Freunde lügen nicht – das ist Elfies Motto der bisherigen Staffeln von Stranger Things gewesen. Die aktuelle Episode befasst sich intensiv mit dieser Aussage, die auch auf die Duffer-Brüder selbst anzuwenden ist.
Creel-Welt
Holly und Max können sich den ganzen Weg zurück in die Höhle retten. Henry hinkt stark und kann sie nicht vorher erwischen. Er droht Holly damit, dass er Max Schmerzen zufügen und töten wird. Wenn sie das sieht, wird sie schon zu ihm zurück gekrochen kommen. Bislang hat die Anwesenheit von Max in der Höhle ihn offensichtlich nicht so gestört, sie war halt ein Ärgernis. Doch nun ist ihm bewusst geworden, welchen Einfluss sie auf Holly hat.
Max scheint die Hoffnung nun aufgegeben zu haben. Sie möchte abwarten, bis Elfie kommt und sie rettet. Denn natürlich denkt sie, dass es Elfie war, die durch Vecna gesprochen hat. Doch Holly will nicht einfach nur tatenlos rumsitzen. Max’ Theorie, dass Henrys Erlebnis in der Höhle so traumatisch war, dass er sich nicht daran erinnern möchte, bringt Holly auf die Idee, dass es auch von dort einen Ausgang geben muss, genauso wie bei Max auf dem Dachboden oder bei ihr zu Hause.
Daraufhin zieht Holly ihren Umhang über und macht sich auf den Weg nach draußen, allerdings nicht in Richtung Haus sondern auf der anderen Seite in Richtung Wüste. Max hat zunächst kein Vertrauen, doch Holly wird klar, dass das Loch in dem Fernglas von Henry nicht einfach nur ein Loch ist, sondern eine Art Karte. Es hat dieselbe Form wie der Höhleneingang. In dem Moment, als der Ausschnitt genau zum Höhleneingang passt, stürzt sie in einen Schacht. Max kann sie halten und gemeinsam steigen sie die Leiter hinunter in eine alte verlassene Mine.
Unten stoßen die beiden auf Blutspritzer und folgen den Spuren, bis sie auf einen verwundeten Mann mit einem verschlossenen Koffer und einer Pistole stoßen. Er spricht sie an, nur meint er natürlich nicht sie, sondern den jungen Henry, der hinter ihnen auftaucht. Henry trägt eine Pfadfinderuniform und möchte dem Mann wohl helfen. Dieser wird panisch und schießt auf ihn, er durchschießt Henrys linke Hand. Doch Henry wird nicht nach hinten gestoßen, sondern bleibt aufrecht stehen. Als der Mann nachladen will, stürzt er sich auf ihn und erschlägt ihn mit einem Stein.
Max will weiter, doch Holly beobachtet, wie Henry den Koffer öffnet. Wenn man bislang annehmen wollte, dass doch noch Gutes in Henry steckt, wird hier klar, dass dem nicht so ist. Es wirkt fast so, als wäre Henry hier schon in der Dimension X gewesen. Oder er ist einfach doch schon immer ein Soziopath. Wollte er in Wahrheit dem Mann gar nicht helfen und nur an den Inhalt des Koffers?
Upside-Down
Dustin nimmt Brennans Notizbuch und rennt nach oben, er schreit immer wieder nach Nancy. Im Treppenhaus stößt er dann auf Steve und versucht, ihm zu erklären, was passiert ist. Alle Annahmen, die sie über die andere Seite hatten, waren falsch und er hatte unrecht. Das Upside-Down ist keine andere Dimension sondern ein Wurmloch, eine Brücke zu einer anderen Dimension. Nancy hat darauf geschossen, was zum Zusammenbruch und dem Tod aller führt. Zunächst scheint nach Nancys Schuss auf dem Dach nichts weiter zu passieren, doch plötzlich entsteht ein roter leuchtender Feuerball und es folgt eine Detonation, die eine riesige Druckwelle erzeugt. Nancy und Jonathan werden ohnmächtig und weißer Schleim fließt auf sie zu.
Auch Hopper und die Mädchen bekommen das natürlich auch mit. Der BMW wird in die Wand hineingezogen, daraus entsteht ein riesiger Sog, der alles Umstehende hinter die Wand zieht. Am Boden entdeckt Eflfie ein Portal, und sie bildet durch ihre Kräfte einen Schutzwall, der ihr Entkommen sichert.
Steve möchte unbedingt zu Nancy, aber Dustin will ihn zurückhalten. Die Treppe vor ihnen schmilzt einfach weg. Steve möchte das Loch mit einer Leiter überbrücken. Dustin zieht ihn zurück und schreit, dass er nicht auch noch ihn, seinen besten Freund, verlieren kann. Die beiden liegen sich in den Armen, es ist so ein wichtiger Moment für ihre Freundschaft. Die Leiter schmilzt ebenfalls und fällt in den Schacht. Steve wäre auf jeden Fall gestorben.
Jonathan erwacht. Er und Nancy sind in den Raum darunter gefallen, da der Boden sich verflüssigt hat. Die Masse ist aber nicht heiß, lediglich die Integrität des Gebäudes zersetzt sich. Als Nancy ein Loch in die Tür schlägt, dringt nur mehr Masse in den Raum. Die beiden können nicht entkommen. Sie retten sich auf den Tisch und können nur noch um Hilfe schreien.
Jonathan merkt an, dass nun Zeit für Ehrlichkeit ist, niemand wird sie holen kommen. Das nimmt Nancy als Gelegenheit, ihm zu sagen, dass sie The Clash gar nicht mag. Das Gespräch geht nun hin und her und sie kommen zum Schluss, dass sie gar nicht zusammen gehören. Auch Steve ist nur ein guter Freund für Nancy. Jonathan gibt ihr nun den Ring, allerdings nicht, um sie um ihre Hand zu bitten wie eigentlich geplant, sondern als Zeichen der Trennung. Er schmeißt den Ring weg und dieser bleibt auf dem Boden liegen, d. h. die Masse hat sich verfestigt und sie können nun darüber laufen. Die Soldaten, auf die sie gestoßen sind, sind damals wohl in der Masse gefangen worden und eigentlich gestorben.
Hawkins
Joyce macht sich große Vorwürfe, dass sie Will dazu gedrängt hat, sich mit dem Schwarmbewusstsein zu verbinden, denn er bleibt weiterhin ohnmächtig. Robin macht sich mit Lucas zusammen auf den Weg ins Krankenhaus, denn ihnen ist bewusst geworden, dass sich Max gar nicht in einem richtigen Koma befindet, sondern nur in einer von Vecna verursachten Trance.
Hopper kommt mit Elfie und Kali in einem Leichenwagen angefahren, den sie in der Nähe des Friedhof aufgetan haben. Schnell sind sie auf den aktuellen Stand gebracht, und Elfie will Will finden. Kali fängt Streit mit Hopper an, denn ihr ist bewusst, dass der einzige Weg, das alles zu beenden, nicht der Tod Henrys ist. Sie spricht es zwar nicht aus, aber am Ende ist es Elfie bzw. Jane, die auch sterben muss. Und Hopper ist das auch irgendwie bewusst.
Mike konfrontiert Elfie später und möchte die Wahrheit von ihr wissen, woraufhin sie ihm erzählt, dass das Programm in Upside-Down wiederaufgenommen werden soll. Dies ist keine Kampagne, für die er das Ende schreibt. Doch er gibt ihr Hoffnung.
Elfie steigt nun in den Tank, um eine bessere Verbindung zu bekommen, und tatsächlich findet sie Will, der in der Bibliothek gefangen worden ist, wie schon beim ersten Mal. Vecna hat ihm offenbart, dass es Will war, der damals in seinen Träumen die Tunnel unter Hawkins gebaut hat. Will ist stark, doch die Kraft kommt von Vecna und dieser wird auch immer stärker. Will sieht, wie Vecna in einem Membrangebilde angeschlossen ist und von dort mehr Kraft erhält. Vecna durchsucht Wills Erinnerungen bis er sieht, in welchem Krankenhauszimmer Max liegt. Elfie und Will erwachen gleichzeitig. Schnell müssen alle ins Krankenhaus, um sie zu retten.
Lucas und Robin wollen schnell zu Max, doch Robin wird zurückgehalten, denn Vickie macht sie verantwortlich, Drogen gestohlen zu haben, was ja auch stimmt. Lucas geht zu Max und schaltet den Kassettenrekorder mit Kate Bush ein. Vickie schenkt Robin keinen Glauben und denkt, dass sie halluziniert, als sie ihr von allen Vorkommnissen erzählt.
Zwei Soldaten nehmen sie in Gewahrsam, doch in dem Moment beginnen die Lichter zu flackern und mehrere Demogorgons, diesmal Hundewesen, erscheinen. Diese schalten sofort die beiden Soldaten aus, lassen die Mädchen aber stehen und machen sich auf den Weg zu Max’ Zimmer.
Vickie schaltet die Durchsage ein und Robin kann so Lucas warnen, der Max auf den Arm nimmt und nach unten flieht. Dort treffen sie auf Vickie und Robin und gemeinsam verbarrikadieren sie sich in der Wäscherei. Vickie entschuldigt sich. Die Demodogs durchbrechen die Tür.
Wendung
Als das Licht begonnen hat zu flackern, kommt Karen Wheeler wieder zu sich. Sie hat die Durchsage von Robin mitbekommen und sich mit einer Sauerstoffflasche zum Treffpunkt der Jugendlichen geschleppt. Mit einem Mal werden die Demodogs durch lautes Geklapper abgelenkt. Karen hat die Sauerstoffflasche in eine Industriewaschmaschine gesteckt. Die Demodogs, die sich hier wirklich wie Hunde verhalten, gruppieren sich davor. Die Maschine explodiert und alle Wesen sterben. Wieder hat sich Karen Wheeler heldenhaft verhalten, diesmal aber mit Erfolg.
In Henrys Erinnerungen stoßen Max und Holly auf einen verschütteten Gang. Dort kann Max Kate Bush ganz leise hören und gemeinsam versuchen sie, die Steine wegzuschaffen. Es ist nur ein schmaler Durchgang, Holly passt durch und Max gelingt es auch, sich durchzuquetschen. Auf der roten Hochebene erscheint der Ausgang zu Max, die sieht, wie Lucas ihren Körper in den Armen hält. Jetzt wird ihr bewusst, dass dies ihr Ausweg ist, aber nicht Hollys.
Sie nimmt sich Zeit, Holly dies zu erklären. Holly braucht etwas, das ihr wichtig ist, um einen Weg zu ihrem Körper zu finden. Holly war da mutig, wo Max aufgegeben hat. Es ist die Figur, Holly die Heroische, die sie an einer Kette um den Hals trägt. Holly ist zu ihr geworden und so kann sie selbst das Tor öffnen.
Max erklärt ihr, dass sie sich immer noch im Upside-Down befinden wird. Sie soll zu ihrem Haus laufen und sich dort verstecken. Von dort wird sie gerettet werden. Das ist ein wirklich starkes Versprechen – mal sehen ob es gehalten werden kann. Beide laufen dann auf ihre eigenen Pforten zu und die Folge endet.
Fazit
Die Regiearbeit von Shawn Levy hebt die Folge auf eine andere Ebene. Seine herausragende Arbeit setzt die richtigen Schwerpunkte. Insgesamt fällt die Episode im Vergleich zu den anderen allerdings leicht ab. Kate Trefry hat neben diesem Drehbuch auch schon das Skript für das Theaterstück The First Shadow verfasst, was sie hier den richtigen roten Faden weiterverfolgen lässt. Ich gehe davon aus, dass wir in der nächsten oder spätesten letzten Folge auch die notwendigen Antworten erhalten. Denn das Stück läuft ja nur in London und New York, d. h. der komplette Inhalt ist für die meisten Zusehenden nicht aktiv zugänglich. Es war auch die längste Folge bislang, eventuell hätte man hier und dort ein paar Minuten kürzen können. Doch alle mitgeteilten Infos und Entwicklungen sind wichtig fürs Weiterkommen.
Die Szene zwischen Nancy und Jonathan möchte ich hier besonders hervorheben. Sowohl Natalia Dyer also auch Charlie Heaton haben ihr ganzes Herzblut in diese wichtige Szene gelegt. Die ganzen Diskussionen, mit wem Nancy zusammen sein sollte, werden komplett von Tisch gewischt. Schließlich sind alle, Nancy, Steve und Jonathan, junge Erwachsene, die ihren Weg im Leben noch finden müssen.
Es war beeindrucken zu beobachten, wie beide endlich zugeben konnten, dass sie nicht zusammenpassen und sich nur aufgrund der gemeinsamen Erlebnisse weiterhin aneinander klammern. Doch trotzdem empfinden sie noch so viel füreinander. Und es ist gut, dass sie noch die Möglichkeit bekommen, weiter zu machen. Zuerst dachte ich, schade, dass beide hier nicht gestorben sind. Da werden Tode angekündigt und nichts passiert. Aber in dieser aktuellen Situation ist es richtig, dass beide weitermachen können, und zwar als Singles, denn auch Steve passt nicht zu Nancy und ist nur ein Freund.
Was mich wirklich frustriert hat, ist die Szene zwischen Max und Holly. Sie ist wirklich gut und richtig. Aber nach den Erfahrungen mit sich schließenden Toren möchten die Zusehenden doch nur, dass Max endlich durch das Tor rennt. Nell Fisher ist wirklich großartig in dieser Szene, zunächst die katastrophale Enttäuschung, dass sie nicht mit kann, dann die Verzweiflung, weil sie keinen Freund hat, bis hin zur Realisierung, wie mutig und klug sie doch ist. Holly öffnet praktisch selbst ihr Tor, was genau das ist, was Mike ihr am Anfang über ihre Figur erzählt hat.
Nun sind nur noch zwei Folgen übrig und ich bin sehr gespannt, wie die ganzen offenen Fäden und Handlungsstränge ordentlich aufgefädelt werden können. Eins wird immer offensichtlicher – wir werden uns wohl von Elfie/Jane verabschieden müssen. Nicht nur Kali weiß das. Vielleicht stehen sich am Ende beide Schwestern gegenüber, aber auch Elfie hat ihre eigene Existenz ja schon als Problem bewertet. Steve wird, glaube ich überleben, aber bei Dustin bin ich da nicht mehr so sicher …
Info
Drehbuch: Kate Trefry
Regie: Shawn Levy
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Warpskala
WarpskalaThe Good
- Auf persönlicher Ebene wird Vieles geklärt: Dustin und Steve, Nancy und Jonathan, Holly und Max
- Nell Fisher liefert hier ihre beste Performance ab.
Negativ
- Das Ende ist frustrierend, da man nicht sieht, ob es die Mädchen wirklich schaffen.
- Dinge geschehen, weil sie gut ins Drehbuch passen, nicht weil es die logische Konsequenz wäre.
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