Diese Folge will viel erreichen. Doch am Ende muss das ernüchternde Fazit lauten, dass sie eher wenig schafft.
Geht es wirklich nur ums Friedliche Erforschen des Unbekannten?
Die Enterprise soll im Auftrag der Föderation von dem Nicht-Mitgliedsplaneten Lutani VII eine Waffe abholen. Dabei handelt es sich um ein Jikaru, ein lebendiges Wesen, mit enormer Macht. Es soll in das Gebiet des Nachbarplaneten Kasar gebracht werden, mit dem Lutani sich im Krieg befindet. Eine Mission, die dadurch verkompliziert wird, als Uhura (Celia Rose Gooding) und Spock (Ethan Peck) entdecken, dass das Wesen intelligent ist.
Beobachtet wird dies von Beto Ortegas (Mynor Luken), dem Bruder der Pilotin Erica Ortega (Melissa Navia). Er ist Dokumentarfilmer, der jedoch nicht neutral vorgeht. Im Gegenteil: Er fragt in den Interviews provokante Fragen und stellt Aufnahmen so hin, dass sie die Sternenflotte und damit die Föderation als kriegstreibend und Kolonisten darstellen.
Was ist die Sternenflotte? hätte eigentlich eine gute Frage werden können. Denn wie bereits Q vor vielen Jahren anmerkte, hat diese dafür, dass sie angeblich in friedlicher Mission unterwegs ist, jede Menge Waffen an Bord. Genauso, wie die Mannschaft nach militärischen Rängen organisiert ist. Deutet das wirklich auf eine Gemeinschaft hin, die „nur“ das Unbekannte erforschen und mit fremden Zivilisationen in Kontakt treten möchte?
Hier passt nur wenig zueinander
Von der Inhaltsangabe her erscheint dies daher wie eine Episode, die versucht, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Das Problem ist nur, dass die Herangehensweise ziemlich problematisch ist. Denn im Prinzip erlebt man hier einen Dokumentarfilmer, der Framing betreibt.
Mit Framing ist gemeint, dass bestimmte Sachen, in diesem Fall Videoschnipsel, auf eine solche Art dargestellt werden, dass deren Inhalt zur vorgesehenen Message passt, auch wenn diese es eigentlich nicht hergeben. In den heutigen, modernen Zeiten geschieht dies gerne und vor allem in den gefühlt immer häufiger auftretenden Kulturkämpfen. Das jetzt in einer Star Trek-Episode zu erleben, verspricht also entweder ein Gang über Tretminen oder hätte das Potenzial für eine Folge, für die das Franchise berühmt geworden ist.
Doch am Ende steht das ernüchternde Fazit, das die Umsetzung so ziemlich misslungen ist. Es passt nur wenig zueinander. Man sieht, wie Beto seine Aufnahmen macht und dabei sogar bewusst heimlich vorgeht. Oder in seinen Interviews den Befragten förmlich mit seiner Kamera ins Gesicht springt, so sehr in Nahaufnahme filmt er sie.
Keine journalistische Sorgfaltspflicht vorhanden
Dabei stellt er provokante Fragen und bohrt wiederholt in ihrer Vergangenheit oder konfrontiert sie mit Fakten, um sie aus der Fassung zu bringen. Wie etwa, als er Uhura erzählt, dass ihre Freundin vor kurzem durch die Vernichtung des Schiffes, auf dem sie diente, ums Leben kam. Von Anfang wird klar, dass er versucht, die Sternenflotte in einem schlechten Licht darzustellen. Deshalb dann auch dieses extrem negative Framing.
Sein Vorgehen ist also kein Beispiel für journalistische Sorgfaltspflicht. Stattdessen wird immer mehr und mehr klar, dass er aus egoistischen Motiven handelt. Wobei seine Gründe dafür lange im Unklaren bleiben.
Diese vorgebliche Dokumentation sorgt also für jede Menge Wirbel. Und auch, wenn das Vorgehen von Beto nicht gerade gut ist, hätte es das Potenzial gehabt, das dies eine gute Episode hätte werden können. Wenn die Vorgehensweise des Dokumentarfilmers entsprechend kritisch behandelt worden wäre.
Was soll das für eine Wendung sein?
Das Problem ist, dass dabei parallel dazu diese Handlung mit den Lutani, den Kasar und dem Jikaru stattfindet. Dadurch, dass dies als Hintergrund dienen muss, vor dem die schwierige Dokumentation geschieht, wird dieser Plot auch nur halbgar weiterentwickelt. Es gibt ein paar Schnipsel, dann das Drama, als Spock und Uhura herausfinden, dass das Wesen intelligent ist und anschließend die Auflösung. Es ist nicht sonderlich zufriedenstellend, wie dieser Plot sich entwickelt. Die Handlung hätte gut und gerne eine ganze Episode selber tragen können und es wäre eine klassische Trek-Folge geworden, die eventuell auch von Altfans gefeiert worden wäre.
Am Ende ist man von Was ist die Sternenflotte? enttäuscht. Potenzial wäre da gewesen, doch wurde es nicht genutzt.
Info
Regie: Sharon Lewis
Drehbuch: Kathryn Lyn & Alan B. McElroy
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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