im Jahr 2023. Weshalb die zweite Peacemaker-Season vorgezogen wurde.
Keine Belohnung für die Heldentat
Beim Maincast gab es keine Veränderungen. Jeder, der das letzte Staffelfinale überlebt hatte, kehrte auch in dieser Season zurück.
Sechs Monate sind vergangen, seitdem Peacemaker und seine Kameraden eine Invasion von Außerirdischen verhindert haben. Doch seitdem ist nicht alles besser geworden. Der Versuch von John Smith (John Cena), die zivile Identität Peacemakers, Teil der Justice Gang zu werden, ist spektakulär gescheitert. Emilia Harcourt (Jennifer Holland) findet keine neue Arbeit und Leota Adebayo (Danielle Brooks) lebt von ihrer Lebensgefährtin getrennt.
Frustriert über die aktuelle Situation, nimmt John Smith eines Abends wieder Drogen zu sich. Im Rausch aktiviert er den Zugang zu der Kammer, wo er all seine Helme aufbewahrt hat. Diese ist gleichzeitig auch ein Zugang zu anderen Realitäten. Und eine davon sucht er auf. Es ist eine, in der sowohl sein Vater (Robert Patrick) wie ebenfalls sein Bruder noch am Leben sind und gemeinsam mit ihm Helden sind. Doch die Sehnsucht nach Geborgenheit und Familie geht am Ende nach hinten los.
Der kleine, große Unterschied
Eines muss man James Gunn lassen: Er weiß, dass es Hardcore-Fans gibt, deren Fragen sich hauptsächlich darum drehen, ob und wie die Ereignisse der ersten Season überhaupt noch Canon sind. Weshalb die letzte Szene der Rückblende eine Antwort liefert. Im Prinzip tauscht er die Justice League aus dem Seasonfinale gegen die Justice Gang aus und lässt später auch noch Nathan Fillion und Isabela Merced ihre Rollen aus dem Superman-Film wieder aufnehmen und in einer längeren Szene auftreten. Die zeigt, dass Peacemaker trotz aller seiner Bemühungen, akzeptiert zu werden, nicht ernstgenommen wird.
Und im Prinzip ist dies ein wiederkehrendes Thema von Enge Bande können zerdrücken: Dass nämlich die Arbeit der „Helden“ nicht belohnt wird. Ihr Leben hat sich nicht verbessert. Im Gegenteil: In einigen Fällen ist es sogar schlechter geworden, wie eben Emilia Harcourt erlebt.
Dabei hat man das Gefühl, das James Gunn den krassen Humor, der die erste Season noch sehr ausgemacht hat, dieses Mal stark zurückgefahren hat. Um so mehr Raum für die Figuren zu haben. Nahezu alle Charaktere (Bis auf Vigilante) wirken erwachsener, gereifter. Die Ereignisse, die sie durchlebt haben, haben sie verändert.
Keine Stunde der Freunde
Wobei sie trotzdem noch ihre Fehler haben und auch welche begehen. Doch diese geschehen vor allem aus Frust darüber, dass eben ihre Leistungen nicht anerkennt werden. Peacemaker dröhnt sich nach langer Zeit wieder zu (Wodurch auf einmal in seinem Haus eine Orgie stattfindet) und Emilia Harcourt bricht in einer Kneipe eine Schlägerei vom Zaum, die sie dann auch noch verliert.
Eigentlich müsste dies jetzt der Anlass dafür sein, dass die Stunde der Freunde schlägt. Dass sie alle füreinander da sind. Doch das ist nicht wirklich der Fall. Sie stehen zwar im Kontakt miteinander. Aus diversen Gründen können sie einander jedoch nicht in dieser schlimmen Situation unterstützen, was eben dazu führt, dass zwei von ihnen sich förmlich abschießen und dabei schlimme Fehler begehen.
Wobei man ihre Gründe dafür auch nachvollziehen kann. Bei Peacemaker hat sich ja am Ende der letzten Staffel gezeigt, wie sehr er darunter litt, dass er seinen Vater umgebracht hatte. Da ist jene andere Welt, in der dieser und sein Bruder noch am Leben sind, wunderbar geeignet, diesen Schmerz zu lindern. Dass die beiden dabei auch noch hochgeachtete Helden sind, passt da perfekt.
Was für ein Ende!
Das ist natürlich eine schockierende Entwicklung. Und eine, bei der man am Ende nicht weiß, was für Konsequenzen sie haben wird. Vermutlich einige heftige. Aber dies, in Kombination dazu, dass Rick Flag Sr. John Smith beobachten lässt, dürfte dafür sorgen, dass der Druck auf ihn enorm sein dürfte. Wodurch schon jetzt jede Menge Spannung für diese zweite Season erschaffen wird.
Es ist auf jeden Fall ein grandioser Auftakt.
Info
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
Showrunner: James Gunn
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