Die Abhängigkeit unter zwei Völkern wirft die Crew der Enterprise in ein moralisches Dilemma.
Inhalt
Die Enterprise kommt im Delos-System dem ornarischen Frachter Sanction zur Hilfe, der aufgrund solarer Magnetfeldstörungen in Not geraten ist. Es gelingt nur vier der sechs Besatzungsmitglieder an Bord zu beamen, bevor das Schiff in der Atmosphäre eines der Planeten des Systems verglüht. Zwei von ihnen, die Ornaraner T’Jon und Ronas, machen einen kranken und auch überaus nervösen Eindruck während die beiden anderen, Sobi und Langor vom Planeten Brekka, gänzlich gesund wirken. Bald stellt sich heraus, dass die Ornaraner im wahrsten Sinne des Wortes von den Brekkanern abhängig sind, was Captain Picard in einem schweren Konflikt mit den Vorschriften der Sternenflotte bringt…
Rezension
Die Seuche ist eine Folge, die sich einmal mehr mit den Tücken der obersten Direktive beschäftigt. Diesmal bekommt es die Crew der Enterprise mit einem Konflikt zwischen Drogenabhängigen und deren Dealern zu tun, denn genau das sind die Brekkaner, auch wenn sie dies gegenüber Captain Picard vehement abstreiten. In ihren Selbstverständnis helfen sie den Ornaranern nur, dass sie dabei ihrerseits von ihnen mit Lebensmitteln versorgt werden ist für sie nur ein willkommener Nebeneffekt. Einmal mehr greift „Star Trek“ hier ein drängendes Problem der Gegenwart auf, nämlich das des Drogenmissbrauchs. Leider muss man der Episode vorhalten, dass sie dessen Gefahren auf eine reichlich platte Art aufzuzeigen versucht. Normalerweise ist Star Trek immer stark darin gesellschaftlich relevante Themen aus unserer Realität auf clevere und subtile Weise zu kommentieren, aber in Die Seuche wird die Aussage, dass Drogen schlecht sind arg plump präsentiert. Ihre negativen Höhepunkt findet die Folge vor allem in jener berüchtigten Szene, in der Tasha Yar, Wesley versucht zu erklären warum manche Menschen überhaupt süchtig nach Drogen werden und das man einfach Nein zu derartigen Substanzen sagen soll. Erstens erscheint Wesley in diesem Dialog reichlich naiv für einen Jugendlichen, der ja angeblich über eine überragende Intelligenz verfügen soll. Und zweitens ist Tashas Rede derart offensichtlich mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben, dass man annehmen muss, den Autoren ging es hier vor allem darum den jugendlichen Teil des Publikums anzusprechen, was zwar zunächst einmal löblich ist, aber leider nicht sehr geschickt gelöst ist. In einer modernen Serie wäre die Drogenproblematik auf eine wesentlich intelligentere und weniger moralisierende Art vermittelt worden. Natürlich ist es immer gut wenn man versucht junge Menschen zum Nachdenken über ein ernstes Problem anzuregen, aber es ist nicht anzunehmen, dass sie ausgerechnet durch diese Folge wirklich davon abgehalten werden vielleicht einmal Drogen auszuprobieren.
Interessant ist zumindest Picards salomonische Lösung den Ornaranern zu helfen, ohne gleichzeitig die oberste Direktive zu verletzten. Picards Konflikt mit seinen persönlichen Wunsch zu helfen und seiner Verpflichtung sich an seine Vorschriften halten zu müssen ist zweifellos der glaubwürdigere Teil der Episode.
Auch in visueller Hinsicht weiß die Folge nicht immer zu überzeugen. Vor allem jene Szene, in der Riker von T’Jon mit einer Art Energiestrahl aus seiner Hand in Stasis versetzt wird wirkt eher unfreiwillig komisch.
Interessant ist die Besetzung, denn es finden sich gleich zwei aus Der Zorn des Khan bekannte Gesichter: Zum einen Judson Scott, der im Film Khans rechte Hand Joachim spielt und natürlich Merrit Butrick, der als Captain Kirks Sohn David unvergessen bleiben wird. Die Rolle des T’Jon war einer der letzten Auftritte des leider viel zu früh verstorbenen Akteurs.
Info
Orignaltitel; Symbosis
Staffel 1 – Folge 22
Regie: Win Phelps
Buch: Robert Lewin, Hans Beimler & Richard Manning
Story: Robert Lewin
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