Gennadi Kazansky

Spotlight: Gennadi Kasansky

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Gennadi Kasansky vielleicht größtes Werk ist nur wenigen außerhalb seiner Heimat bekannt.

Kennt den wer?

Gennadi Kasansky (englisch auch Kazansky) dürfte im Prinzip nur eingefleischten Kennern etwas sagen. Was daran liegen mag, dass seine Filme ausschließlich in der Sowjetunion produziert wurden und nur selten den Weg in den Westen fanden.

Geboren wurde er am 1. Dezember 1910 in Woronesch, im damaligen Russischen Reich. Er studierte Kunstgeschichte am Leningrader Institut für Kunstgeschichte und machte 1930 seinen Abschluss. Er war außerordentlicher Professor für die Praxis der filmischen Künste am Russischen Staatlichen Institut für Darstellende Kunst.

Seine Filmkarriere begann 1931, als Gennadi Kasansky für das sowjetische Filmstudio Lenfilm arbeitete. Zunächst war er Regieassistent, ehe er 1937 mit der Komödie Taiga solotaja sein Debüt als Regisseur gab.

Ein vielfältiger Regisseur

Als dann der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden er und andere Angestellte der Filmstudios Lenfilm und Mosfilm nach Almaty in Kasachstan evakuiert. Dort arbeitete er zunächst für Kasachfilm, ehe er anschließend später bei Mosfilm tätig wurde. Doch 1944 kehrte er zurück nach Leningrad und Lenfilm und drehte das Musical Um 6 Uhr abends nach Kriegsende mit. Er war bei diesem nämlich der Second Unit Director. 1949 war er in dem Biodrama Entfesselte Geheimnisse der First Unit Director und hatte dieselbe Tätigkeit 1950 in Melodie des Lebens.

1953 setzte sich Gennadi Kasansky wieder alleine auf den Regiestuhl, als er das Drama Gorjatschee serdze drehte. 1955 kam das Drama Delo von ihm heraus und 1957 führte er bei dem Fantasy-Film Der Zauberer aus der Flasche Regie. Dies war eines seiner wenigen Werke, die es in den Westen schafften.

Auch das 1961er Drama Und wieder wird es morgen stammte von ihm. Mit Der Amphibienmensch drehte er 1962 einen SciFi-Film, der es in das Buch 101 ScienceFiction-Filme schaffte. Doch wie bei vielen anderen seiner Produktionen war auch dies ein Kinofilm, der kaum in den Westen kam.

Auch als Drehbuchautor aktiv

Die Komödie Musykanty odnogo polka (1965) hat es anscheinend überhaupt nicht ins Ausland geschafft. Sein vielleicht weltweit bekanntestes Werk drehte Gennadi Kasansky schließlich 1967. Es war das Märchen Die Schneekönigin.

Mit dem Drama Ugol padenija (1970) wagte er sich an etwas für ihn komplett Neues. Nicht nur sollte er hier wieder Regie führen. Ebenso verfasste er auch das Drehbuch! Dasselbe geschah ebenfalls 1972 mit dem Kriegsfilm Ishorski batalon. Doch sollten dies die einzigen beiden Male bleiben.

1976 kam Der unbekannte Nachfolger heraus. Es sollte sein vorletzter Film sein. Sein letztes Werk war der Biopic Inshener Graftio.

Am 14. September 1983 verstarb Gennadi Kasansky .

Gennadi Kasansky im Web

Götz Piesbergen

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