In dieser Folge wird der Gegenspieler von Frank Castle näher dargestellt.
Ruhig und gefährlich
John Pilgrim (Josh Stewart) ist ein zutiefst gläubiger und religiöser Mann, der eine nationalistische Vergangenheit hat. Er lebt mit seinen zwei Söhnen und einer kranken Frau glücklich. Wobei er regelmäßig Aufträge für ein reiches Ehepaar macht, die die Genesung seiner Frau finanzieren. Für einen solchen soll er ein bestimmtes Mädchen töten.
In der Gegenwart landen Frank (Jon Bernthal), die Frau, die ihn angeschossen hat, und Amy in dem Gefängnis der Kleinstadt. Sie sollen in die Stadt ausgeliefert werden. Doch John Pilgrim hat etwas dagegen, weshalb er das Gefängnis mit seinen Streitkräften angreift.
John Pilgrim fiel schon bei seinem ersten Auftritt in Kampf oder Flucht auf. Ein ruhiger Mann, der gleichzeitig aber auch äußerst gefährlich war und außerdem intelligent vorging. Womit er ein interessanter Gegenspieler für Frank Castle wurde.
Ein bekannter Plot
Umso schöner ist es, dass er jetzt in Wer das Wasser aufwirbelt näher vorgestellt wird. Man erfährt einiges über ihn. Er ist ein Familienmensch, zutiefst gläubig – was man ja bereits durch sein bisheriges Auftreten wusste – und hat eine nationalistische Vergangenheit. Mit der er allerdings anscheinend abgeschlossen hat, da die Tattoos, die darauf hindeuten, alle verblasst oder schlecht weggelasert worden sind.
Das sind alles Zutaten, die ihn für den Zuschauer umso interessanter machen. Denn er tritt nicht wie ein normaler Superschurke auf. Auch in dieser Episode sieht man, dass er anders agiert. Er bleibt stets ruhig, besonnen und vor allem dadurch gefährlich. Kurzum: Er ist ein genialer Gegenspieler zu Frank Castle.
Dessen Plot natürlich einem bekannt vorkommt. Eine kleine Polizeistation, die eine Person beherbergt, die von einer gefährlichen Fraktion gesucht wird, die daraufhin diese belagern und angreifen. Ein Thema, das in der Welt der Fiktion schon oft und auf verschiedene Art und Weise umgesetzt wurde. Dementsprechend meint zu wissen, wie Dinge jetzt verlaufen werden.
Alles, nur nicht vorhersehbar
Doch diese Episode tut vieles, nur nicht die Handlung auf ausgetretenen Pfaden weiter vorantreiben. Im Gegenteil: Wiederholt baut sie kleinere Überraschungen ein. Und sie lässt sich viel Zeit, bis sie Frank Castle quasi von der Leine lässt.
Diese Zeit wird jedoch nicht vergeudet. Vielmehr wird hier sehr viel Wert auf die Charakterisierungen gelegt. Angefangen vom Sheriff, bis hin zu einem weiteren Gefangenen, ebenso wie Amy werden alle Figuren ausgiebig charakterisiert. Es handelt sich dabei nicht um oberflächliche Charakterzeichnungen. Vielmehr werden die Figuren abwechslungsreich und alles andere als klischeehaft dargestellt. Wodurch diese Episode wohltuend hervorsticht.
Natürlich wartet man darauf, dass es zur ersten, direkten Konfrontation zwischen Frank Castle und John Pilgrim kommt. Und hier präsentiert sich Wer das Wasser aufwirbelt von seiner fiesen Seite. Denn es wird angedeutet, dass es zu einer solchen Begegnung kommt. Die dann allerdings in der letzten Minute durch eine plötzlich herbeikommende dritte Partei unterbrochen wird.
Kommt da etwa ein…
Denn neben diesen Plots läuft noch ein dritter. In dem etwas geschieht, was man im Prinzip vorhergesehen hat. Es dreht sich um Billy Russo.
In dieser Folge flieht er endlich. Ein Ereignis, dass leider vorherzusehen war. Interessant, dass seine Therapeutin ihm gewissermaßen dabei hilft. Ob sich hier ein Stockholm-Syndrom entwickelt?
Die Reaktion von Dinah Madani ist dabei ebenso interessant. Denn natürlich hat sie ein starkes Interesse daran, Billy Russo wieder einzufangen. Auch wenn sie dies offiziell nicht darf. Aber es zeigt, wie stark ihr Hass auf die Person ist, die ihr in den Kopf geschossen hat. So stark, dass sie sogar bereit ist, erneut mit Frank Castle zusammenzuarbeiten, was sie ja in der letzten Folge noch abgelehnt hat.
Es ist eine starke Episode, die von Anfang bis Ende rund läuft.
Info
Regie: Jeremy Webb
Drehbuch: Ken Kristensen
Showrunner: Steve Lightfoot
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